Noch zweimal schlafen…
Der Tag war lang. Aber statt zu schlafen sitze ich in meinem Appartement und bastle am Computer herum. Der iPOD muss noch mit schöner Musik betankt werden damit es auf dem langen Flug nach Las Vegas ein wenig Abwechslung gibt. Die Nikon D2x habe ich mal eingepackt. Sie hat nun zwei Jahre fast unbenutzt im Schrank gestanden, warum eigentlich? Dann fiel mir das alte 2.8/55mm Makroobjektiv in die Hände das ich vor ein paar Monaten billig bei eBay abgeschossen habe. Warum nicht? Das Ding ist scharf wie die Hölle und wiegt fast nichts? Ok, es hat keinen Autofokus und keinen eingebauten Computer, aber es wiegt auch fast nichts! Also rein in den Koffer!
Auf dem Chip der D2x ist ein richtig dicker Staubfussel. Aber ich habe das Eclipse Fluid und ein paar frische Sensor Swabs im Gepäck. Also wird kurz vor Mitternacht der Chip geputzt. Nach fünf Versuchen ist schon sauber. Ein Testbild mit 20mm Weitwinkel, Schärfe auf auf unendlich, Blende 22 und Zeitautomatik. Vor das Objektiv halte ich eine milchige Plastikscheibe die man eigentlich für einen korrekten Weißabgleich verwendet. Das ganze dann direkt an eine Lampe halten und auf den Auslöser drücken. Dann die Speicherkarte in den Computer stecken und schauen ob es irgendwo dunkle Flecken oder Fusseln gibt. Der Chip ist blitzblank, es ist fast Mitternacht und ich sollte eigentlich schlafen. Aber ich bin doch irgendwie aufgekratzt.
Also mal schauen ob auch alles bedacht ist! Wo ist der Reisepass? Gecheckt! Wo sind die Reiseunterlagen, Flug, Mietwagen, Hotel – alles ok! Adapter für Steckdosenleiste – OK. Batterien, Ladegeräte, Speicherkarten, Filter, Pinsel, Blasebalg, Lens-Pen, USB-Kabel, externe Festplatte, Stadtplan Las Vegas, Autoscheibenhalterung für das GPS, Stromkabel für das GPS, Ladegerät für das Handy, Der Noise-Cancelling-Ohrhörer für den iPOD, Batterien für den Ohrhörer… Es gibt so viel Kleinkram der im Koffer liegt. Warum nur? Früher war das Reisen entspannter! Als Kind hatte man ein par Comics dabei und vielleicht einen Fußball. Fertig! Aber damals hatte man auch Langeweile und wusste im Urlaub kaum wie man die Tage totschlagen sollte. Heute ist das grundlegend anders. Jede Minute zählt, jeder Tag ist kostbar, jede Stunde die man Vorort einem Ding hinterherläuft das man doch vergessen hat ist vergeudet.
Mist wo ist die Kreditkarte? Ganz ruhig…
Noch schnell ein paar Bilder anschauen und dann ab ins Bett…
“Sie brauchen gesunden natürlichen Schlaf!” (Zitat aus ‘Fightclub’)
Lichteinfall bei der SWC :-|
Gestern habe ich es verpasst, heute geht es nach der Arbeit im Laufschritt durch den Regen zum Appartement. Schnell umziehen und rauf aufs Moped. Dann ab in die City – die Rollfilme von Teneriffa 2010 sind entwickelt. Viele Bilder sind es ja nicht, da das Wetter nicht so toll war und es einfach schwer mit zwei Kameras parallel zu arbeiten. Es regnet ganz kräftig, aber egal – ich möchte meine Fotos sehen!
Gut 10 Minuten später stehe ich an der Kasse, etwa über 13 Euro kostet die Entwicklung von 4 Rollfilmen – irgendwie sind die Preise gestiegen. Im letzten Jahr war es noch deutlich billiger. Wahrscheinlich wurde inzwischen das eine oder andere Labor geschlossen. Die digitale Technik setzt sich immer mehr durch, auch im Kino. Und wenn erst einmal alle Kinofilme digitale über Glasfaserleitungen direkt an die Kinos geliefert und nur noch digital projiziert werden, dann werden auch die Filme langsam noch seltener werden. Irgendwie hat Hollywood die Filmindustrie ja noch ein wenig hoch gehalten, aber seit Avatar scheint das auch ein Auslaufmodell zu werden. Vielleicht ist der Tag gar nicht mehr fern an dem auch George Clooney einen ästhetisch anspruchsvollen Schwarz-Weiß-Film digital produzieren wird??
Ein Grund mehr diese aussterbende Technologie zu nutzen solange es sie noch gibt? Warum nicht? Es gibt ja auch noch Leute die Schallplatten hören! Nur sollten die Kameras lichtdicht sein!
Egal, ich sitze auf meinem Moped, es regnet und die Stadt ist irgendwie total voll. Überall das gleiche in Bonn ebenso wie hier.
Um 19h30 bin ich wieder im Trockenen! Schnell raus aus den nassen Moped-Klamotten und die Bilder anschauen.
Ernüchterung – bei fast allen Filmen gibt es seitlichen Lichteinfall – immer von der gleichen Seite – ich bin gefrustet und kann gut verstehen warum kaum noch jemand analog fotografiert. Da Hasselblad Filmmagazin das ich für 109 Euro bei eBay ersteigert habe ist nicht wirklich lichtdicht – MIST! Ok, mit einem Dichtungssatz für 14 Euro kann man Abhilfe schaffen, aber diese Bilder haben trotzdem am linken Rand teilweise einen hellen Bereich. Vielleicht hätte ich den Schieber auch nach jedem Bild gleich wieder einsetzen sollen?
Ok der Lichteinfall in unübersehbar – nur warum ist nun die Frage! Habe ich etwas falsch gemacht? War es zu hell als ich die Filme heraus genommen habe? War das Magazin nicht dicht oder ist die SWC nicht lichtdicht wenn kein Schieber eingesetzt ist?
Schon beim ersten Testfilm gab es Lichteinfall von der Seite – da dachte ich noch es sei ein Problem des 30 Jahre alten Filmmaterials. Scheinbar ist noch mehr nicht ganz ok…
Ich glaube die SWC schleppe ich nicht mit in die USA – lieber nehme ich einen zweiten digitalen Body mit, dann muss ich die Objektive nicht so oft wechseln und die Chips stauben nicht so schnell ein. Ein Staubkorn auf einem CCD ist mindestens so ärgerlich wie Lichteinfall bei der SWC – alle Systeme habe ihre Tücken…
Die schei… Internetverbindung geht hier heute auch wieder nicht. Manchmal ist einfach alles wie verhext. Der MEDIONmobile Verbindungsassistent erkennt den neuen Stick, aber statt sich zu verbinden steht da immer wieder nur bereit. Dieser ganze Technikkrams geht mir auf den Keks. Kann denn nicht mal was funktionieren – einfach nur so? Ok, ich hätte ja meinen Vodafone-Stick nicht daheim vergessen müssen…
Neuer Versuch…
Nun steht da “Meldet an” – toll – geht das auch mal weg? Ich komme mir vor wie im Tal der Ahnungslosen – so müssen sich die wissbegierigen Menschen in der DDR gefühlt haben… Nach dem 10 oder 20. Versucht – diesmal ein USB-Port auf der Rechnerrückseite mit Verlängerungskabel – steht da “Verbunden” – nur womit verbunden? Ein ping nach www.google.de bleibt jedenfalls unbeantwortet.
Nichts geht – einfach gar nichts…
Wenigstens kann man das gebloggte Zeugs als Entwurf speichern. Ein frustiger Tag – liest das hier überhaupt jemand? Ich glaube ich gehe einfach ins Bett… Morgen wird sicher alles wieder gut…
Ciao!
Eine Stunde später – es lässt mir wieder keine Ruhe – ich versuche es mal mit diesen Daten – die habe ich gestern auf irgendeiner Webseite gefunden:
Tagesflatrate für 1,99€/24h
APN: tagesflat.eplus.de
Zugangsnummer: *99#
User: eplus
Passwort: gprs
Das klappt aber auch nicht…
Update um 23:00
Der blöde ALDI UMTS-Stick tut es hier einfach nicht – ePlus ist echt kein Provider für Datenübertragungen…
Ein ganze Stunde habe ich hier jetzt mit verschiedenen USB-Kabelverlängerungen herum probiert – nun hat der Kontakt zum WLAN-Router im Nachbargebäude mal endlich geklappt…
In der Zwischenzeit habe ich noch in den Bildern von der letzten Reise nach Norwegen gestöbert…
Ein paar Bilder die ich während der letzten USA-Reise mit meiner kleinen Hosentaschenkamera gemacht habe sind mir auch in die Hände gefallen:
Frisch rasiert um 6h53
Die Zeitverschiebung beträgt nur eine Stunde und dennoch schaue ich um 6h04 das erste Mal auf den Wecker. Es ist Freitag und es sind noch sieben Tage bis es wieder losgeht. Ich hätte nicht gedacht, dass sich diese kurze Zeitverschiebung so sehr bemerkbar macht. Eine Stunde – wie soll das erst wieder in Las Vegas werden? Ich glaube da sind es 9 Stunden Unterschied. Einmal in Arizona angekommen wird es beim Wechsel zwischen Utah und Arizona wieder eine Stunde sein, aber mehrmals täglich!
Gerade geht mir ein Gedanke durch den Kopf, wenn man im Arizona ein schlafen geht und stets in Utah aufwacht, hat dann jeder Tag 25 Stunden – Hmmm. Oder sind es 25 und 23 Stunden im Wechsel, schließlich muss man nach dem Wachwerden im anderen Bundesstaat ja auch wieder zurück. Und, wer bringt einen nachts unbemerkt über die Grenze? Was wenn man an der Stelle der Erde an der sich das Datum ändert nach Norden schaut und mit beiden Füßen jeweils links und rechts der Datumsgrenze steht. Ist dann das Linke Bein einen Tag älter als das Rechte? Zeit ist was komisches… Na, vielleicht solle ich auch einfach nur mal unter die Dusche gehen und nicht am Morgen über absurden Dingen sinnieren.
Jedenfalls habe ich früh am morgen meinen Rasierer gefunden und bis auf die Stoppeln die ich übersehen habe ist das Gesicht nun wieder ganz menschlich :-)
Schnell an den Compi und die Bilder der Wanderung am Guerges-Steig noch einmal sichten. War ne coole Wanderung, trotz oder vielleicht gerade wegen des Nebels.
Hier gibt es ein kleines Fotoalbum zur Wanderung. Die GPS-Daten habe ich auch, aber die sind noch im “Aufzeichnungsgerät” – die gibt es später…
Hier gibt es ein echt gutes Kaninchen:
Jetzt geht es erst einmal unter die Dusche, dann gibt es ein ganz leicht variiertes bestes Frühstück der Welt, dann wird ordentlich was gearbeitet und danach geht es wieder heim nach Bonn. Koffer auspacken, Wäsche waschen, das übliche. Am Sonntag dann fast alles in umgekehrter Reihenfolge. Und schon muss ich wieder dran denken wie sich wohl jemand fühlt der mit dem linken Fuß im Gestern steht…
Wandern am Guerges-Steig
Heute soll es eine kleine Abschlusswanderung mit Edith und Wolfgang geben. Wolfgang ist um 10h unten im Hotel, er hat es tatsächlich gefunden :-) Mit seinem Auto geht es hoch über die Dächer von Garachico. An einem Mirador laden wir die Edith ein. Dann geht es über Santiago del Teide zum Einstieg in den Guerges-Steig. Den Namen hat dieser Wanderweg wohl von der Finca die man am Ende des Weges nach etlichen Mühen erreicht. Inzwischen ist sie wohl verlassen und während wir dorthin wandern verstehe ich auch warum!
Meine Wanderschuhe habe ich daheim in Bonn vergessen und Wanderstöcke habe ich auch keine dabei. Gut, dass Wolfgang mir einen seiner Stöcke ausleihen kann. An einer Stelle rutschen mir dann doch die Füße weg und ich falle mit dem Hintern in einen abgebrochenen Strauch. Das tut weg wie die Hölle und ich bin nicht der Einzige der da schon drauf gefallen ist. Etwas vorsichtiger geht es weiter. Die Ausblicke in die Schlucht von Masca sind grandios. Nach etwa zwei Stunden zieht dann Nebel auf – Mist – schon wieder!! Bei der Wanderung zum kleinen Gala vor ein paar Wochen hatten wir auch Nebel. Immer das gleiche… Grummel Grummel…
Also Pause machen, Wasser trinken, Obst essen und dann umkehren. Wieder am Auto war die Wanderung trotzdem toll und ich merke dass der Trainingseffekt des USA-Trips im letzten Frühjahr schon wieder verblasst ist. Eigentlich bin ich ganz froh, als es dann zum Essen geht. Das Restaurant liegt an der Straße von Santiago del Teide nach Garachico. Hier gibt es vorzügliches Kaninchen!
Wieder zurück in Garachico inspiziert Edith das Hotel und ist von der tollen Ausstattung und den vielen Möbelklassikern sehr angetan. Wir kopieren noch die Geburtstagsbilder auf eine Speicherkarte und dann düsen die zwei auch schon wieder ab. Es ist 18h und gleich werden Koffer gepackt. Vorher noch kurz ein wenig was für das BLOG schreiben und dann ab ins Bett. Morgen geht es früh raus und dann um 11h wieder zurück nach Frankfurt. Übermorgen wieder an die Arbeit. Aber ich komme wieder :-)
Verbindung nicht möglich – Oder: Dänemark ist überall
Vorgestern findet das automatische Update für mein 32-Bit Vista das Service-Pack 2. Mit leicht mulmigem Gefühl starte ich das Update. Die Festplattenlampe blinkt dann eine Stunde lang munter lustig vor sich hin und der Ventilator des Notebooks vollbringt echte Höchstleistungen. Nach dem Neustart ist dann kein Verbindungsaufbau zum WLAN des Hotels mehr möglich. Prima, so hatte ich mir das vorgestellt – ich bin ausgesperrt. Wieder ein mal! In den USA war es WLAN immer wieder mal tot, aber ich konnte es immer wieder reparieren. Auf der Reise durch Dänemark, Schweden und Norwegen dann das gleich Spiel, mal geht es mal nicht. In Dänemark war auf einem der vom ADAC hochgelobten Campingplätze habe ich versucht mich über eine Webseite in Dänischer Sprache am WLAN anzumelden. “Heilige Scheiße” schoss es mir damals im Minutentakt durch den Kopf. Heute bin ich wieder soweit, nur was ist heute das Problem? Sind irgendwelche Sicherheitseinstellungen vom SP2 verändert worden, hat das Service-Pack die Treiber für die WLAN-Netzwerkkarte aktualisiert oder ist einfach nur der Router des Hotels irgendwie hinüber? Egal, es ist blöd und es macht keinen Spaß! Es ist der letzte Tag und ich kann keine Mails abrufen, nichts geht!
Da muss irgendwer aber nochmal ran – denke ich und schaue meine Bilder des letzten Tages durch.
Gestern
Und der gestrige Tag war eigentlich gar nicht übel! Das Frühstück war zwar relativ ernüchternd. Verglichen mit der Finca San Juan oder gar dem Quartier 65 – GAR KEIN VERGLEICH! Es scheint hier eine Frühstückszutatenmafia zu geben. Der Käse schmeckt nach nichts, die Salami sieht überall exakt gleich aus und der Rest ist echt übersichtlich. Der frische O-Saft ist aber ganz ok und es gibt frisch gemachten Obstsalat. Die Nachbarn sind irgendwie cleverer drauf, sie kriegen sogar Rührei mit Speck. Ich überlege wie das wohl Auf Spanisch heißt. Irgendwas mit Huevos und Salmón oder so? Egal ich kann es im Internet nachschauen, ach nein – geht ja nicht – Mist…
Nach dem Frühstück geht es in Richtung Los Silos. Das ist ein kleiner netter Ort und ganz anders als der Name es vermuten lässt werden dort keine Silos gebaut oder verkauft. Es stehen auch keine in der Gegend herum. Ich könnte es ja mal im Internet nachschlagen, aber das geht ja nicht – Mist – da muss irgendjemand noch mal ran!!
Irgendwann stehe ich unterhalb von Los Silos am Meer und vor mit ist ein Skelett eines Wales auf zwei großes Stützen montiert. beeindrucken! Die Wolken haben sich verzogen und die Sonne scheint. Ich friemle einen neuen Film in meine urige Hasselblad SWC und versuche mein Glück in der Nähe des Wassers. Die Kamera wird immer wieder mit Meerwasser vollgespritzt. Ist der Sucher trübe ist es Zeit das Objektiv zu putzen. Sucherkameras sind was sehr spezielles. Als der Film dann voll ist geht es mit der D300 weiter. Auch sie ist ständig eingesaut. Gut, dass ich ein sauberes Taschentuch dabei habe.
Wie hat Ulrikes Papa im Jahr 2003 oder 2004 mal gesagt: Zum Objektive putzen gibt es nichts besseres als ein Taschentuch das schon 100 mal gewaschen wurde. Recht hat er!
Irgendwann ist es so warm, dass ich weiter will. Es geht nach Masca zum Mirador. Dort ist Schatten und es gibt was zu trinken. 7up mit Cerveza – lecker – und jetzt genau richtig. Danach runter in den Ort, es ist noch genau ein Parkplatz freu – ja! Die Palmen und Häuser sind zum Teil noch von den Bränden im Jahr 2006 gezeichnet. Fast alles Palmen sind unten herum pechschwarz, aber oben sind sie alle wieder grün! Irgendwann stehe ich vor der Bar La Terazza oberhalb des Heimatmuseums. Hier hat das Feuer ordentlich gewütet. Aber der lustige Besitzer ist noch da und es gibt noch Zumo naturale mixta – Naranja – Papya und Banan – so verstehe ich das jedenfalls – und es schmeckt wie immer großartig! Zwei Gläser sollen dann zusammen 5 Euro kosten, ein Dumpingpreis! Ich habe gerade 10 Euro in der Hosentasche und er freut sich über das kleine Trinkgeld ganz königlich. So macht das dann auch mir Spaß.
Es geht weiter zum Mirador de Chirche. Dort sieht der Sonnenuntergang vielleicht besonders gut aus. Am Mirador angekommen steht dort ein leicht verwirrter Tourist. Hm, ist es wieder Montag? Jau, Mist Mist Mist – es ist schon wieder Montag – Montags sind sie nie da – was nun? Kein Thema, 5 Minuten die Straße hoch ist ein schöne Bar mit toller Terrasse. Da ist die Küche schon zu – au Backe – heute ist kein guter Tag. Aber der Kellner kann noch ein Omelette mit Salat und Schinken offerieren. Und das schmeckt sogar ganz gut :-) Dazu gibt es nochmal 7up und Cerveza – ich bin im siebten Himmel! Die Sonne läutet so langsam aber sicher das Ende des Tages ein. Es geht hoch zum Pico del Teide. Nach ein paar Kilometern ist die Sicht auf den Pico und das Meer auf der anderen Seite sehr gut. Also schnell parken, was warmes anziehen und ein wenig durch die Lavaasche den Berg hoch kraxeln.
Der Sonnenuntergang ist einfach göttlich und die Farben etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang könnten bei einem Atomtest nicht intensiver sein. Wow! Ich verknipse einen ganzen Film mit der schrulligen Hasselblad und dann noch ein paar hundert digitale Bilder mit der Nikon D300. Als man fast nichts mehr sehen kann geht es runter zum Auto. Das Licht am fast neuen Opel Astra ist sehr gut und die Fahrt über La Orotava wird auch nicht langweilig zumal ich mir eine CD mit viel Musik im MP3 Format gebrannt habe. Das Radio klingt zwar ziemlich schrottig, aber die Laune ist trotzdem gut.
Im Hotel dann nur noch duschen und gleich ins Bett – was für ein Tag.
60. Geburtstag – Oder: Der Umzug nach Garachico
Die Zeit auf Teneriffa neigt sich schon fast wieder dem Ende entgegen. Am morgen heißt es dann Umziehen nach Garachico. Alles kein Problem, im Hotel San Roque in Garachico gibt es auch endlich ein WLAN :-)
Um 13h startet die Geburtstagsparty im Restaurante da Maria zwischen La Orotava und Agua Mansa. Essen im 30 Minuten-Takt, witzige Gespräche, entspannte Gäste, ein schöner Tag. Zum Ausklang geht es noch auf einen kleinen Cocktail in Abaco in der Nähe von Puerto de la Cruz.
Im Hotel tun dann doch die Füße weh, ein langer Tag war das und schön war er. Eigentlich war genau HEUTE der Grund für diese Reise. Fotos sind nicht viele entstanden, am morgen habe ich schnell ein paar Knipsbilder geschossen bevor die Koffer ins Auto wandern mussten.
Jetzt beginnt das Abendprogramm und dann geht es auch bald ins Bettchen. Oben im Schlafgemacht läuft schon die Klimaanlage. Während der letzten Tage hatten wir hier den Calima. Ein heißer Wind der von Osten heiße Luft aus Afrika herüber trägt. Leider ist nicht nur die Luft sehr warm, meist bringt diese Wetterlage auch feinen Sand aus der Sahara mit sich. Es war also gestern kein klassischer Nebel der den Fernblick unmöglich gemacht hat, es war feiner Sand aus der Sahara!
Wohl dem der bei diesem Wetter keine Objektive wechseln muss…
Gute Nacht!
Tag vier – Oder: Überleben ohne Internet
Und schon wieder ist ein Nacht vorbei. Der Gecko ist vom Schlafzimmer ins Badezimmer gewandert. Mitten in der Nacht saß er dort an der Wand und hat den Lichtschalter kontrolliert. Der Schreck war groß, auf beiden Seiten!
Zum Morgengrauen ein kurzer Blick nach draußen ob es sich vielleicht lohnt in Unterhose hektisch auf die Dachterrasse des Nachbargebäudes zu klettern um ein Alpenglühen am Pico del Teide zu fotografieren. Es lohnt sich nicht, der Himmel ist noch genauso verhangen wie gestern – schade für die Fotoausbeute – gut für das Schlafdefizit.
Um 8h unter die Dusche – eigentlich ist es noch viel zu früh, das Frühstück startet offiziell erst um 9h. Aber so kann man noch ein wenig bloggen – leider offline! Es ist nun schon der vierte Tag ohne verstörende E-Mails, ohne Abbuchungsmitteilungen der Hausbank, ohne Hilferufe von Kollegen, ohne irgendwas das einem den Urlaub vermiesen könnte. Eigentlich gar nicht so schlecht…
Um 10h ist ein Treffen mit Karin und Wolfgang anberaumt. Unten im Ort an der Kirche soll es sein. Irgendwie ist es schon witzig, dass hier echt jeder kleine Ort seinen zentralen Platz mit einer Kirche hat. Daran merkt man, dass man nicht in einer der Touristenhochburgen im Süden ist. Ich kann mir kaum vor stellen, dass es in Playa de las Americas einen verträumten Platz vor einer Kirche umsäumt von alten Palmen gibt. Aber das könnte man ja vielleicht mal nachschauen. Nur wann? Am Mittwoch geht es schon wieder nach Hause. Dann ist das Internet wieder da, Fluch oder Segen? Ein wenig unklar ist es mir inzwischen. Vor 20 Jahren habe ich ohne Internet auch ganz gut gelebt. Manchmal erinnere ich mich noch an die Zeiten in den frühen 80er Jahren als RTF, SAT1 und PRO7 an den Start gingen. Damals gab es bei Conrad-Elektronik skurril anmutende Richtantennen mit Parabolspiegeln und Verstärkern. Wenn ich überhaupt mal ein verrauschtes neuen Fernsehbild gefunden hatte, dann durfte ich auf keinen Fall die Jalousie aus Metall herunter lassen!! Dann war es sofort wieder vorbei mit Chin Chin & Co. Harte Zeiten waren das! Mein Fernseher hatte damals 7 Stationstasten und unter eine kleinen Klappe waren kleine kaum bedienbare weiße Plastikrädchen mit denen man über kleine Drehkondensatoren einen Schwingreis auf einen der heiß begehrten neuen Sender abstimmen konnte. Heute gibt es die News im Netz oder als Podcast – die Zeiten ändern sich!
Mit der schrulligen Hasselblad SWC habe ich bislang nur 8 Bilder geschossen. Das Zählwerk steht zwar auf 10 aber ich habe bei zwei Bildern vergessen den Objektivdeckel abzunehmen. Bei einer Sucherkamera merkt man das nicht sofort… Aber das gehört ja irgendwie auch dazu.
Während ich zwischen den Steinen am Punta de Teno meine Fotos mit “unendlicher Tiefenschärfe” bei Blende 16 und 12mm Brennweite mache kommt mir der Hasselblad Flexbody in den Sinn. Damit könnte man das auch machen, sogar mit einem digitalen Rückeil – wenn man 10.000 Euro dafür ausgeben würde. Doch vor dem Bild hieße es statt des Rückteils die Mattscheibe und den Lupensucher zu montieren. Man müsste den Verschluss öffnen und die ganze Geschichte so einstellen, dass von vorn bis ganz weit hinten alles scharf ist. Dazu hätte man eine Gittermattscheibe und ein Bild das auf dem Kopf steht. Würde man die Mattscheibe eine wenig verschwenken, und das wäre für die “unendliche Tiefenschärfe” notwendig würde sich ab einer Verschwenkung von etwa 10° das Bild auf der Mattscheibe abdunkeln und man müsste die 10° oder die 20° Korrekturscheibe zusätzlich einschieben. Je nachdem in welche Richtung man schwenken würde von links oder von rechts. Hätte man alles eingestellt würde man den Drahtauslöser – ohne den beim Flexbody gar nichts geht – halb durchdrücken und so den Verschluss wieder schließen. Danach würde man die Mattscheibe abnehmen, das digitale Rückteil oder das Filmmagazin ansetzen. Beim Filmmagazin würde man den Edelstahlschieber entfernen. Danach hieße es mit einem externen Belichtungsmesser die korrekte Belichtung zu ermitteln und die am Objektiv einzustellen. Dann käme der Schuss – ein völlig unspektakuläres kaum wahrnehmbares “Klick” wäre das akustische Ergebnis. Bei einem Filmmagazin würde man dann den Film weitertransportieren und den Edelstahlschieber wieder einstecken. Dann die Mattscheibe wieder montieren und sich das nächste lohnenswerte Filmmotiv suchen. Mit der Hasselblad 500 C/W wäre das alles ein wenig einfacher, aber das ist ja auch eine Kamera für ausgemachte Weicheier!
All das geht mir durch den Kopf während ich etwa 30 Fotos mache. In vergleichbarer Zeit hätte man den Flexbody nicht einmal aufgestellt. Das wäre irgendwie so wie bloggen ohne Internet. Irgendwie cool aber doch etwas schrullig. Na, irgendwann komme ich vielleicht mal mit dem Flexbody hier her und genieße die Langsamkeit des Systems :-)
Noch 20 Minuten bis zum Frühstück…
Los!
Tag drei – Oder: Wie man bei verhangenem Himmel Fotomotive findet
Nach dem großartigen Abendmahl ein kurzer Schreck im Schlafzimmer. Hoch oben an der Wand eine Eidechse, oder ist es ein Gecko? Hm, mal bei Caro Schlichting nachfragen! Ok, die Tiere haben keine Zähne, haben Angst vor Menschen, sind nachtaktiv und mögen keine ebenen Flächen. Es gibt auch einen alten Spruch der besagt, dass es Glück bringt wenn man einen Gecko im Hause hat. Die Tiere fressen alles Ungeziefer, ok dann schlafen wir mal unter Beobachtung eines nachtaktiven Geckos ein…
8h21 – Es hat geklappt – der Gecko ist weg!
Um 9h gibt es wieder ein geniales Frühstück – man ist das gut! Zum Abschluss gibt es noch ein Stück frisch gebackenen Apfelkuchen – wow. Ab 11h kommen dann die deutschen Frühstücksfans. Es hat sich herumgesprochen und Qualität zahlt sich eben aus!
Dennoch ist der Himmel sehr verhangen, Hochnebel könnte man das nennen. Vielleicht ein gutes Wetter für eine kleine Fototour durch die Innenstadt von Garachico? Mal sehen! Erst einmal gibt es ein paar Blümchen die hier überall wachsen und ein neues Kapitel für das tägliche BLOG :-)
Hier sind die Blümchen:
Update um 17h30
Es war einfach kein schönes Fotowetter, der Himmel verhangen und diesig. Nach einem ausgiebigen Zwischenstopp in Garachico geht es weiter zum Punta de Teno. Dort ist so eben noch das Meer zu sehen, von La Gomera keine Spur weit und breit – schade! Aber es muss auch solche Tage geben :-) Also rein ins Auto und ab zum Restaurante La Terazza in Los Realejos. Das Wiedersehen ist toll, die Wirtin ist einfach super! Es gibt deutschen Kaffee und Apfelstrudel mit Vanilleeis und Schlagsahne – lecker!
Später in der Finca werden dann die Bilder gesichtet, die Beute ist nicht groß. Aber ein paar nette Schüsse sind doch dabei.
Und um 19h gibt es schon wieder Abendessen :-)
Update um 20h15
Das Abendessen war wieder großes Kino – genial! Frisch gebackene Ciabatta-Brötchen, selbst gemachte Kräuterbutter, vier kleine Blätterteighörnchen mit Käse und Schinken gefüllt – heiß aus dem Ofen. Dann zwei Melonenspalten in einer leckeren Sauce mit vier Röllchen gekochtem Schinken – genial! Dann Putenbrust-Geschnetzeltes mit Wildreis und frischen Gemüse in einer tollen Sauce. Zum Durchatmen einen Ramazotti auf Eis mit Zitrone, danach Vanille-Eis auf Erdbeeren mit Cointraux und frischen Minzblättern – auf Wunsch mit Schlafsahne – wow…
Jetzt noch schnell die Bilder anschauen, dann Duschen und ab ins Bettchen :-)
Der erste Tag – Taganana und Benijo
Nach dem Genuss des besten Frühstücksbuffet der Welt geht es schnell ins große Einkaufszentrum in Los Realejos. Badehose, Sonnenbrille, Käppi, Getränke… dann weiter Richtung La Laguna. Auf Höhe des Flughafens Tenerife Norte geht es von der Autobahn ab und dann an der historischen Altstadt von La Laguna vorbei. In La Laguna hat vor ein paar Wochen bei den schweren Unwettern die ganze Altstadt unter Wasser gestanden. Heute stehen schon ein paar Baukräne herum um das UNESCO Weltkulturerbe wieder herzurichten.
Weiter geht es durch das urwüchsige Anaga-Gebirge. Insgeheim hoffe ich auf Nebel, denn dann könnte ich nach all den Jahren vielleicht endlich mal ein paar Fotos im berühmten Nebelwald machen. Aber es gibt keinen Nebel! Statt dessen ist der Himmel trüb und verhangen. Aber egal, die Stimmung ist gut und der Tag am Meer bei Taganana und Benijo ist wunderbar.
Um 18h geht es in der Finca kurz ans Notebook – BLOG muss sein!
Dann schnell ein paar Fotos anschauen und dann gibt es ein mit hoher Wahrscheinlichkeit überragendes Abendessen!
Update um 22h:
Das Essen war wieder großartig! Nach einer italienischen Vorspeise gab es leckere Fischfilets auf Teigwaren. Als Dessert ein kleines Törtchen mit Waldbeeren in einem kleinen Meer aus Eierlikör und Erdbeeren – so kann man es hier ertragen :-) Ein nettes Paar aus Bamberg ist auch angereist, da gibt es gleich jemanden zum Schwätzen.
Hier noch schnell die Bilder des Tages und dann ab ins Bettchen…
Teneriffa 2010 – Oder: Abseits des Massentourismus
17. März 2010 – Heute ist es mal wieder so weit – vier Stunden und dreißig Minuten in der Luft – schon ist man auf Teneriffa :-) Diesmal ist es neben der obligatorischen Motivsuche eine Geburtstagsparty die auf Teneriffa lockt.
Der Mietwagen kommt wieder von Cicar, es geht alles wie gewohnt schnell und problemlos. Aus dem Augenwinkel sehe ich meinen Namen sogar auf einer Liste stehen – fein! Diesmal ist es ein fast neuer Astra mit vier Türen. Alles ist auf dem aktuellen Stand, nichts riecht diesmal nach ollem Zigarettenqualm, das macht Spaß!
Nach 60 Minuten wird im Einkaufszentrum bei Los Realejos schnell eine 500er Platte und etwas zu Essen und zu trinken gekauft. Die Platte kostet hier 89 Euro! Dann zum Kaffee hoch zu Karin und Wolfgang. Die einäugige Katze und der Haushund Schröder sind auch da. Irgendwie ist es hier schon fast wie zuhause :-) Um 17h Ortszeit – die Zeitverschiebung beträgt eine Stunde – gibt es das erste kühle Bier in der Finca San Juan.
Finca San Juan
Es ist ein verträumter toller Ort. Hier kann man die Seele baumeln lassen, es gibt heute KEINE anderen Gäste! Ein Prozedere des Eincheckens gibt es nicht. Statt die Kreditkarte vorzuzeigen gibt es ein kühles Bier in der Sonne und Smalltalk mit Jo Schlichting dem Chef auf diesem wundervollen Anwesen. Die letzten Stürme haben Teneriffa hart getroffen, aber hier hat es nur ein paar Dachziegel herunter geweht und die sind schon wieder repariert. Es gibt Geschichten über die Kanaren. In den 70er Jahren sollte es mal einen Deal mit Gran Canaria geben. Die liefern Sand für einen Strand und bekommen dafür eine Pipeline mit gutem Trinkwasser. Aber der Sand war eine Domäne von Gran Canaria. Der Sand kam dann aus der Sahara und auf Gran Canaria gibt es heute immer noch kein gutes Trinkwasser. Eine schöne Geschichte. Danach wird das Häuschen inspiziert. Es ist ein kleines toll modernisiertes Kanarisches Haus mit kleiner Terrasse, uriger Einrichtung und Blick auf das Meer – zauberhaft.
Koffer auspacken, die eben gekaufte Schokolade im Kühlschrank verstauen und die neue Festplatte auspacken. Dann das Notebook anwerfen und mit dem neuen BLOG beginnen.
Tippeditipp…
So, nun gibt es das erste Abendessen :-)
Update um 21h:
Das Abendessen war genial! Als Vorspeise gab es gegrillte Paprikaschoten die scheinbar mit grobem Salz gefüllt waren, dazu frisches Brot und Aioli – lecker! Danach dann Champignons die in einer Öltunke gebacken wurden, das alles mit frischem Knoblauch – genial! Danach dann superzarte Schweinelendchen auf Zwiebeln in einer Sauce mit Martini – der Wahnsinn! Drauf dann drei kleine Rösti – sicher selbst gemacht – wow! Als Abschluss ein Himbeer-Parfait mit einem Schuss Cointraux – göttlich!
Wenn das Frühstück morgen das gleiche Niveau hat, dann wird es für das Frühstück im Quartier 65 in Mainz schwer das beste Frühstück der Welt zu bleiben. Aber ich denke es wird auf ein Unentschieden hinauslaufen. Das Frühstück im Quartier 65 kann man einfach nicht toppen – man kann es allen falls “einholen” :-)
Nun schnell die Zähne putzen und dann ab ins Bett – es war ein langer schöner Tag! 4h Aufstehen in Mainz, 21h05 Schlafen gehen in der Nähe des Äquators – Sooo oft gibt es das nicht im Leben. Gut, dass es sooo gut ist! <|:-)
Update am 18. März
Die Nacht war lang und rückblickend vielleicht sogar traumlos, aber wer kann das schon mit Sicherheit sagen? Vielleicht waren die Träume auch einfach von minderer Qualität, so dass die Realität am Morgen den Commit verhindert hat und das Unterbewusstsein einen stillen Rollback ausgelöst hat. Hm, ich braucht doch Urlaub…
Ok, der Kopf dröhnt ein wenig, der Wein war aber gut. Dich Matratze ist ungewohnt, der Rücken gibt die entsprechenden Signale. Aber der erste Blick auf das Meer macht alles wieder gut! Das kleine Häuschen ist echt niedlich und draußen ist schon angenehm warm. Jetzt geht es unter die Dusche und danach zum Restaurant-Test.
FINCA SAN JUA versus QUARTIER 65
Das wird ein harter Zweikampf! Ich werde berichten…
Update nach dem ersten Frühstück
Es war ein harter Kampf der Titanen und es gibt keinen Gewinner, denn man kann es nicht wirklich vergleichen. Im Quartier 65 gibt es Granit und Bambus, hier gibt es Palmen und Vulkane. Im Quartier 65 einen gedeckten Tisch von archarischer Schönheit, hier ein Menü des Überflusses. Man weiß gar nicht was man zuerst essen soll, es ist einfach alles sehr gut!
Ich entscheide mich für ein klares Unentschieden! Jedes Frühstück ist für sich das mit Abstand beste der Welt.
Sodele, nun wird das Notebook mal wieder weg gepackt und dann geht es raus in die Sonne! Mit dem schwarzen Opel nach Masca und zum Punta de Teno. Zwei Klassiker die immer wieder “gern genommen werden”. Morgen dann vielleicht Taganana und Benijo? Mal sehen es sind ja noch ein paar Tage!
Hier noch schnell das erste “Bild des Tages”

Rückweg – Oder: Es fällt schwer den Hardangerfjord zu verlassen
Heute vor einer Woche sind wir auf einem Parkplatz bei Hannover aufgewacht. So schnell vergeht die Zeit. In 5 Tagen müssen wir zurück in Bonn sein. Das Reisemobil muss leer geräumt und ein wenig gesäubert werden. Am Freitag den 24. muss es dann wieder in St. Augustin beim Vermieter stehen. Schade ist das, denn wir könnten es hier sicher noch ein paar Tage aushalten. Auch wenn es gerade ein wenig geregnet hat, das Klima ist hier zumindest im Juli richtig gut. Die Wälder und Wiese sind saftig grün. Es gibt frisches Obst am Straßenrand, entspannte Menschen und diese wunderbare Landschaft.
Es fällt schwer hier wieder weg zu fahren, aber wir können ja noch einmal herkommen. Dann vielleicht mit dem Flugzeug nach Bergen und anschließend mit einem Wohnmobil in Richtung Trondheim. Das wäre sicher auch eine großartige Tour.
Der Junior ist jetzt fertig und er springt mal wieder über seinen eigenen Schatten! “BEB” ist die Aufgabe des Tages. –> Brot & Eier & Butter – ich bin gespannt ob er es hinkriegt! Kinder immer nur in Watte zu packen und ihnen stets alles abzunehmen ist dauerhaft nicht zum Vorteil der Kinder. Da haben wir uns heute morgen lange drüber unterhalten. Der Junior drückt sich gern wenn es mal um eine “Beschaffung” geht. Auf dem Campingplatz in Stavanger wollte er auch nicht so recht zum Supermarkt laufen und Eis holen. Aber dann hat er es doch geschafft und war danach ganz stolz auf sich. Ok, er wird ja bald auch 12! Jetzt versucht er ganz allein in Norwegen Brot, Eier und Butter zu kaufen. Ich bin gespannt was passiert. In Stavanger hatte ich mich auf ein dickes Magnum mit Mandeln gefreut. Es gab dann eine große Schale pures Vanilleeis und zwei Portionen Wassereis das man aus einer Pappröhre quetschen musste. Das war eine Überraschung, aber trotzdem lecker :-)
Ok, nun brenne ich uns mal “frische Musik” für die Heimreise. Nach einigen Tagen mit der “Liste der noch zu küssenden Frauen”, Tarja, Udo Lindenberg und Stoppok kann nun mal was anderes in unsere Gehörgänge eindringen.
Noch schnell ein Bild das kurz vor der Abreise am Langfoss entstanden ist.
Später mehr…
Update um 11:00
“Eier habe ich keine gefunden und ich weiß auch nicht ob das hier Butter oder Margarine ist!”
Kinder sind schon was niedliches :-) Ich konnte ihn überzeugen nochmal loszuziehen. “Can you please tell me where I can find some eggs?” – diesen Satz musste er auswendig lernen – ich bin gespannt ob er es schafft ihn anzubringen oder ob es gleich heißt – “Da gibt es einfach keine Eier. Auch wenn die anderen Leute welche gekauft haben…” :-]
Update um 13:00
Junior hat die Eier gefunden, direkt neben dem Katzenfutter. Ein paar Süßigkeiten gab es dort auch! Wir frühstücken wieder fürstlich, es gibt frisches Brot und pro Nase eine echt große Portion Rührei. Ich weiß ja, der Cholesterinspiegel, aber wir sind unterwegs und haben noch einen langen Tag vor uns. Da braucht man(n) Nervennahrung :-)
Ich habe auch mal die Duschen ausprobiert, bei mir war sie schön warm. Sicher lag es gestern daran, dass der Boiler leer war weil so viele Leute geduscht haben. Während ich warm dusche bewundere ich meinen Junior dafür, dass er gestern KALT – sorry EISKALT – geduscht hat. Während ich das Reisemobil mit Frischwasser befülle, geschieht innen mal wieder ein kleines Wunder!! Mein Junior ist echt zu gebrauchen! Papa hält draußen den Gartenschlauch und der Junior räumt das Reisemobil auf. Es wird sogar gefegt und die Fußmatte wird gesäubert. Nachdem der widerspenstige Gartenschlauch aufgerollt, gesäubert und verstaut ist, staune ich nicht schlecht. Unser Reisemobil ist kaum wieder zu erkennen. Alles ist blitzi blanki und der Junior grinst ganz breit.
Ich lobe ihn und sage “Hey Du bist ja echt zu was zu gebrauchen!” Er grinst nur ganz breit und sagt “Ich weiß!” – So macht Papa sein echt Spaß :-)
Sodele, es ist alles verstaut, Kirschen hat der Junior auch gekauft, gleich zwei Schälchen. 80 NK das Stück – ist schon teuer hier – das sind umgerechnet 10 Euro! Aber lecker sind sie!!
Ach ja, am “Badehäuschen” habe ich gelesen, dass man über eine 4 Kilometer lange Wanderung in die Berge nochmals drei gigantische Wasserfälle erreichen kann. Schade, dass wir keine Zeit haben und noch 2.000 Kilometer vor uns liegen. Wir müssen los, aber vielleicht kommen wir mal wieder und haben dann mehr Zeit. Dieser Campingplatz ist jedenfalls großartig!
Uhrenvergleich: 13h06 – Strom aus, Notebook aus, Motor an, los geht es…
Tschüss…
Kinsarvik Camping – Oder: Warum es am Fjord so schön ist
Von Stavanger Richtung Bergen
Nach dem ausgiebigen Frühstück in Stavanger geht es wieder los, Richtung Norden, dem Polarkreis entgegen. Der ist allerdings in schier unerreichbar weiter Ferne. Wir fahren kurz tanken, dann auf die E39. Es geht wieder von Mautstation zu Mautstation. Die Tunnels sind der Hammer und die Brücken auch. Links und rechts der Straße liebe urige Felsen, alles ist mit Moos bewachsen. Man sieht immer wieder das Meer, mal links, mal rechts, dann wieder überall… Die Laune ist gut und die Fahrt macht Spaß. Bis Bergen sind es etwa 200 Kilometer. Aber man muss mehrmals mit der Fähre übersetzen. Wir sind in unserem Zeitplan schon weit fortgeschritten, so dass wir beschließen uns statt einer Großstadt lieber jede Menge schöner Natur anzuschauen!
Nicht lang nach dem Verlassen von Stavanger sind wir dann am Fährhafen. Eine Nette Dame knöpft uns wieder irgendwas um die 500 NKs ab. Als wir gerade fertig bezahlt haben flitzt auf der rechten Seite ein Audi mit quietschenden Reifen los. 100 Meter später wissen wir warum, die Fähre ist bereit zum Ablegen, wir kommen als vorletztes Fahrzeug noch drauf – perfekt!
Auf der großen Fähre ist es toll, die Luft ist gut, die Sonne scheint, die Laune ist ungetrübt!! Wir richten uns auf eine längere Überfahrt ein. Doch nach gefühlten 30 Minuten sind wir schon auf der “anderen Seite”. Schnell runter zum Reisemobil, die anderen Autos starten schon die Motoren. Runter von der Fähre und weiter. Die Landschaft ist so anders als alles was ich bislang kenne. Es sieht einfach gut aus.
Zwischendurch halten wir am ein oder anderen Parkplatz an, machen Fotos was das Zeug hält und genießen ansonsten die wunderbare Fahrt. Irgendwann biegen wir dann ab auf die E134 in Richtung Nord-Osten. Es geht vorbei an ungezählten Radaranlagen. Wir kämpfen uns durch die Mautstationen, durch Tunnels und über atemberaubende Brücken. Was für ein Land.
Die Straße wird irgendwann enger. 80 Km/h sind erlaubt, aber nicht immer möglich., zumindest nicht mit diesem Schaukeldings. Die LKW fahren verdächtig dicht auf und die die uns entgegenkommen lassen mir immer mal wieder den Atem stocken. Dann ein kleiner Stau. In einer Rechts-Links-Kombination hat es einen dicken LKW zerlegt. Er liegt samt Anhänger auf der rechten Seite im Graben. Gut, dass es nicht 50 Meter später passiert ist, dann wäre er in den Abgrund gestürzt. Der Fahrer steht mit Signalweste und betretenem Gesicht am Straßenrand und versucht die anderen Autos vorbei zu lotsen damit nicht noch mehr passiert. Dann kommt die Polizei. Der LKW ist wohl mit dem rechten Vorderrad von der Straßenkante abgerutscht. Dann hat es das ganze Monstrum zerlegt. Die Zugmaschine ist krumm wie eine Wurst. Mein Sohn macht instinktiv zwei Fotos und zieht den Sicherheitsgurt enger! Sich im Wohnmobil anzuschnallen ist keine schlechte Idee!
Nach einigen Stunden dann rechts ein Schild, dass auf den Langfoss hinweist. Von diesem fünftgrößten aller Norwegischen Wasserfälle habe ich in einem der Reiseführer gelesen. Kurz danach geht es voll in die Bremse und dann auf den Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Es ist etwa 18h, die meisten Touristen sind schon weg. Schnell die Kameras aufbauen und losknipsen was das Zeug hält.
Junior stiefelt durch die Unterführung und kommt später total begeistert zurück. “Das ist sooo cool, da kannst Du direkt vor dem Wasserfall stehen!!!” Wir gehen zusammen hin! Die Luft ist voller kleiner Wassertröpfen, der Lärmpegel fast wie auf dem Flughafen. Diese Wassermassen begeistern. An einem Felsen teilt sicher der Wasserfall, mitten dring stehen wie auf einer Felseninsel ein paar Nadelbäume. Das sieht echt Cool aus! Ich fühle mich an Kumpel Thomas erinnert. Er war auch mal hier, es ging ihm ähnlich – jedenfalls beim ersten und zweiten Wasserfall! Nach zwei Wochen konnte er sie nicht mehr sehen – ich bin sehr gespannt ob es uns ähnlich geht.
Eine Nacht am Langfoss
Nach vielen hundert Fotos, die eigentlich alle doof sind, gibt es Basmati-Reis mit einer indischen Curry Sauce. Es gibt ein kleines Vater Sohn Quizz – “Sag mal, hast Du eigentlich eine Idee wo Curry herkommt? Wächst der An Bäumen? Gibt es Curry-Schoten??” Junior kommt nicht gleich drauf – die Auflösung des Rätsels sorgt aber für eine gewisse Überraschung! Das Curry schmeckt jedenfalls gut. Die Kochecke mit den drei Gasflammen klappt prima. Es wird ein ruhiger Abend, kein WLAN, keine 220 Volt, nur Papa und Sohn. Wir spielen wieder Mensch ärgere Dich nicht. Mal wird der Papa vernichtend geschlagen, mal fliegt Juniors schwarzes Männchen kurz vor dem Ziel aus der Umlaufbahn. Wir haben Spaß und spielen immer weiter. Später geht der kleine Mann ins Bett und schläft gleich ein. Papa macht dann ein paar Stunden Fotoquatsch am Langfoss. In der Dunkelheit kann man tolle Bilder machen. Leider habe ich nur AF-S Linsen dabei. Die haben keinen fixen Anschlag für “Unendlich”. Es ist schwer bewölkt, man sieht keinen Mond, einige wenige Straßenlaternen beleuchten spärlich die Szenerie. Ich friemle mit Taschenlampe und Blitzlicht herum. Die D300 steht auf dem Stativ. Alle paar Sekunden muss ich mit einem Taschentuch die “Linse putzen”. Die Luft ist eben voller kleiner Wassertropfen.
Schließlich gebe ich auf und wende mich der anderen Seite des Fjordes zu. Ein paar Langzeitbelichtungen, wechselnde Blenden, alles bei 30 Sekunden Belichtungszeit. ISO-200, ISO-250, ISO-320, ISO-400… Irgendwann passt es ganz gut. ISO-320, Blende 5,6 und 30 Sekunden. Der automatische Weißabgleicht taucht die Vorschaubilder in ein mystisches Blau. Dann kommt mir die Idee mal einige der Pflanzen im Vordergrund mit der Taschenlampe anzuleuchten. Hey, das sieht cool aus. Danach werden sie angeblitzt, auch ganz nett. Dann stelle ich mich selbst mal vor die Linse und blitze mich diabolisch drein blicken von unten nach oben an. BÖSE sieht das aus!! Aber wir sind schließlich im Land des Black Metal – da muss man auch mal böse aussehen!!
Dann die Idee mit der Intervallblitzerei – ist auch eine nette Variante für nächtlichen Fotoquatsch. Man lässt das Blitzlicht bspw. zweimal pro Sekunde blitzen, das ganze dann 30 Mal. Läuft man 15 Sekunden mit dem Blitzgerät in der Hand vor der Kamera herum. Anschließend ist man 30 Mal auf dem Bild. Sieht witzig aus!
Um 2h ist dann Schluss, ich bin todmüde. Im Reisemobil gebe ich mir den letzten Rest des wunderbaren Rotweins den mir Herr Schreeb vor der Abreise geschenkt hat. Der Stoff ist wirklich gut. Da hat es Schneiders Ursprung wirklich nicht leicht!! Noch die Zähneputzen und dann dem Rauschen des gewaltigen Wasserfalles lauschen. Ich kann nicht wirklich einschlafen, der Kaffee aus der kleinen “Kaffeemaschine” die ich mir im Karstadt in Hamburg Harburg gekauft habe ist so heftig, der hält mich einen ganzen Tag lang kerzengerade :-) Irgendwann klappt es dann doch.
Wach werde ich im am nächten Morgen um 9h. Die Wolken sind alle weg und die ersten Sonnenstrahlen linsen oben über den Berg. Der Langfoss ist nach Osten gelegen, morgens liegt er also voll im Gegenlicht. Eigentlich kann man ihn nur abends von der gegenüberliegenden Seite des Fjordes gut fotografieren. Die Ansichtskarten im kleinen Souvenirladen bestätigen dies ein wenig später.
Ich habe keine Ahnung wie man auf diese Seite kommt, aber es ist auch nicht so wichtig, es bleibt eh keine Zeit mehr für diese Exkursion. Am nächsten Freitag muss das Reisemobil ja um 12h wieder beim Vermieter sein.
Also gibt es erst einmal eine ordentliches “Männerfrühstück”. Pro Nase zwei große Rühreier auf Graubrot. Schön in Butter gebraten mit ein wenig Knoblauchsalz. Papa nimmt noch ordentlich würzige Speckwürfel dazu – lecker! Dazu gibt es Limo mit Lemon-Geschmack. Vater und Sohn können beide einen mächtigen Rülpser tun, es kommt zum Wettbewerb. Dann erzählt Leon, dass es bei seinem Freund Linus mal eine spezielle Limo gab von der man besonders gut rülpsen konnte. “Du Papa, da konnte ich das Alphabet bis zum L rülpsen!” Der Papa liegt unter dem Tisch, das Alphabet durchrülpsen, das hat er auch noch nicht gehört. Es dauer eine halbe Stunde bis er wieder richtig trinken kann ohne gleich wieder los zu kichern. Ok, es gibt noch einen “Da steh ich senkrecht Kaffee”, dann abwaschen, duschen und los geht es.
Sightseeing
Kaum sind wir gestartet sehe ich ein kleines nachgebautes Wikingerschiff an einem kleinen Anleger abseits der Straße. Ich treten voll in die Bremse und es geht über geschotterte Wege bis zu diesem schönen Fotomotiv – wow!
Danach das Reisemobil auf den engen Wegen zu wenden ist gar nicht so einfach, aber ich bin schon gut in Übung. Es geht weiter, von einem Tunnel in den nächsten. Zwischendurch nette Ladies an freundlichen Mautstationen… Dann der Latefoss auf 3h – genial. Der Parkplatz ist rappelvoll, überall asiatisch aussehende Menschen die sich gegenseitig vor diesem majestätischen Naturwunder ablichten. An Parken ist nicht zu denken, jedenfalls nicht mit einem 7.04 Meter langen Reisemobil. Kurz drauf ist aber eine kleine geschotterte Parkbucht, das passt. Wir laufen zurück und machen wieder mindestens 100 langweilige Wasserfallfotos. Die Dinger sind echt spröde, zumal sie alle im Gegenlicht liegen. Aber egal, es ist schön sie einfach mal gesehen zu haben.
Kurz drauf wieder ein Wasserfall und wieder einer und noch einer. Dann ein Gletscher, ein Wasserfall, eine Gletscher… Rechts neben der Straße gibt es immer wieder kleine Stände mit einem Geldkassette und einigen Schälchen frischer Kirschen. Irgendwann sind auch wir überzeugt und werfen artig 30 NK in die Schatulle. Die Kirschen sind göttlich, wir verspeisen sie an einem Parkplatz direkt am Wasser.
Ich lege den zweiten Rollfilm in die alte Rolleiflex. Drahtauslöser und Stativ drangeschraubt und los geht es den Fjord entlang. Sohnemann knipst mit der D60 an anderer Stelle jeden Stein. Wir haben Spaß! Blende 11, 1/125s, Fuji Provia 100 – 12 BILDER PRO FILM…
Gegen 18h kommen wir dann in Geila an. Da gibt es den Kinsarvik Campingplatz. Den hatten wir uns am Vorabend zwischen Reis und Würfeln aus dem Campingführer heraus gesucht. Hart in die Bremse und scharf rechts. Wir kriegen gleich einen Platz, die Nacht kostet 300 NK. Strom und Wasser gibt es auch, für 10 NK kann man 5 Minuten duschen. Ich nötigen meinen kleinen Mitreisenden endlich mal Wasser an seinen Körper zu lassen. Wir kaufen ein paar Duschmarken und ich setze ihn bei der Duschen ab. Sie sind alle voll, er muss also warten, und das ALLEIN! Schließlich soll er ja mal groß und selbständig werden. "Papa, wo muss ich die Münzen denn reinstecken?” “Keine Ahnung, ich habe den Automaten auch noch nicht gesehen, finde es heraus!!” Dann geht der Papa weg und Junior wartet artig mit Handtuch und Duschgel auf einen Timeslot.
Während sich der Junior der Körperpflege hingibt versucht der Vater das USA-Notebook in WLAN zu hängen. Erst erwischt er das falsche, dann klappt es mit dem richtigen WLAN auch nicht. Der Empfang ist scheinbar zu schlecht. Beim 19 oder 20 Verbindungsversuch kommt Junior zurück, mit nassen Haaren! Er ist glücklich weil er auch diese Aufgabe gemeistert hat. Doch das Wasser hat er nicht warm bekommen. Also wurde kalt geduscht – nur die Harten kommen in den Garten – RESPEKT!
Papa wandert schließlich mit dem Notebook rüber zur Rezeption, da klappt es dann mit dem WLAN. In den Mails wartet nichts böses. Ein ungutes Gefühl bleibt trotzdem. Vorgestern gab es einen Anruf der Hausverwaltung, nebenan gibt es einen Wasserschaden. Ich mache mir Sorgen, denke an die Waschmaschine, überlege ob ich alles zu gedreht habe… Ich wandere wieder zum Reisemobil, die Verbindung ist wieder weg. BLOGGEN ist manchmal ein kleines Abenteuer. Also erst einmal “offline” schreiben, Bilder einfügen und dann später "Veröffentlichen”.
Ok, das war’s heute! Morgen geht es auf kleinen Straße in Süd-Östlicher Richtung nach Oslo. Dann beginnt unser “Abstieg” zurück nach Bonn.
Hier noch ein Blick vom Campingplatz hinunter in den Fjord.
Der erste Einkauf – Oder: Warum es hier so schön ist
Die erste Nacht in Stavanger war trotz Campingplatz ruhig und erholsam. Um 9h weckt uns die Sonne, sie versucht es schon seit mehr als fünf Stunde. Aber wir schlafen wie zwei Steine. Nach dem Zähneputzen versuche ich mich mal wieder mit der kleinen Dusche in unserem tollen Reisemobil. Das Gefährt hängt seit mehr als zwölf Stunden am 220 Volt-Netz. Ich hoffe, dass es warmes Wasser gibt. Leider Fehlanzeige, aber ich bin danach echt wach! Scheinbar funktioniert der 30 Liter Boiler nur mit Gas. Ich sollte mal die Bedienungsanleitung lesen, aber es gäbe so viel zu lesen. Wir haben zwei dicke Reiseführer und was weiß ich alles dabei. Wann ich das alles lesen soll weiß ich gar nicht so recht. Irgendwie ist es aber auch schön sich ein wenig überraschen zu lassen. Das Gas ist jetzt aufgedreht, vielleicht kann ich gleich mit heißem Wasser spülen.
Nach dem Duschen stelle ich fest, dass die in Hamburg Harburg gebunkerten Lebensmittelvorräte sind weitgehend aufgebraucht sind. Während sich der Junior mit einem Buch im Bett räkelt wandere ich ein wenig am See entlang, schaue den Joggern zu und grinse beim Hinhören in die nordische Verbalkommunikation. Der kleine Laden ist auf der anderen Seite der Hauptstraße die direkt am Campingplatz vorbei führt. Aber es gibt einen Lärmschutzwall und viele Bäume, eigentlich merkt man nichts davon, dass wir hier mitten in einer Großstadt und nicht in einem einsamen Naturschutzgebiet sind. Im Laden riecht es nach frischem Brot. Gleich am Eingang ist eine Theke, dahinter kann man die Bäcker an den Öfen sehen. Ich meditiere ein wenig durch den kleinen Supermarkt. Die Lebensmittel haben hier lustige Namen und ich habe Spaß daran zu erraten was in den Verpackungen wohl sein könnte. Es gibt Eier, Käse, Nudeln, Reis, Nudelsauce, Sauce für den Reis, Brot, Getränke, Süßigkeiten, der kleine Einkaufswagen füllt sich zusehends.
Zurück am Reisemobil gibt es ein echtes Männerfrühstück. Zwischen Spiegelreflexkameras, Notebooks und Stativen essen wir Rührei mit Speck, frisches Brot, Tomaten und gönnen uns als Nachtisch eine Mousse au Chocolat. Dann kurz bloggen und nun überlegen wir wie es heute weiter geht…
Eigentlich ist es hier viel zu schön um hier wieder weg zu fahren :-)
Bis bald!
Von Grimstad nach Stavanger – Oder: Abseits der Hauptstraßen ist es noch schöner
Nachdem ich mich auf der Jagd nach der perfekten Abendstimmung so kräftig auf die Nase gelegt habe tat während der Nacht der rechte Ellenbogen echt weh. Auch die rechte Hüfte hat es erwischt. Also wurde “links” geschlafen und das ging bis 10h ganz gut :-)
Dann gab es ein kleines leckeres Frühstück, unsere Vorräte an Roggenbrot, Eiern und Käse sind nun erschöpft. Morgen müssen wir mal wieder was einkaufen. Aber ich habe ja jetzt ein paar Kronen und somit sollte das alles kein Problem darstellen. Nach dem Frühstück ging es erst einmal 50 Meter weiter zum Wasserhahn! Die erste Neubefüllung unseres Frischwassertanks war notwendig. Das war kein Problem, im Stauraum des Reisemobils ist ein langer Gartenschlauch und am Toilettenhäuschen gibt es einen Wasserhahn. Der war geschickter Weise sogar mit einem “Rüssel” versehen auf den unser Gartenschlauch prima passt. Nach ein paar Minuten sind frische 120 Liter Wasser gebunkert. Noch den Schlauch säubern, aufrollen und los geht’s. Huch, wo ist der Zündschlüssel? Mist, ich habe mich ausgesperrt. Der Schlüssel steckt noch im Deckel des Wassertanks und der liegt im Stauraum auf dem Karton mit unseren Einkäufen. Was tun? Yeah, das Auto ist noch offen – Gott sei Dank! Man kann das Bet anheben, dann kommt man von oben an den Stauraum und mit einem langen Arm kann man den Schlüssel angeln, wir sind gerettet!
Los geht es über die winzige Zufahrtsstraße auf die Autobahn in Richtung Stavanger. Man kann nicht viel falsch machen, es geht immer gerade aus und es ist alles gut ausgeschildert. Die Norweger bauen ganz emsig an der Autobahn. Immer wieder befahren wir ganz nagelneue Teilstücke und das Frau NAVIGON ist sichtlich irritiert. Die beste Meldung des Tages gibt es bei Tempo 100 auf einer schnurgeraden Autobahn: “Sie befinden sich in einer Sackgasse, bitte wenden sie!” – Manchmal ist es gut sich nicht auf die Technik zu verlassen :-) Aber dafür werden alle Radarfallen mit hoher Präzision angekündigt und derer gibt es hier echt viele!!
Alle 30 Minuten gibt es eine Mautstation, wir halten immer bei “Manual”, da sitzt meist eine nette Dame die unsere Kreditkarte entgegen nimmt. Irgendwie finde ich die Vignetten in der Schweiz und Österreich echt praktischer! Vor der Abfahrt hätten wir uns wahrscheinlich via ADAC diesen Autopass oder wie das Ding heißt organisieren können. Damit könnte man einfach weiterfahren, aber da ich bis kurz vor Abreise noch gearbeitet habe ist mir auch das durchgerutscht. Aber so ist das eben wenn mal als totales Greenhorn ein neues Land erkundet. Das war in den USA so und ist hier nicht anders.
Ach ja, in den USA hatte ich meine liebe Mühe mit den unterschiedlichen Zapfsäulen, dieses Problem setzt sich hier vor. Es scheint sich um eine interkontinentale Zapfsäulenverschwörung zu handeln!! An den meisten Tankstellen kann man mit Kreditkarte zahlen, doch sind die Anweisungen in der Regel ausschließlich in norwegischer Sprache. Man muss da schon gut raten! Teilweise muss man einen PIN eingeben, teilweise nicht. Manchmal bestätigt man mit OK, ab und zu muss man auch auf “Klar” drücken – ist klar – oder?
Wir lassen uns jedenfalls von den Mautstationen nicht abschrecken und fahren einen Kilometer nach dem Anderen auf den Tachometer. Mittlerweile sind es 2.000 Kilometer – das sieht nach einer kräftigen Nachzahlung aus – echt ärgerlich!!
Zwischendurch passieren wir mehrere Mautstationen, einige sind unbesetzt und es gibt nur einen Automaten. Alle nehmen Kreditkarten, doch jeder ist anders. Mal muss man die Karte in einen kurzen schmalen Schlitz stecken, mal muss man sie durch einen langen senkrechten Schlitz ziehen. Alles ist wunderbar beschrieben, auf Norwegisch…
Egal, die Landschaft ist einfach grandios, wir fahren über hohe Brücken, von einem Tunnel in den nächsten, über Flüsse und ganze Fjorde hinweg. Alles ist saftig grün und ein paar Regentropfen begleiten uns immer mal wieder. Dann eine kleine Parkbucht, es regnet. Aber egal, meine D300 ist inzwischen eh total zerschunden, die paar Regentropfen werden sie nicht gleich töten. Später eine weitere Gelegenheit…
Nachmittags um 17h sind wir ziemlich platt und parken direkt neben einem tollen See der von bewaldeten Bergen umrahmt ist. Traumhaft schön ist es hier, leider donnern ständig die LKWs an uns vorbei und es beginnt dann auch noch stärker zu regnen. Wir verspeisen unsere letzten Fischkonserven und alles was wir noch so im Kühlschrank finden. Gut gesättigt spielen wir ein paar Runden “Mensch ärgere dich nicht” – Ich verliere fast immer – aber ich ärgere mich nicht – es macht dem Junior spaß und das ist es was zählt!
Später regnet es immer schlimmer. Die LKWs sind laut und die Regentropfen hämmern auf die Oberlichter des Reisemobils. Ich kann bei dem Lärm nicht schlafen, außerdem ist es erst 19h. Ein Blick auf die Karte, dann ein wenig an Frau NAVIGON herumgefingert und uns wird klar, es geht über die 42 auf die 44 und dann auf “Landstraßen” nach Stavanger. Es sind nur noch 60 Kilometer – also nix wie los. Nach einigen wenigen Kilometern verlassen wir die Autobahn die hier allerdings nur einspurig ist und eher mit einer Deutschen Bundesstraße vergleichbar ist. Es geht links auf die Straße 42 in Richtung Süden. Die Landschaft ist famos, es ist der totale Wahnsinn, ich bin richtig aus dem Häuschen. Es sieht hier einfach irgendwie unwirklich schön aus, fast wie auf einem dieser kitschigen Phantasy-Poster. Leider kann man mit dem dicken Wohnmobil nirgendwo anhalten. Also gibt es keine Fotos, ich muss die Eindrücke biometrisch aufzeichnen…
Nach einer halben Stunde sind wir am Meer, was für eine Küstenlandschaft. Ich verstehe immer mehr warum Douglas Adams sich eine Figur namens Slartibartfast ausgedacht hat, die er in seinem Buch “Per Anhalter durch die Galaxis” als Designer der Küste Norwegens vorstellt! Der gute alte Slarti hat die echt ganze Arbeit geleistet, ich bin restlos begeistert. Immer wieder gibt es kleine Buchten, mit verlassenen alten Häusern darin und einen abendlichen Wolkenhimmel wie man ihn sich schöner nicht wünschen kann. Doch ich kann nicht anhalten, links und rechts sind überall Leitplanken und hinter uns fährt ein LKW und eine Schlange hübscher bunter PKWs…
Irgendwann dann doch ein Parkplatz und eine nette kleine Bucht direkt neben uns.
Dann wieder eine Mautstation – hier??? Wir sind gar nicht auf der Autobahn??? Ok, wo ist der Schalter für “Manual” – hmm – es gibt ihn nicht – wir stehen vor einem Automaten der nur Münzen nimmt. Alles was ich an Münzen habe ist ein 5 NK Stück – das Wechselgeld am Campingplatz. Ich werfe es mal rein, der Automat will weitere 45 NK – das ist ja nicht viel – ich würde es auch gern zahlen – ich habe sie nur leider nicht! Scheine gehen nicht, Kreditkarten auch nicht – Mist! Alles auf Norwegisch – ich drücke den ein oder anderen Knopf, plötzlich wird die Ampel grün – wir fahren los – aber ein ungutes Gefühl bleibt… Ein paar Minuten später wieder eine Mautstation, wir fahren einfach bei “Autopass” durch – die anderen machen das auch und im Zweifel gibt es ein Strafmandat. Ein paar Minuten später wieder eine Mautstation, mich plagt das schlechte Gewissen. Wir nehmen erneut den Münzautomaten. Ich werfe mal ein paar Euronen ein, die passen ihm nicht, schließlich drücke ich den Knopf der beim vorletzten Mal die Ampel grün gemacht hat, klappt hier auch wieder, aber es sieht aus als würden wir fotografiert…
Einige Minuten später sind wir dann in Stavanger. Wir folgen dem Navi, wir haben eine Adresse eingegeben die so klingt als wäre dort der zentrale Campingplatz. Genau diesen sehen wir kurz darauf. Frau NAVIGON will uns 1.1 Km weiter fahren lassen aber wir biegen einfach ab und ignorieren ihren Protest. An der Rezeption eine junge total nette Lady die richtig gut Englisch spricht. Es klappt bestens, wir bezahlen 190 NK für den Stellplatz und weitere 30 NK für das WLAN-Passwort. Das WLAN ist im Haupthaus, es ist WPA-verschlüsselt und das Kennwort ist prekestolen. Ich hoffe sehr, dass hier keine preke gestohlen wird und bin froh, als nach dem Parken des Reisemobils das Notebook tatsächlich eine Internetverbindung herstellen kann.
Während der Papa fleißig BLOGt und seine E-Mails beantwortet schaut sich der Junior MIB II an. Später dann noch Wild Wild West. Urlaub mit dem Papa ist cool, man kann essen was man will, anziehen was man will, schlafen wann man will und sofern es Strom gibt darf man DVDs anschauen so lange man will :-) Mein Kind wäre ich gern gewesen…
So, nun aber langsam ins Bettchen – es ist 23h41…
Norwegen 2009 – Oder: Urlaub im Königreich der Gummistiefel
Prolog
Nach den wunderbaren Wochen im Februar und März im Südwesten der USA steht nun eine Reise in den hohen Norden auf dem Programm. Zum Geburtstag gab es im April einen Büchergutschein, der wurde gleich in einen Reiseführer über Norwegen umgesetzt. Und weil es so schön war, noch einen Bildband und noch einen Reiseführer und noch einen Bildband… Daheim beim Anschauen der neuen Lektüre wurde schnell klar, dass ich da einfach ganz dringend mal hin will :-) Ein Vater & Sohn Trip wäre mal wieder wunderbar. Kurze Zeit später wurde dann auch zusammen mit dem Sohnemann ein Wohnmobil besichtigt und ohne großartig weiter Ausschau zu halten spontan gebucht.
Damit fingen die ersten Bauchschmerzen an! Im Rahmen der Anzahlung etc. wurde mir klar, dass die Dinge im Leben gibt, die man nicht gleich verstehen soll. Dazu gehören Mobilfunktarife und die Tarife für das Mieten von Wohnmobilen! Zur täglichen Miete kommt noch eine Bereitstellungspauschale hinzu. Dann noch eine Reinigungspauschale falls man das große Ding nach der Reise nicht noch einen ganzen Tag über selbst putzen will. Mietet man bei einer Autovermietung wie beispielsweise SIXT einen PKW hat man mit der Reinigung nichts am Hut. Für mich war ein Wohnmobil bisher nichts anderes als ein SIXT-Fahrzeug – nur ein Großes! Leider ein teurer Irrtum! Zu den erwähnten Pauschalen kommt hinzu, dass bei einer Reisezeit von 14 Tagen “nur” 3500 Kilometer enthalten sind. Jeder weitere Kilometer schlägt dann mit 0,30€ zu buche. Ab dem 15. Tag sind dann alle Kilometer enthalten. Auf meine Anfrage ob ich den Wagen nicht einen Tag länger mieten kann gab es dann die Antwort, dass man das Fahrzeug während der Hauptreisezeit nur wochenweise mieten kann. Also 14 oder 21 oder 28 Tage – usw. Ok, ich würde das Auto für 15 Tage bezahlen, es nach 14 Tagen zurück bringen um im Gegenzug alle Kilometer inklusive zu haben. Auf diese Anfrage hat der kulante Vermieter dann erst gar nicht mehr reagiert. Während ich das hier schreibe sind wir gerade auf einem schönen Campingplatz in Südnorwegen, in der Nähe von Grimstad. Der Weg hierhin war weit, fast 2.000 Kilometer! Würden wir heute umkehren, müssten wir schon 0.30€ * (2000 + 2000 – 3500) = 150€ nachzahlen. Aber wir sind längst noch nicht am Ziel, eigentlich soll es ja hoch bis Bergen gehen. So wie es aussieht werden also bei Abgabe des Wohnmobils mehrere hundert Euro “Strafe” fällig!
Bei SIXT mietet man ein Auto bspw. um 17h und bringt es am nächsten Tag um 17h zurück – das ist dann ein Tag. Bei diesem Wohnmobil ist das anders! Man kann es frühestens um 17h abholen und zwar an einem Freitag! Zurück muss man es um 12h bringen – am Freitag nach 7, 14, 21, 28.. Tagen. Schließlich wird das Fahrzeug ja nahtlos an den Folgemieter übergeben und der will es ja frisch gereinigt übernehmen! Für uns bedeutet das, dass wir eigentlich schon am Donnerstag zurück sein müssen, damit wir es am Freitag rechtzeitig schaffen das ganze Ding wieder leer zu räumen. Töpfe, Tassen, Teller und was man sonst noch alles braucht sind nämlich nicht enthalten. Bettwäsche gibt es auch keine…
Irgendwie war ich am Abholtag also nicht ganz glücklich. Um 16h war ich beim Vermieter und musste erst einmal lernen, dass ich da ein Reisemobil und kein Wohnmobil gemietet habe! Auch musste ich lernen, dass man 650 Euro Kaution zu zahlen hat und zwar in BAR! Die hat man ja jederzeit gerade mal so in der Hosentasche. Mit Mühe und Not kriege ich sie gerade so zusammen. Die Unterweisung in den Gebrauch dieses Reisemobils dauert eine gute Stunde. Mein Auto kann ich auf dem Gelände auch nicht abstellen, aber an der Straße ist ja viel Platz. Leicht angesäuert parke ich mein Auto also an der Hauptstraße und erwäge für das nächste Mal diesen Anbieter aus Köln Wesseling zu kontaktieren. Da sind 15 Tage kein Problem, alle Kilometer sind inklusive, man kann den eigenen PKW auf einem bewachten Gelände abstellen und weitere Nickeligkeiten scheint es nicht zu geben. Auf dem Heimweg schwöre ich mir Besserung. Beim nächsten Mal nicht einfach das erst beste Angebot annehmen, sondern lieber ein wenig schauen was es sonst noch gibt. Aber man lernt aus seinen Fehlern.
Pünktlich um 17h ist dann auch der Sohnemann abmarschbereit. Wir packen alles ein was wir so finden und was wir zu brauchen glauben.
Um 18h30 geht es dann endlich los.
On the road again
Der Ärger über die Fehler beim Anmieten des Reisemobils sind schnell vergessen. Das Ding fährt ganz ordentlich, schaukelt aber kräftig und es knarzt und klappert an allen Ecken und Enden. Endlich auf der Autobahn angekommen wird es langsam ruhiger. Wir fahren in die Nacht hinein, die Laune ist gut, unser Ziel scheint zu Greifen nahe. Auf der A2 dann Ernüchterung. Wir sind nicht die einzigen Urlauber auf dem Weg in den Norden. Es geht nichts mehr. Eine Stunde stehen wir im Stau bis wir endlich an der 1900 Meter entfernten Abfahrt die Stautobahn verlassen können. Danach wird es auch nicht besser, es sind schon andere auf die gleiche Idee gekommen. Es geht im stockenden Schritttempo voran. Das Reisemobil hat keine Automatik, das ganze Anfahren und Bremsen nervt. Schier endlos erscheinende Stunden später sind wir wieder im Spiel, auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg. Wir sind so müde, dass wir uns auf einem der etwas größeren Parkplätze niederlassen.
Das Bett ist schnell gebaut und nach einem kleinen Snack geht es dann ins Bett. Wir schlafen erstaunlich gut und erstaunlich lang. Am nächsten Morgen sieht die Welt wieder ganz rosig aus. Wir fahren weiter bis wir wieder im Stau stehen. Wir sind kurz vor Hamburg, es geht wieder nichts mehr. Das nervt total! Wieder runter von der Autobahn, wir kurven mit dem großen Reisemobil durch Hamburg Harburg. Dann links ein LIDL, davor eine freundliche echt große Parkbucht, perfekt! Wir packen das Auto voll mit allem was uns im Laden ins Auge springt. Kurz drauf machen wir noch einmal halt. Ich finde eine Post, kann einen Brief einwerfen der seit Tagen nach einer Briefmarke lechzt und im Karstadt alles einkaufen was wir vergessen haben. Teller, Schälchen, Tassen, Becher und und und… Das Reisemobil ist wie ein edler Picknickkoffer, aber leider ein LEERER. Ausgestattet mit wunderbarem blauen Plastikgeschirr geht es weiter. Irgendwann sind wir wieder auf der Autobahn in Richtung Lübeck. Es wird langsam dunkel und wir beschließen in Grömitz zu übernachten. Da ist es immer wieder schön und es ist nicht weit weg.
Plötzlich sagt das schöne neue NAVIGON mal wieder “Die Route wurde aufgrund der aktuellen Verkehrslage geändert.” Na prima, wir verlassen die Autobahn. Das haben wir schon mehrfach durch exerziert, es klappte immer recht gut. Doch diesmal sind wir Sekunden später schon wieder auf der Autobahn, der gleichen Autobahn, leider in der verkehrten Richtung! Ich verstehe die Welt nicht mehr, sollen wir nun wirklich 34 Kilometer zurückfahren?? Ich werde wütend… Dann nur einige weinige Kilometer später sollen wir erneut die Autobahn verlassen, ich willige ein. Es geht links rechts, links rechts, schließlich sind wir wieder auf der Autobahn, in der richtigen Richtung, nun ein Ausfahrt früher. Ich schüttle innerlich den Kopf bin aber froh, dass es nur ein Exkurs und keine 70 Kilometer Umweg waren wie zunächst befürchtet.
Im Abendlicht erreichen wir Grömitz und finden gleich hinter dem Deich einen Parkplatz. Der kostet 7,50 Euro – in MÜNZEN. Die haben wir nicht, also gibt es je ein Stück Kuchen, einen Cappuccino und ein Malzbier in der Strandbar auf der anderen Seite des Deiches. Danach haben wir Wechselgeld. Am Ende unserer kleinen Strandwanderung fliegt dann ein Rettungshubschrauber über unseren Köpfen ein und landet direkt vor unserer Nase. Im Schwimmbad neben dem Parkplatz hat es sich wohl ein Drama zugetragen. Wir sind froh, dass es uns gut geht und wandern zurück zu unserem Reisemobil.
Dort angekommen würden wir gern noch ein kleines BLOG schreiben und unsere frischen Bilder anschauen. Doch keine der Kneipen in der Nähe des Parkplatzes hat eine Steckdose – MIST…
Ohne Strom nix los
Das soll noch eine Weile so weitergehen. Bei der Besichtigung des Wohn… sorry Reisemobils wurde mir gesagt, dass es kein Problem wäre abends mit zwei Notebooks einen Photoshop-Kurs für den Junior zu machen. Leider hatte die nette Dame vergessen zu erwähnen, dass man dafür einen externen 220 Volt Anschluss benötigt. Das erklärt auch die Kabeltrommel im Stauraum…
Wir haben vier Fotoausrüstungen und drei Notebooks dabei. Leider fast alles ohne Strom! Genial vorbereit sind wir…
Eines der Ladegeräte für AAA-Akkus läuft auch auf 12 Volt, nur finden tue ich es nicht – grummel…
Das nagelneue NAVIGON funktioniert prima, nur hat das USB-Kabel einen Wackelkontakt! Immer wieder fällt die Stromversorgung aus und das Ding läuft auf Batterie. Ständig fingere ich an diesem doofen Kabel herum. Ich fühle mich an die Geschichte mit der teurer Kaffeemaschine aus dem MediaMarkt erinnert. Warum habe ich ausgerechnet dort auch noch dieses NAVI gekauft?? Hätte ich mir denken könne, dass es wieder ein Problem geben wird…
Wir sind in Dänemark – und schon in Schweden
Nach der Nacht hinterm Deich geht es über wunderbare Straßen unter “Vermeidung von Autobahnen” auf einer “Schönen Route” nach Odense. Die Laune ist gut, das Wetter sehr schön. Plötzlich ist die Straße zu Ende und wir stehen an einem Fährhafen. “Der Straße bitte 23 Kilometer folgen” sagt die nette Frau NAVIGON. Ja welcher Straße denn?? Eine nette dänische Lady nimmt uns die Skrupel, wir dürfen auf die Fähre, solange wir 475 Dänische Kronen zu zahlen breit sind. Sind wir, und es geht sogar mit Kreditkarte! “Bitte folgen Sie dem Straßenverlauf 23 Kilometer…”
Die Überfahrt auf der Fähre ist schön und ich bin eigentlich ganz froh, dass wir etwa 100 Kilometer gespart haben. Wieder am Festland angekommen geht es ganz entspannt weiter in Richtung Stockholm. Irgendwann erreichen wir eine gewaltige Brücke. Am Ende eine Mautstation. Wir werden wieder zur Kasse gebeten. Gut, dass ich eine Kreditkarte habe, das erleichtert vieles. Die Fahrt über diese Brücke war allerdings auch atemberaubend. Eine weile später geht es in einen gewaltigen Tunnel unter dem Meer hindurch, wow. Danach wieder hoch hinaus auf eine weitere atemberaubende Brücke. Danach wieder eine Mautstation, dann sind wir in Schweden!! Juchu, wir sind in Schweden!
Gut gelaunt umrunden wir Malmö und fahren etwa 50 Kilometer später in Richtung Meer. Wir finden einen netten kleinen Parkplatz direkt hinter den Dünen. Unsere dritte Nacht wird langsam zur Routine. Morgens gibt es wieder Rührei auf Graubrot. Dazu einen Banane oder einen Joghurt, ganz lecker und hoffentlich nicht zu ungesund :-) Das beste Frühstück der Welt, das es im Quartier 65 in Mainz gibt, vermisse ich trotzdem. Abends mache ich mir eine der beiden Weinflaschen auf die mir Herr Schreeb vor meiner Abreise geschenkt hat. Sie ist köstlich und ich bin froh, dass ich im Gegensatz zur USA-Reise diesmal eine richtiges Weinglas dabei habe!!
Durch Schweden nach Oslo
Die Fahrt durch Schweden zieht sich fast endlos hin. Wir durchqueren schier endlose Getreidefelder, es geht vorbei an kleinen bunten Holzhäusern. Nach ein paar Stunden wird es langsam bergig, die Landschaft ändert sich. Schließlich sind wir an der Grenze nach Norwegen. Wir haben unsere Ausweise bereit, aber wir werden einfach durch gewunken. So einfach kann das sein…
Etwa 100 Kilometer vor Oslo sehen wir rechts der Autobahn einen schönen kleinen See. Wir nehmen die nächste Ausfahrt und finden einen richtig tollen Rastplatz direkt an diesem See, unsere vierte Nacht – diesmal schon in Norwegen.
Morgens geht es weiter in Richtung Larvik an der Südküste Norwegens. Wir lassen Oslo einfach links – sorry – rechts liegen. Die Fahrt zieht sich hin wie ein Kaugummi. Die Landschaft ist teilweise grandios, aber wir können nirgendwo anhalten. Die Mautstationen sind fast so zahlreich wie die Radaranlagen. Die Kreditkarte wird schließlich gar nicht mehr verstaut sondern nur in die Hemdtasche gesteckt, man braucht sie eh bald wieder. Vor jeder Radaranlage sagt Frau NAVIGON “Achtung Gefahrenstelle” – sehr praktisch!
In Larvik angekommen finden wir weder eine Bank noch einen Campingplatz. Die Dusche in unserem Reisemobil klappt prima, ebenso die Warmwasseraufbereitung für den täglichen Abwasch. Leider ist der 120 Liter Frischwassertank nun schon fast leer und wir würden auch gern mal die Akkus unserer Notebooks aufladen um unsere ersten Bilder anzuschauen. Auch wären ein paar Nordische Kronen nicht verkehrt…
Endlich ein Campingplatz
Im Reisemobil findet sich ein alter abgewetzter Campingführer. Da finden wir einen Campingplatz der eine ganz nette Beschreibung hat. Der Weg nach “Marivold” ist aber nicht ganz so einfach. Zwischendurch zweifeln wir so sehr, dass wir umkehren. Doch falsch gedacht, der Weg war richtig! Als wir den Campingplatz endlich gefunden haben geht es irgendwann auch ans Bezahlen und das klappt leider weniger gut als an den Tankstellen, Fähren und Mautstationen. Meine Kreditkarten funktionieren hier nicht und außer ein paar Euro habe ich keine weiteren Zahlungsmittel dabei. Die EC Karte geht auch nicht, was tun? Ok, es gibt keine Alternative, mit dem 7 Meter langen Reisemobil zurück oder die abenteuerlich enge Zufahrtsstraße. 8 Kilometer später sind wird dann in Grimstad. Nach einem kurzen Smalltalk in der örtlichen Post habe ich eine Idee wir ein Geldautomat sein könnte, Minibank nennen die das hier. Süß war auch, wie sich die drei durchaus adretten jungen Postladies beraten haben, wie man denn wohl eine Ampel auf Englisch nennt? Ok, die Traffic Lights sind schnell gefunden und kurz drauf habe ich satte 5000 NK (Nordische Kronen) in der Hosentasche – welch ein Reichtum!
Damit kann ich dann endlich die 295 NK für die Nacht auf dem Campingplatz bezahlen. Für einen EURO gibt es etwa 8,3 NK – diese Nacht ist nicht wirklich billig – aber wir haben endlich Strom für die Notebooks. Während der Papa hier gerade sein BLOG schreibt, schaut sich der Sohn “Superman Returns” an – echter Männerurlaub!
Wir sind auf einer Halbinsel, um uns herum ist nur Wasser und nichts als Wasser. Gleich nach dem Hauptfilm schnappen wir uns unsere Fotoapparate und dann schauen wir mal was es hier so alles zu sehen gibt.
Update am nächsten Morgen
Die Nacht war wieder ruhig und lang. Gut erholt stelle ich fest, dass sich das Pflaster – sorry, der Wundschnellverband am rechten Ellenbogen gelöst hat. Bei der kleinen Abendexkursion war einer der großen Feldbrocken am Meer so glitschig, dass ich mich volle Kanone auf die Klappe gelegt habe. Mit sicher abenteuerlich verzerrtem Gesichtsausdruck und der D300 nebst großem Objektiv auf dem Stativ auf der rechten Schulter rutsche ich einen dicken Felsbrocken herunter. Unten angekommen tut einfach alles weh. Das Bein, die rechte Hüfte, der rechte Arm. Der schöne Kuschelpulli ist total versaut, das rechte Hosenbein komplett mit grünem Schmodder überzogen. Die Gegenlichtblende hat das 1400€ teure Objektiv gerettet, aber dabei hat sie ihr Leben fast gegeben. Sie ist gebrochen, lässt sich aber noch aufsetzen. Gut, dass der Krams versichert ist!
Zurück am Reisemobil wird der Pulli gewaschen, es ist der einzige den ich dabei habe! Das Material nimmt viel Wasser auf, gemeinsam wringen wir bis die Hänge schmerzen und das Ding ist immer noch schwer und nass. Eine Wäscheleine haben wir auch nicht, also wird er wunderbar über den rechten Außenspiegel drapiert.
Im Reisemobil kommt dann das Verbandszeug zum Einsatz das ich daheim noch schnell eingepackt habe – keine dumme Idee!! Wir essen und trinken noch etwas, schauen noch die Fotos an die wir kurz zuvor gemacht haben, dann geht es um etwa 23h ins Bett. Wir sind total erledigt und schlafen wie zwei Steine. Kurz vor dem Einschlafen freue ich mich noch über die schönen Fotos…
Scenic Flight – Oder: Der Abschied fällt schwer
Gut erholt und ausgeschlafen beginnt mein Tag heute erst um kurz nach acht. Es wird herumgetrödelt was das Zeug hält, schließlich beginnt mein Rundflug erst um 13h – falls das Wetter heute mitspielt! Also kurz in die E-Mails schauen – das geht mal wieder nicht weil der Router wieder streikt. Kurz Gegenprobe mit dem iPOD – der kriegt es auch nicht hin – es liegt also nicht an Windows Vista! Irgendwann klappt es dann doch, scheinbar hat einer der Angestellten die missliche Lage bemerkt und den Router neu gebootet.
Während ich noch in Unterhose herum turne und dabei bin meine Koffer zu packen, bin ich erstaunt welches Maß an Chaos ich in der Lage bin in nur vier Tagen zu verbreiten :-) Plötzlich klopft es heftig an der Türe, dann öffnet sie sich auch schon und das Zimmermädchen gibt mir zu verstehen, dass ich mich doch bitte beeilen soll. Es ist schon 9h und sie will endlich das Zimmer aufräumen. “Ok, give me some minutes please!” Sie geht wieder und schüttelt den Kopf, keine Ahnung warum – Die Unterhose ist weitgehend weiß und kommt ohne florale Muster daher und Comics sind auch keine drauf. Diese unseeligen Zeiten sind Gott sei Dank lange vorbei :-)
Jedenfalls spornt solch ein Kopfschütteln ungemein an. Das möchte man(n) nicht öfter als einmal pro Tag erleben. Also den Turbogang einlegen. 15 Minuten später ist alles im Auto verpackt, es gibt noch einen Kaffee in der Lobby – natürlich aus einem Styropor-Becher! Aber dafür mit Kuhmilch aus einer Gallonenplastikflasche. Natürlich ist das voll das Geplempere und ich muss erst einmal den halben Frühstücksbereich trockenlegen. Diesmal schütteln die Anwesenden nicht den Kopf, sie grinsen von einem Ohr zum anderen. Ein Tag der so beginnt kann nur gut werden!
Nach dem zweiten Kaffe verabschiede ich mich und fahre mal rüber zum Staudamm. Vielleicht komme ich ja runter auf den Damm und kann dort eine paar schöne Fotos machen! Die Reise ist kurz, 10 Minuten später stehe ich wieder bei der Sicherheitskontrolle. Alles neue Gesichter – prima! Ich muss meine Kamera in eine weiße Plastikschale legen – das passt irgendwie gar nicht und mir rutscht ein “Oh, the box is too small!” heraus. Der Sicherheitsbeamte findet das gar nicht witzig und entgegnet mit tiefer bestimmter Stimme “Your camera ist too big!” – Ok, die Fronten wären damit geklärt. Ich greife links in die Weste und angle das Fisheye-Objektiv heraus. Dann in die rechte Innentasche, das 12-24mm Weitwinkel ist dran. Die Blicke verdüstern sich. Dann noch das Portemonnaie und ab durch die Schleuse. Die piepst richtig laut los. –> Leibesvisitation – schon wieder! Ich muss den Gürtel aus der Hose nehmen, den Klick für das GPS abmachen, die Schuhe ausziehen und mein Gürteltäschchen mit den Traveller Cheques und den Kreditkarten ausräumen. Irgendwann glauben sie mir, dass ich nichts böses im Schilde führe und den Damm auch nicht mit meiner Kamera in die Luft sprengen will. Ich darf eintreten! Im Kino gibt es zwei tolle Filme die ich noch nicht kenne und ich bin total beeindruckt welche Leistung die Erbauer dieses Dammes vor mehr als 50 Jahren erbracht haben!
Nach dem zweiten Film ist es ungefähr 10h45 und ich habe noch reichlich Zeit. Der Himmel ist wolkenlos und es gibt nur mäßig viel Wind – wahrscheinlich perfekte Bedingungen für meinen Scenic Flight! Ratlos stehe ich vor dem Aufzug. Kein Knopf zum Drücken nichts. Nur ein Schloss! Es schwant mir, dass man da nicht allein runter darf sondern nur in Begleitung Erwachsener! Eine kurze Frage beim nächsten Security-Employee bestätigt diese Vermutung. Ich muss mich der “Tour” anschließen. Die nächste Tour geht aber erst um 12h15 – das ist zu spät! Also schnell ein paar Knipsbilder an der Mauer der Rückseite des Visitor Centers und ab zum Safeways. Dort angekommen ist es nach Zwölf und der Hunger meldet sich. Die Roastbeef-Sandwiches sind lecker und es gibt auch was zu trinken!
Nach einem kleinen Spaziergang und einer Auseinandersetzung mit einem mir bislang unbekannten Geldautomaten trudle ich um 12h50 beim Page Airport ein. Ich werde schon erwartet und es gibt ein nettes kleines Schwätzchen. Dann die Frage wo ich denn rumfliegen möchte. Ich habe keine Ahnung! Ok, der Pilot geht mit mir zu einer großen Karte und erklärt mir seinen Vorschlag. Starten, Runde über den Lake Powell, dann den Staudamm anschauen, Horseshoe Bend, Lees Ferry, dann weiter zum Grand Canyon. Hier ein Stück an der südlichen Kante entlang fliegen, nicht alles, der Canyon ist mehrere hundert Kilometer lang! Dann wenden und wieder zurück zum Navajo Mountain, die Rainbow Bridge anschauen und dann noch ein paar alte Häuser die in Höhlen im Fels hinein gebaut sind.
Das klingt nach einem Plan!
Ok, wir gehen raus auf den “Parkplatz” Dort gibt es ein kleine Einweisung, dann wir der Stopper für das Seitenfenster demontiert, damit ich es jederzeit zum Fotografieren öffnen kann. Die Kameras werden klar gemacht! Die Hosentaschenkamera für eine paar kurze Video-Sequenzen, die F5 mit 28-70mm für Dias mit Velvia 50, die F100 mit 60er Macro für Negative mit Ektar 100 und die D300 mit 70-200mm Telezoom. Nach einer kurzen Pflichteinweisung weiß ich, dass ich keine Bratwurst essen darf und was sonst alles nicht erlaubt ist. Der Pilot war früher während seiner Militärzeit in Traben Trabach stationiert. Er spricht ein paar Worte Deutsch. Sein liebstes Wort ist “Schätzchen”. Ich kriege einen speziellen Kopfhörer mit Mikrophon aufgesetzt, damit können wir uns dann über die Gegensprechanlage unterhalten. Der Fotorucksack liegt geöffnet und griffbereit auf den linken Sitz hinter uns. Die D300 auf dem Boden, die F5 habe ich um den Hals und mit der S600 wird gefilmt. Das alles muss einen echt skurrilen Eindruck machen, aber der Pilot lässt sich nichts anmerken! Kurzer Plausch mit dem Tower, ich kann alles mithören. Ich habe sogar einen Steuerknüppel und eigene Pedale. Nur anfangen könnte ich damit nichts!
Dann rollen wir zum Start, der Pilot ist sowas von lässig – das kann man nicht in Worte fassen. Dann wie Wende, ein paar Hebel ziehen und es geht vorwärts, einige Sekunden später sind wir auch schon in der Luft. Der Flug macht Spaß und ich darf das Seitenfenster zum Fotografieren öffnen wann immer ich will, prima! Als wir am Horeshoe Bend vorbei sind ist der Diafilm in der F5 schon voll. Also versuchen wir es jetzt mal mit der D300 und dem Tele. Das Ding ist nicht wirklich lang, aber in dieser Situation doch zu lang! Das Fenster flattert im Wind und selbst ohne Gegenlichtblende kann man kaum fokussieren weil der Wind so heftig an diesem dicken Rohr arbeitet. Also weg damit und das geliebte 17-55er drangemacht! Das nette Live-View-Feature kann man auch vergessen – ich bräuchte dafür einen 90° Spiegel! Mit dem kurzen Zoomobjektiv bin ich aber gut ausgestattet. Die F5 liegt jetzt hinten, ich habe die F100 und die D300 um den Hals. Bei der Einweisung hat mich der Pilot noch drauf hingewiesen bloß keine Kamera aus dem Fenster zu werfen!
In der Maschine wird es langsam unerträglich warm. Auch habe ich den Eindruck, dass die Atemluft mit Abgasen angereichert ist. Es riecht echt fies und muffig und beim ständigen Blick durch den Sucher passiert genau das was der Pilot schon vor Tagen vorhergesagt hat “Some people get crazy in their stomach!” Mir wird übel – richtig übel! Wir sind gerade 20 Minuten in der Luft – ich werde gefragt ob wir umkehren sollen – NEIN BLOSS NICHT! GEHT SCHON… Dann nochmal der Hinweis des Piloten, dass oben rechts in der Verkleidung im blauen Umschlag ein Kotztüte steckt! Dann der sagt “Try to avoid it, I will cost you 25 bucks! That’s we pilots life from!” Aha, also lieber nicht kotzen – ich nehme die Tüte trotzdem mal in die Hand und versuche tief durch zu atmen und mich auf den gut sichtbaren Horizont zu konzentrieren. Doch der Pilot zeigt mir ein tolles Ding nach dem anderen. Ich knipse doch wieder drauf los. Danach mit schwitzigen Händen an der Kotztüte festhalten. Solange ich nicht durch den Sucher schaue geht es einigermaßen. Zwischendurch muss ich das Fenster mal ein wenig öffnen, es hat sich schon angemeldet… Aber alles geht gut, irgendwann liegt dann leider die Kotztüte unter dem Sitz und genau in diese Augenblick die Ansage “It’ll get a little bumpy now!” Oh je was mache ich bloß, dann kommen wir an dem kleinen Überhang mit den Häusern darunter vorbei. Ich versuche ein paar Bilder zu machen, es geht aber nicht mehr. Beide springen wir auf den Sitz bei jedem Luftloch ein wenig rauf und runter. Der Pilot zieht seinen Gurt strammer. Mir geht es dreckig ich fingere unter dem Sitz herum, irgendwo muss diese blöde Tüte doch sein. Dann die Frage ob ich alle Fotos habe oder ob er die Runde nochmal drehen soll? “Well, I feel a little seasick – can we fly home to the page airport, please?” “Ya shure!” Ich bin also bald erlöst. Kurz das Fenster öffnen, durchatmen, ein paar Fotos machen, mit dem Brechreitz kämpfen, nach der Tüte fingern, Fenster auf, Knipsen, fingern…. Nach zwei Stunden sind wir wieder am Boden. War das ein Erlebnis! Beim Zusammenpacken meiner Fotosachen ist mir immer noch schlecht.
Später beim Bezahlen bin ich froh, dass es dort eine kalte Pepsi aus dem Automaten gibt! Der Spaß war nicht billig, aber ich habe drei Filme belichtet und etwa 1100 digitale Knipsbilder gemacht. Ich bin gespannt ob ein oder zwei schöne Bilder darunter sind! Es muss immer ganz schnell gehen, das Flugzeug kann nicht anhalten sonst fällt es runter. Alles ist in Bewegung, es windet wie die Hölle, das Fenster flattert im Wind und die Turbulenzen machen es fast unmöglich die Kamera parallel zum Horizont zu halten. Außerdem ist ständig das rechte Rad oder ein Flügel im Bild!
Nach der Bezahlerei gibt es noch einen netten Plausch, wir tauschen E-Mail-Adressen aus und ich kann auf meinem iPOD kurz die Bilder zeigen die ich in den letzten Wochen in der FC hochgeladen haben. Der Sonnenaufgang über den La Sal Mountains kommt gut an und macht Eindruck. Danach ist meine Stimmung wieder gut! Es war das Erlebnis des Urlaubs! Ohne den Brechreiz wäre es genial gewesen, so war es eine echt coole neue Erfahrung :-)
Wieder im Auto geht es dann los. Wohin? Keine Ahnung? Las Vegas, Zion? Mal sehen… Um 20h lande ich dann in einem kleinen Motel in Mesquite. Es sind noch zwei Zimmer frei, alle anderen Hotels und Motels bei denen ich es versucht habe waren ausgebucht. Das Zimmer ist nett, riecht aber voll total fies nach Jahrzehnte altem Zigarettenqualm! Echt schwer eklig! Das WLAN-Problem gibt es auch hier. Das Motel hat kein eigenes WLAN. Schließlich finde ich ein WLAN, das wir aber kurz drauf abgeschaltet. So blogge ich erst einmal in Blaue hinein und hoffe, dass ich es irgendwann doch noch veröffentlichen kann. So ganz gelöst ist das mit dem “Überallnetzwerk” noch nicht…
Morgen geht es dann die letzten 100 Kilometer nach Las Vegas, direkt zum Flughafen. Das Geld das ich heute beim Hotel und im Casino gespart habe kann ich dann im Sommerurlaub ausgeben :-) Das Zimmer muss bis 11h geräumt sein. Der Flieger geht um 16h50 – ich habe also alle Zeit der Welt! Trotzdem bin ich ein wenig frustig, dass die fünf Wochen so schnell vergangen sind. Ich muss echt noch mal wieder hierher kommen. Vielleicht im Herbst?
Hier die Trackanalyse:
3D Höhenmodell des Rundfluges – das Fähnchen markiert den Airport:
Im 2D Höhenmodell sieht man in der ersten Hälfte zwischen den beiden Fähnchen das Profil des Fluges. Danach dann ein paar alte Wegpunkte an denen ich mit dem Auto auf dem Weg in Richtung Las Vegas vorbei gekommen bin.
Ja, da habe ich heute in der Zeit in der das GPS eingeschaltet war ganze 746 Kilometer zurück gelegt. Morgen werde ich das toppen! Die Akkus sind im Ladegerät und ich bin sehr gespannt ob das GPS in der Boing in der Lage ist den kompletten Track nach Hause aufzuzeichnen…
Ok, eine gute Nacht erstmal!
Update vom Flughafen in Las Vegas um 14h45
Hier ist die Diashow!
The day before tomorrow – Oder: “Some people get crazy in the stomach”
Überraschung am Morgen
Endlich mal wieder ein Tag ohne Sunrise-Stress :-) Ausschlafen bist der Arzt kommt, dann mit dem Notebook im Bett sitzen und in den E-Mails blättern – perfekt! Und dann die große Überraschung, der Tilman hat mein Foto vom Mesa Arch für die Galerie der Fotocommnity vorgeschlagen! Das freut mich sehr und ich muss gleich mal schauen was da so los ist. Bereits am Morgen haben schon über 600 Mitglieder das Foto angeschaut. Die Meinungen gehen wie immer auseinander, ich bin gespannt wie das Voting ausgeht, morgen oder übermorgen werden wir es wissen :-)
Endlich wieder Frühstück
Zum Frühstück bin ich diesmal allein bei Denny’s. Es schmeckt ganz gut und ich probiere mal die Variation mit den kleinen Würstchen! Während ich an meinem Kaffee schlürfe, der richtig heiß ist und der samt Milch in einer richtigen Tasse serviert wird, fällt mir auf, dass sogar hier die blauen Kunstledersitzpolster mit hellblauem Klebeband geflickt sind.
Am Airport
Nach dem Frühstück schaue ich mir ein wenig Page an, ganz amerikanisch mit dem Auto bei 5 Meilen pro Stunde :-) Nachdem sich die konzentrischen Kreise am Flughafen verdichten stehe ich so um 11h am Schalter und habe einen ausgiebigen Schnack mit einem vielleicht 60 jährigen total netten Piloten. Er ist früher viel für National Geographic geflogen, kennt die Gegend wie seine Westentasche und rät mir am Morgen zu fliegen “It is much smoother in the morning!” Dann lobt er noch sein Flugzeug und ich erkläre ihm, dass ich noch nie mit sowas kleinem geflogen bin. Die Reservierung machen wir dann klar. Morgen um 9h treffen wir uns dann am Page Airport. Ich werde berichten!!
Cottonwood Road
Nach diesem schönen Erlebnis geht es gut gelaunt auf die Cottonwood Road. Dort will ich mir noch die “Narrows” anschauen. Der Weg dorthin ist weit und holprig. Aber ich bin inzwischen so an dieses Auto gewöhnt, es macht mir nichts mehr Angst. Wenn ich an die erste Erkundungsfahrt in Richtung Wave-Trailhead am 23 Februar denke – da bin ich noch wie eine lahme Ente durch die Schlaglöcher gekrochen. Damals habe ich mich gewundert warum mich die anderen Autos alle überholen. Inzwischen überhole ich die neu hinzugekommenen “Anfänger”. Heute war ich auf der üblen Cottonwood Road sicher nicht langsamer als ein Berufspendler aus Gelsenkirchen auf der A430 am Montagmorgen! :-)
Die Wanderung im Canyon neben der Straße ist sehr schön, aber nicht überwältigend. Es gibt ein paar schöne Ecken, aber nichts was ein echtes Highlight wäre. Schön war es, nach ein paar hundert Metern gleich die Mieter des roten Geländewagens zu treffen neben dem ich kurz vorher geparkt hatte. Ein Ehepaar aus Banff in Kanada. Sie erzählen, dass sie gern hier her kommen und schon vor mehr als 30 Jahren ihre erste Raftingtour auf dem Colorado River gemacht haben! Alle Achtung – dagegen bin ich mit fast 45 Jahren ein echt junger Hüpfer! Nach gut einer Stunde entspannter Plauderei geht es dann weiter. In den Ohren stecken meine Bose Ohrhörer, in der Weste der iPOD. Der spielt gerade meinen neuesten iTUNES Download von Big & Rich im Repeat-All-Mode. Ist ganz witzig, ich habe meine Urlaubsmusik gefunden! Und hier ein ganz witziger Link zu meiner derzeit präferierten Wandermusik!
Als ich am Ende des Canyons angekommen bin finde ich sogar einen Trailhead. Gerade trudeln Peter und seine Frau ein. Sie sind gut im Training, wir schwatzen eine ganze Weile und gehen dann gemeinsam den Weg zurück den ich schon gekommen bin. So kann ich wenigstens nicht verloren gehen! Als wir unsere E-Mail Adressen austauschen wollen hat niemand was zu schreiben dabei. Erst später fällt mir ein, dass ich doch den iPOD in der Tasche gehabt hätte! Irgendwo in diesem verschlungenen Canyon trennen sich dann unsere Wege. Ich mache noch ein paar Fotos und die treten den Rückweg an. Als ich dann im Auto auf dem Rückweg nach Page bin kommen die beiden gerade an ihrem Auto an. Also kurz anhalten und doch noch die E-Mail Adressen austauschen! Es ist schon toll wie unkompliziert die Menschen hier sind. Manch wollen mich gleich adoptieren, so süß finden sie es, dass ein einsamer Wanderer aus der alten Heimat ganz allein hier unterwegs ist um Land und Leute ein wenig kennen zu lernen. Das macht langsam aber sicher richtig Spaß.
Tipp
Wer kontaktfreudig ist und hier schnell viele Leute kennen lernen möchte, der hängt sich einfach einen Fotoapparat um den Hals, ziehst sich Trekkingklamotten an und setzt sich beispielsweise einfach im Arches Nationalpark oben am Delicate Arch hin. Wenn man dann noch einen Stapel Visitenkarten dabei hat, kennt man am Abend eine Menge neuer Leute! Alternativ kann man sich auch früh morgens an den bekannten Beauty Spots aufhalten – da lernt man dann Fotofreaks aus aller Welt kennen.Ich denke oft an Benedict Yang, den ich am Mesa Arch im Canyonlands NP kennengelernt habe. Er hat mir seine Karte gegeben und sich dafür entschuldigt, dass seine Webseite auf koreanisch ist. Ok, mein BLOG ist leider auch nur in Deutsch verfasst… Er hat dann aber den schönen Satz gesagt “Ok, you can take a look at my pictures. They are a kind of an universal language!” Ist doch nett, Fotografien sind eine “Universelle Sprache”. Das muss ich mir merken!Und damit die Menschen was von meinem BLOG haben, die mein Deutsch nicht verstehen, füge ich jetzt noch ein paar universell verständliche Sprachelemente ein :-)Eines dieser Sprach-Elemente ist beispielsweise dieses hier!
Das Bild zeigt eine von drei (ehemals vier) Bierflaschen die ich eben aus meinem Kühlschrank geholt habe! Dieses Elektogerät hat es trotz einer fast lächerlichen Stromversorgung geschafft, zwei von vier Bierflaschen fast komplett einzufrieren! Das ist AMERIKA! Heute morgen beim Frühstück war schon die Klimaanlage eingeschaltet. Ich habe beim Frühstück gefroren, das muss man erst einmal nachmachen! Das erste Bier das ich mir eben geöffnet habe war eines der beidem gefrorenen Exemplare.
Das Leserrätsel
Ihr glaubt nicht was passiert ist, die Flasche ist sowas von übergeschäumt… Vielleicht kann mit einer der Leser erklären welcher physikalische Effekt dies bewirkt. Man nimmt also eine Flasche Corona und unterkühlt sie bis sich ein Eiskern gebildet hat, der in einer dünnen Schutzschicht aus noch flüssigem Bier schwimmt. Warum friert Flaschenbier eigentlich von Innen nach Außen ein? Eine zweite Frage! Ok, wenn man die so unterkühlte Bierflasche nun öffnen bilden sich viele kleine Bläschen am Eiskern und der Flasche entweicht dann ein Parfait aus Bierschaum. Warum ist das so?
Tipp für Frauen
Mein Tipp für alle Frauen die hier eine Restaurant aufsuchen wollen: Egal welche Jahreszeit es ist dort immer eiskalt! Also einen Pullover oder ein anderes wärmendes modisches Accessoire mitnehmen – unbedingt!Das war’s heute – “Good night and good luck!”
Rudelknipsen am Mesa Arch – Oder: Everybody is trying to get the perfect shot
Heute fiel das frühe Aufstehen nicht leichter als gestern. Um 6h15 war dann aber alles gepackt. Koffer, Fressalien, Knipsereien – alles im Auto! Und los geht’s. Dunkel ist es, nach ein paar Kilometern überhole ich einen Fahrradfahrer! Etwa auf Höhe des Eingangs zum Arches Nationalpark ist er bei 36° Fahrenheit mit Kopflampe auf dem Rennrad unterwegs. Es gibt nicht nur dicke und faule Amerikaner! 36° Fahrenheit sind etwa 2° Celsius – unausgeschlafen fühlt sich das bei Wind dann an wie -10°C – bibber. Den Weg zum Canyonlands National Park kenne ich inzwischen. Später werde ich überrascht feststellen, dass es einen zweiten Eingang gibt und der ist fast 80 Kilometer entfernt! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Dieser Park hat ZWEI Eingänge im Abstand von 80 Kilometern! Es gibt Leute die sich das in vier Stunden anschauen und dann denken sie hätten alles gesehen! Ich habe in den beiden Tagen nur ein wenig an der Oberfläche gekratzt. Diesen Park richtig zu erkunden würde sicher viele Wochen dauern. Aber man kann dort echt coole Off Road Touren machen! Die Adventure Company in Moab bietet Touren mit einem umgebauten echten Hummer an. Das Ding sieht aus wie eine Touristenfalle – da wo eigentlich die Ladefläche ist sind zwei Sitzreihen zu je 4 Personen montiert und davor dann noch die Kuschelecke für die beiden frisch Verliebten. Ob das Spaß macht weiß ich nicht – aber die Jungs die das veranstalten kennen sich sicher gut aus und um mal einen Überblick zu bekommen ist es vielleicht nicht schlecht. Danach kann man sich dann ein ATV (All-Terrain-Vehicle) mieten und selbst auf Entdeckungsreise gehen. Damit dabei nichts anbrennt sollte man sich ein Handy organisieren das auch im “Outback” funktioniert und ggf. zusätzlich eines der preiswerten Walkie-Talkies vom Walmart.
Jo, ich bin also rechtzeitig 10 Minuten vor Sonnenaufgang mit vollem Rucksack und großem Stativ am Mesa Arch. Wer ist vor mir da – eine ganze Horde fotosüchtiger Profis und Amateure – ich bin der letzte und werde ein wenig verspottet. Nix Early Bird und so – “You’re late!” grinsen sie mich an! Ich zeige stolz min GPS und präsentiere dessen Voraussage für den Sonnenaufgang an diesem Geopunkt zu diesem Tage – es kehrt andächtige Ruhe ein… Und, es stimmt perfekt! Auf die Minute genau erhebt sich die Sonne hinter den La Sal Mountains! Das Gerangel um die besten Plätze ist längst entschieden – ich habe verloren! Also versuche ich mir etwas längerer Brennweite zwischen den Rücken der Early Birds hindurch einen Blick auf den Mesa Arch zu erheischen. Rechts von mir steht ein bulliger Typ mit dicker Winterjacke, sein linker Ellenbogen ragt immer wieder ins Bild. Links ein etwas älteres sehr nettes Paar ganz aus der Nähe. Er links außen, sie direkt vor meinem linken Fuß. Beide haben eine Nikon D200 und ein original Nikon 12-24mm Weitwinkel. Die Stative sind die gleichen, die Kabelauslöser auch. Lustig ist. dass sie immer wieder überhaupt nicht klar kommt und ihr Mann total angenervt reagiert. Es klingt so als würde er denken “Warum hast Du das nicht daheim mal geübt und warum hinderst Du mich jetzt daran das Foto zu machen mit dem ich berühmt hätte werden können!” Die Situationen ähneln sich. Ich sitze oft daheim mit meinen Kameras auf dem Sofa und spiele solange damit herum, bis ich alles im Schlaf bedienen kann. Wenn es dann drauf ankommt muss schließlich jeder Handgriff sitzen.
Die meisten Frauen bringen für derart männliche Beschäftigungstherapie in der Regel wenig Verständnis auf. Mann und Frau sind da echt total verschieden. Während ER beim Spielen mit dem Equipment vom ultimativen Foto träumt sieht SIE den Staub in den Ecken und ärgert sich, dass die Mülltonne wieder überquillt. Beides ist sicher legitim – aber eben doch grundverschieden!
So gibt es links neben mir jedenfalls fast einen Ehekrach während der Typ rechts neben mir mit rechteckigen Grauverlaufsfiltern experimentiert. Als sie ihm das zweite mal in den Sand fallen weil die Handschuhe so dick sind ist er auch leicht gereizt. Ich knipse derweil was das Zeugs hält. Jede Einstellung wird 18 Mal abgelichtet. Jeweils zwei 9-fache Belichtungsreihen von ganz dunkel bis ganz hell. Beim zweiten Mal halte ich einen Finger so vor das Objektiv, dass er die Sonne verdeckt. Ist die Sonne bspw. oben rechts im Bild würden sich sonst in der unteren linken Bildecke starke farbige Reflektionen an den Linsenoberflächen bemerkbar machen. So kann ich später mit Photoshop aus jeweils zwei Bildern eines machen – ein Bild dass das Beste aus beiden Welten enthält. Hat man das dann noch in unterschiedlichen Belichtungsstufen, kann man sich mit Photoshop ein Bild zusammen montieren in dem die Sonne ein weißer Punt statt eines riesigen weißen Kleckses ist und in dem es statt großer schwarzer Flächen wenn auch dunkle, so doch sichtbare Details gibt. Der Typ rechts neben mir ist total irritiert, dass ich immer so viele Bilder mache und dann noch einen Finger vor die Kamera halte. Das kann er überhaupt nicht verstehen. Nachdem er sich eine Weile gewundert hat fragt er schließlich was dieser Blödsinn soll. Ich zeige ihm einfach die 18 unterschiedlichen letzten Bilder und er versteht es sofort! “Ah, that’s a pretty cool trick!” Danach versucht er es auch – die Grauverlaufsfilter liegen kurz drauf wieder im Sand. Sein Finger ist zu dick – er hält ihn auch direkt an die Frontlinse. Es gibt eine kleine Einweisung – eine Minute später hat er es drauf und ist glücklich wieder was gelernt zu haben.
Rechts neben ihm sind derweil zwei total professionell aussehenden Asiaten zugange. Sie benutzen Großformatkameras. Nach jedem “Schuß” wird ein neues Stück Planfilm samt Aluminiumcassette in die Kamera geschoben. Die Fotorucksäcke der beiden sehen aus wie Kindersärge. Die beiden kommen mir bekannt vor, später erkennen wir, dass wir uns gestern am Delicate Arch schon mal gesehen haben.
Mit der Bewegung der Sonne kommt auch Bewegung in das Rudel der Sonnenanbeter. Stativ hin, her, hoch, runter, vor, zurück, mal stolpert einer über mein Stativ, mal über ein anderes. Es ist ganz witzig. Alle sind über 40 und benehmen sich wie die kleinen Kinder vor dem Weihnachtsbaum. Das muss was mit Glück zu tun haben!
Und hier sind die drei auf die schnelle groß zusammen geklickte Bilder vom morgendlichen Rudelknipsen. Sie sind fern ab von dem was ich mir wünschen würde – aber als erstes Ergebnis doch ganz ansprechend. Daraus kann man noch was zaubern! Wie fragte doch einer der beiden Koreaner – “Are you a Photoshopper?” – Ja, ich bin ein Photoshopper – auch wenn es nicht unbedingt dieses Programm zu Bildbearbeitung sein muss – Photoshopper ist eher ein Sammelbegriff für 95% der Leute die beispielsweise in der Fotocommunity ihre Bilder zeigen. Da ist fast alles geschummelt. Aber was soll’s, wenn es gut geschummelt ist, dann ist auch doch legitim.
Hier nun die Wanderung der Sonne zwischen 7h25 und 8h15…
Als das Schauspiel vorbei ist, sind nur noch die beiden Asiaten und ich übrig. Sie kommen aus Südkorea. Einer heißt Benedict Yang und spricht so gut englisch, dass wir uns fast fließend über Fotografie unterhalten können. Diese Vokabeln habe ich drauf, aber im Subway einen Sub des Tages zu ordern, das macht mich hier immer wieder total fertig! Statt dass sie mir einfach ein Stück Brot belegen gibt es tausend Gegenfragen, welches Brot, welcher Käse, welche Sauce, welcher Salat, warm machen, mitnehmen… Das ist die Hölle! Mit einem Südkoreaner über Fotoequipment zu fachsimpeln ist da viel einfacher. Irgendwann ist raus, dass ich aus Deutschland komme. Ahh, Deutschland – er hat ein Berlebach Holzstativ – das kommt aus Deutschland! Ok, ich habe eine Carbonstativ aus China! Er hat ein Objektiv schon Scheider Kreuznach – das kommt auch aus Deutschland. Ok, meine Nikon kommt (vielleicht) aus Japan. So geht das weiter, schließlich holt er noch seine kleine Leica aus der Hosentasche – auch aus Deutschland. Wobei ich mir sicher bin, dass diese Leica nicht in Deutschland hergestellt wurde – aber das werde ich noch herausfinden :-)
Schließlich machen wir noch ein paar Gruppenfotos und er gibt mir seine Karte. www.betterpicture.net – dort gibt es seine Bilder – schön sind sie!!
Wieder am Parkplatz sind unsere Autos die beiden letzten. Kurz noch ein Abschiedsfoto mit meiner F5 die gerade auf der Rücksitzbank liegt und da sind sie auch schon weg. Sie haben sich einen echt riesigen schwarzen Allradwagen gemietet. Der Kofferraum ist brechend voll mit Alukisten, Stativen und sonstigem Zubehör – die Jungs geben alles! Das sind die echten Enthusiasten!
Ich mache mich auf in Richtung Süden. Vor mir liegen 7 Stunden einsamer Highway, Tempomat und Country Musik! Ein Lied spielen sie derzeit immer wieder. Es ist ganz witzig – im Refrain singt eine kernige Männercombo “Save a horse – ride a cowboy!” Was damit wohl gemeint ist? Und das im prüden UTAH! Die Zeiten ändern sich…
Zwischendurch halte ich immer mal wieder an weil es rechts des Weges einen schönen See gibt, der im Hintergrund von einem verschneiten Gebirge eingerahmt wird. Toll ist es hier! Einen Abstecher beim berühmten “Mexican Hat” gibt es auch noch.
In Page angekommen steuere ich direkt das Rodeway Inn an – warum experimentieren wenn es dort ok ist? Das Zimmer kostet inkl. aller Steuern 45 Dollar pro Tag. Ich buche erst einmal zwei Nächte. Als alles ins Zimmer geschleppt ist gehe ich mal rüber zum Touristenbüro und frage nach einer Bootsfahrt zum Rainbow Arch, dem Heiligtum der Navajo Indianer. Die Touren gibt es nur Freitag, Samstag und Sonntag. Was tun? Ich entschließe mich nach kurzer Denkpause die verfügbare große Tour am Freitag zu buchen. 7,5 Stunden auf dem Lake Powell in einem richtigen Schiff. Dazu ein Dinner, hoffentlich schönes Licht und zwischendurch ein kurzer Fußmarsch zu einem der schönsten Natursteinbögen die Amerika zu bieten hat! Der Spaß kostet knapp 150 Dollar, ich kann am Freitag mit Kreditkarte zahlen. Um 8h30 ist das Treffen im Hotel an der Wahweap Marina. Da gibt es eine kurze Einweisung, da wird die Kohle eingestrichen und um 9h soll es dann losgehen. Prima!Zurück im Motel verlängere ich dann nochmal um zwei Tage! Ich bin also bis Samstag morgen in Page! Ich werde am Samstag versuchen so früh wie möglich loszukommen um am östlichen Eingang des Zion National Parks die Wanderung zu unternehmen die Wolfgang mir kurz vor seiner Abreise so wärmstens empfohlen hat. Danach geht es noch kurz ins Steakhouse unten an der Straße. Es ist 17h – ich bin der einzige Gast und alle sind total nett. Als ich erzähle, dass ich 7 Stunden lang extra aus Moab hergefahren bin um hier ein Steak zu essen bin ich die Sensation des Tages. Als ich dann noch erzähle wie sehr ich mich auf ein kaltes Bier freue gibt es Gelächter – die Leute in Arizona lachen sich gern mal schlapp darüber, dass es auf der anderen Seite der Grenze – und die ist ja nur ein paar Autominuten entfernt – Steakhäuser ohne Bier gibt! Mir kam das fast vor wie Schalke und Dortmund – oder Bayern und Ostfriesland…Heute ist Dienstag – Mittwoch & Donnerstag kann ich also hier in Page noch verplanen. Vielleicht ein Flug mit einer Cessna am Donnerstag? Mal sehen!Beim Kopieren der Bilder fällt dann auf, dass die neue 500 GB Urlaubsfestplatte fast voll ist! Ich bin wahnsinnig! Allein heute sind fast 20 GB Bildmaterial angefallen. Ich habe schon seit Tagen keine Zeit mehr das alles abends in Ruhe anzuschauen. Ich bin froh wenn es auf der Platte ist und ich die Karte in der Kamera neu formatieren kann. Sicher könnte man 95% löschen, weil verwackelt, falsch belichtet oder schlicht und ergreifend gähnend langweilig. Aber dazu ist keine Zeit. Also gleich mal rüber zum Walmart – neulich gab es da 320er Festplatten für knapp 90 Dollar.Das ist nicht weltbewegend – ich hatte mir da mehr erwartet – aber es ist ok. Überhaupt ist die Versorgung mit Elektronikartikeln in den Orten die ich bislang gesehen habe mager. Um für Wolfgang ein neues GPS zu kaufen mussten wir 500 Kilometer weit fahren! Zwischendurch habe ich mal überlegt, ob ich den schweren Fotokrams nicht durch die Anschaffung des in der Fotocommunity als “Deppenzoom” verschrienen 18-200mm VR erleichtern soll. Aber es gibt das Ding hier nirgends! Entweder ordert man es via Internet und hat einen festen Wohnsitz, oder man fährt nach Las Vegas. Viele Alternativen gibt es nicht!So – nun fahre ich mal zum Walmart…Hier noch schnell der Link zur täglichen Diashow.
Update um 23h46
Habe bei Walmart für umgerechnet 80 Euro eine 320er Platte gekauft – damit komme ich dann die nächsten Tage über die Runden…Ein erstes HDR habe ich auch schon zusammen gefrickelt und in der Fotocmmunity ausgestellt. Wer es mal sehen möchte klickt einfach hier.
Update um 9h38:
Bin eben aufgewacht – ganz ohne Wecker! Die Nacht war wieder kalt und zittrig. Ich hätte die Decke vom zweiten Bett gebraucht aber da liegen alle Fotosachen drauf. Das wegzuräumen wäre nachts zu aufwändig gewesen :-) Lieber frieren…Dann habe ich eben gesehen, dass TilmanF meinen Sonnenaufgang am Mesa Arch in der Fotocommunity für die Galerie vorgeschlagen hat. Nun können sich die Experten wieder streiten ob es ein gutes oder schlechtes Foto ist :-) Ich bin gespannt wie es ausgeht.An dieser Stelle noch ein Dankeschön an Tilman!!
Stormy Sunday – Oder: Wieder kein Bild vom Delicate Arch
Um 5h30 geht der Wecker – “Ach lass mich doch in Ruhe…” – Fünf Minuten später geht er wieder – “Ahhh” – Weitere fünf Minuten später schaffe ich es dann endlich in die Waschanlage. Es schmerzt, ich bin todmüde aber, der frühe Vogel fängt den Wurm! 20 Minuten später ist es endlich geschafft, ich bin unterwegs zum Dead Horse Point.
Kurz vor sieben bin ich dann am Parkplatz am Dead Horse Point. Es ist nicht mehr ganz dunkel, über den LaSal Montains leuchtet der Himmel schon in hellem Blau und Gelb. Jetzt muss es schnell gehen, mein GPS hat den Sonnenaufgang für 7:32 vorausgesagt! Direkt neben mir hält ein großer weißer Geländewagen. Ein drahtiger Typ steigt aus. Durchtrainiert, unrasiert, mit coolen Trekkingklamotten. Er kramt im Kofferraum und holt schließlich eine Canon samt Stativ, Kabelauslöser, diversen Objektiven und was weiß ich hervor.
Ich gehe kurz rüber und begrüße ihn “Hi, good morning! Are you another sunrise lover?” “Hi their, I’m a light lover!” Ok, die Stative samt Kamera auf die Schulter und los. Gestern hatte ich mir ja schon eine schöne Stelle ausgeguckt, be prepared! Als wir dort sind mache ich ein paar Bilder, bin aber nicht zufrieden. Es ist windig wie die Hölle, sicher ist das der Grund warum uns die Wolken über Nacht verlassen haben. Der Himmel ist total langweilig, einfach nur eine einzige blaue Fläche, Mist! Dann fällt mir auf, dass der schöne Bogen den der Colorado da unten macht teilweise von einem großen Felsen verdeckt wird. Ob weiter drüben doch der bessere Platz ist? Schnell die Kamera schultern, es wird schon hell. Dieser Platz ist auch blöd. Aber dort hinten, es wird langsam hell. Der Weg ist nicht einfach, es geht über große Felsplatten und Sand. Immer wieder um Bäume und Steine herum. Mir wird warm, es windet wie die Hölle. Der Platz ist auch doof, aber da hinten, das ist es… Schnell weiter, ein Blick auf die Uhr 7h18 – schneller schneller schneller… Im Laufschritt geht es mit dem schweren Stativ, der Kamera und dem gut gefüllten Fotorucksack über Stock und Stein. Auch doof, 7h23 – weiter – schneller – ich kriege kaum noch Luft, es muss doch irgendwo der Platz sein an dem Tom Till sein geniales Bild gemacht hat.
Die Klippe dort drüben, die muss es sein! Dumm nur, dass es eben eine Klippe ist und wir uns im Canyon Land befinden! Der Punkt scheint zum Greifen nah zu sein, doch zu Fuß ist er bis 7h32 in unendlicher Ferne weil ich erst noch um diverse Bögen herum laufen müsste. Die Sonne geht auf, 7h35 – das GPS hat recht – so ein Mist ich stehe total falsch. Überall nur Felsen, kein vernünftiger Blick hinunter auf die Canyons. Schnell schnell, ich kriege kaum noch Luft, es windet wie verrückt, mein Asthma macht sie bemerkbar.
Schließlich ist es fast 8h, das gigantische rote Glühen der Klippen habe ich nur gesehen während ich mir den Schweiß aus den Augen gewischt habe. Ich habe abgelooost – total! Und dafür bin ich so früh aufgestanden – “Oh nein!” – Egal, morgen ist auch noch ein Tag und da gibt es vielleicht auch ein paar dekorative Wolken. Also zurück zum Auto. Der “Light-Lover” kommt mir grinsend entgegen, er hatte wohl den richtigen Standpunkt gefunden. Leicht frustig komme ich am Auto an. Jetzt gibt es erst einmal etwas zu Essen. Im Kofferraum ist noch eine halbe Pizza – Meatlovers – Medium! Die schmeckt auch kalt richtig gut! Dazu gibt es reichlich zu trinken und ich versuche den wunderschönen Morgen zu genießen, auch ohne tolle Fotos!

Nach einer halben Stunde ist es dann richtig hell. Ich bin sehr froh, dass es dort oben ein supersauberen nagelneuen “Restroom” gibt. Danach geht es ins Auto und wieder los. Am Abzweig <- Canyon Lands – Moab –> entscheide ich mich für <-.
Es sind 20 Meilen und da stehe ich schon am Eingangshäuschen zum Canyon Lands National Park. Und wieder gibt es ein freundliches “Hello, good morning. How are you?” Die junge Rangerin trägt auch einen dieser lustigen beigefarbenen Hüte. Ich zeige mein Jahreslos, bekomme eine Karte und eine Beschreibung des Parks und darf auch schon weiterfahren. Ein paar hundert Meter weiter geht es links ab, warum nicht ich bin sowas von frei, ich kann hier hin wohin ich will und es wird kein Gemotze auf der Rücksitzbank geben. Also links! Der Weg wird kurz drauf sandig. Also anhalten und auf 4WD umschalten, dann wird es auch noch felsig. Das Auto schwankt und rappelt, es macht keinen Spaß. Die Straße wird immer schmaler und links von mir geht es locker 200 Meter in die Tiefe. Ich kriege feuchte Hände. Eigentlich ist es Blödsinn, es sind Reifenspuren dort und sicher ist kurz mir ein großes Wohnmobil mit zwei lustigen Holländern hier hergefahren. Doch es geht da echt tief runter, die Straße ist total sandig, es fährt sich wie auf matschigem Schnee, es sind zwei Meter bis zum Abgrund und es gibt keine Leitplanken oder irgendwas das einem bei einem Fahrfehler vor dem Absturz bewahren würde. Langsam wird das ganze Lenkrad feucht. Ich halte mal an und schaue auf die Karte. Es sieht so aus als käme ich schon bald wieder auf den richtigen Weg, also tief durchatmen und weiter.
Es geht von einer Klippe um die nächste. Irgendwann kann ich einen Weg sehen der sich die Klippen hinab ins Tal windet. Das kann es doch wohl nicht sein. Ich halte nochmal an und schaue es mir auf der Karte und dem GPS an. Dieser Weg scheint die tolle geteerte Straße zu berühren, SCHEINT! Wenn ich da weiterfahre geht das Schaukeln und Rappeln noch stundenlang so weiter, was tun. Da hinten ist eine etwas breitere Stelle, da kann ich wenden. Das Wenden klappt, ich schaukle zurück zur Hauptstraße. Der folge ich dann ganz brav so wie es die anderen auch tun. Auf dem GPS kann ich sehen, dass ich nach ein paar Minuten FAST wieder da bin wo ich eben schon war. Ich halte mal an und erkenne nun auch die Ursache für das FAST! Der Weg liegt locker 20 Meter tiefer unterhalb des Randes der Klippe auf der ich stehe. Da wäre ich vielleicht auf allen vieren hoch gekommen, aber nicht mit einem Auto! Die Entscheidung umzukehren war RICHTIG!
Weiter geht es, kurz drauf bin ich beim Trailhead von dem es zu dem Sandsteinbogen geht der in der FC schon so oft gezeigt wurde. Stets linst die aufgehende Sonne unterhalb des Bogens in das Objektiv und es gibt ein paar schöne sternförmige Lichtstrahlen. So stelle ich mir das für das abendliche Bildergucken auch vor. Also parken und überlegen was ich mitnehme. Morgens habe ich mich wieder mit dem ganzen Ballast abgeschleppt, jetzt nehme ich nur zwei Objektive mit, das 12-24mm Weitwinkelzoom und mein geliebtes 17-55 “Normalzoom”. Der Weg ist nicht weit, es sind vielleicht 800 Meter. Es geht über gut gemachte Stufen und ein wenig Sand vorwärts. Dann sehe ich den Arch. Auf den Bildern sieht er aus als hätte er 50 Meter Spannweite. Doch wenn man direkt davor steht ist die Oberkante kaum drei Meter über dem Boden und er sich vielleicht 10 Meter breit. Doch gut sieht er trotzdem aus! Und es gibt einen Schlitz durch den man zwischen diesem Bogen und der felsigen Klippen 100 Meter und tiefer nach unten schauen kann, beeindruckend!
Es geht ein heftiger Wind, der Bogen wirkt fast wie ein Kamin. Das ist sicher auch der Grund für eine Existenz. Tritt man ein paar Meter zurück ist es ok, versucht man am Bogen direkt ein Foto zumachen haut es einem fast die Kamera aus der Hand. Mein Käppi fliegt dreimal weg, egal wie stramm ich es auch um den Kopf schnalle, also in die Jackentasche damit. Das Objektiv ist natürlich das falsche, also montiere ich umgeben von Sturm und Sand das Weitwinke auf die Kamera. Ein schlechtes Gewissen habe ich dabei, wenn da nun ein Sandkorn in den Verschluss gerät kann ich die Kamera wegwerfen… Dann versuche ich ein paar Fotos zu machen, aber der Wind haut mich fast um. Dann gibt es einen Rumms. Schei… mein 1500 Euro Objektiv ist mir aus der Jackentasche gefallen, voll auf einen Felsen und dann durch den Sand gerollt – AU NEIN!!

Eine Minute später ist der Schreck vorbei, das Ding ist noch heil, die Deckel waren drauf und der Sand hat es wohl nicht ins Innere geschafft – nochmal gut gegangen – klingt zwar komisch – iss aber so! “Thank God it’s a Naikohn!” denke ich mir und trete den Rückzug an.Am Auto geht es weiter in Richtung “Grand Vew Point”. Dort angekommen sehe ich großes Schild auf dem steht “Ranger talks at cliff. 10:30 – 11:30”. Den Ranger sehe ich dann auch, um ihn eine bunte gemischte Gruppe stiller Zuhörer. Von dem was er erzählt verstehe ich weniger als die Hälfte also schaue ich mal was man dort oben fotografieren könnte. Es geht durch Sand, über Slickrock, um Bäume, das kommt mir alles bekannt vor… Dann habe ich einen genialen Aussichtspunkt gefunden. Wow, der Blick in das 200 Meter tiefere Tal ist überwältigend! Unterhalb liegt eine ehemals topfebene Wüstenlandschaft aus dem Wind und Wasser im Laufe von Millionen Jahren riesige tiefe Canyons herausgearbeitet haben. Stark! Später informiert mich eine Infotafel darüber, dass ich gerade auf dem “Island in the Sky” stehe – das passt, eine Insel im Himmel, eine windige Insel dazu! Bis runter zum Colorado River sind es 600 Meter, Wahnsinn! Das alles war mal eine ebene Fläche!Wirklich schöne Fotos kann man nicht machen, es liegt einfach alles im harten Gegenlicht. Also zurück zum Auto. Da gibt es das letzte Stück von der Pizza, einen Apfel, eine Apfelsine und dann geht es wieder los. Nur wohin? Keine Ahnung einfach vorwärts!
Letztlich lande ich im Motel, es ist Mittagszeit, die Sonne steht hoch. Ich bin total erledigt und lege mich einfach auf das Bett. Kurz drauf bin ich dann wohl eingeschlafen. Kurz vor fünf werde ich dann wieder wach. Es ist früher Abend, ich könnte schnell noch mal zum Delicate Arch flitzen. Also schnell wieder alles zusammen packen, es gibt Vorfreude auf ein tolles Abendrot am schönsten Arch den ich bislang kenne.Beim Öffnen der Tür überfällt mich dann die Ernüchterung! Es stürmt wie die Hölle, die Luft ist voller Sand, der Himmel dunkelgrau. Ich packe trotzdem mal alles in Auto und gehe dann mal die paar Meter bis zur Straße. Dort rollen die dornigen Büschel über die Straße und ich fühle mich gleich an die erste Szene aus “The Big Lebovski” erinnert. Das Wetter ist schon beeindrucken, nette Fotos werde ich heute keine mehr machen können, das ist klar. Auch das Gekraksele hoch zum Delicate Arch kann ich mir sparen. Also fahre ich mit meinem Auto zur Waschanlage. Die Kiste ist von der Fahrt rund um die LaSal Mountains so verdreckt, man kann sich nirgends mehr anlehnen. Alles ist überzogen mit dickem trockenen Matsch. Die Reinigung hatte ich schon seit zwei Tagen im Visier, nur hat beim ersten Anlauf der Kartenleser für die Kreditkarte nicht funktioniert und sieben Quarter-Dollars hatte ich auch nicht.Nun habe ich mir ein paar Quarters zusammengespart. Bislang habe ich immer alles Kleingeld den Zimmermädchen auf den Tisch gelegt. Es stört beim Wandern und der Dollar ist eh fast die kleinste Einheit. An der Waschanlage angekommen nehme ich dann eine andere Box. Beim Aussteigen dann ein Schild, das auf einen Automaten aufmerksam macht – “Note Exchange –>” Dieser Automat macht sicher aus Noten keine Musik, aber aus Geldscheinen Münzen. Aber warum nicht mal versuchen ob hier der Kartenleser funktioniert. Und siehe da, das grüne Display, das mich an meinen ersten Taschenrechner vor 30 Jahren erinnert, heißt mich willkommen und dort ist sogar mein Vorname richtig geschrieben! Los geht die Prozedur! Den Hochdruckreiniger in die Hand und schon fliegt der Matsch durch die Gegend dass es eine wahre Freude ist. Leider habe ich die Rechnung ohne den Sturm gemacht und kurz drauf muss ich entsetzt feststellen, dass ich den Matsch nicht entfernt sondern verlagert habe. Vom Auto an meine Hose!Schließlich sieht das Auto wieder fast wie neu aus und meine Hose schimmert in freundlichen Erdtönen. Egal, noch auf die STOP-Taste drücken, der Automat bedankt sich höflich und dann geht es rüber in den City Market. Dort geht das Stauen wieder los, so viel Essbares gibt es hier. Letztlich kaufe ich mir eine Gemüseplatte, einen großen Becher mit verschiedenen Beeren, einen Joghurt, ein paar Kekse, ein paar Softdrinks und ein kaltes Sixpack Corona – lecker!Zurück im Motel gibt es dann ein ausführliches Abendessen. Die schönen Fotos habe ich mir für heute abgeschminkt. Beim Essen mach ich mal den Fernseher an und finde das Moab Info-TV. Ganz nett, es gibt einen lokalen Werbespot nach dem anderen. Der Adventure Laden auf der anderen Straßenseite bewirbt seine Hummer-Touren. Die Autos habe ich ja schon bewundert, nun bin ich platt wo die mit den Kisten überall herumfahren. Ich muss an meinen morgentlichen Klippenabstecher denken und daran, dass ich später gelesen habe, dass die Tour die ich da angefangen hatte ganze ZWEI Tage dauert und dass man zuvor im Visitor Center eine kleine Sicherheitseinweisung machen sollte.Dann kommt ein kurzer Film über den Canyon Lands National Park – und siehe da – der Ranger vom Vormittag moderiert! So klein ist die Welt, verstehen tue ich leider immer noch weniger als die Hälfte… Dann kommt ein toller Beitrag zum Thema “Share the Road”. Dort wird erklärt wie man als Autofahrer einen Radfahrer zu überholen hat. Kein Scherz, das ist bitterer US-Amerikanischer ERNST!Nun ist es 20:12 – ich schaue jetzt mal die Bilder des Tages an – viel zu erwarten habe ich nicht – leider :-(Um 21:04 ist klar, die Beute war mager, schade! Also ab ins Bett, morgen ist auch ein Tag und da finde ich hoffentlich zum richtigen Zeitpunkt den perfekten Standort und habe keinen Sturm und ein paar nette Wolken am Himmel.Vielleicht so wie bei diesem Bild aus dem WWW…
Ihr werdet es erfahren :-)
Eine Woche noch – Oder: Langsam werden die Tage kostbar!
Hi folks, bald geht es schon wieder zurück. Irgendwie freue ich mich ja auch ein wenig auf zuhause. Da gibt es eben alle Dinge die mir lieb sind und mir ans Herz gewachsen sind. Das erste mal wieder das “Beste Frühstück der Welt” zu genießen wird sicher auch ein Fest!
Heute gab es nicht viel aufregendes. Ich war kurz einkaufen, Getränke, Obst, Brot, Käse und dann los in Richtung Dead Horse Point. In der örtlichen Galerie von Tom Till habe ich geniale Bilder gesehen, die er mir seiner skurrilen Plattenkamera dort gemacht hat. Man muss wohl wirklich GANZ FRÜH AM MORGEN dorthin! Es ist nur ca. 40 km von Moab entfernt und man ist echt schnell dort, aber auch hier fängt der frühe Vogel den Wurm! Als ich um 11h dort eingetrudelt bin war alles schon gelaufen und es gab nur noch brutales Gegenlicht. Vielleicht wäre ja Abends noch was nettes drin gewesen, aber da wollte ich ja nochmal mein Glück am Delicate Arch versuchen. So habe ich in aller Ruhe unter freiem Himmel auf einer dieser kleinen “Inseln” mit Tisch, zwei Bänken und einem Dach darüber gefrühstückt. Während ich ein kleines Stück Schweizer Gruyère aus der Felsenhöhle (Meine absoluter Lieblingskäse!!!) für höllische 8$ verspeist habe sah ich dann plötzlich eines dieser süßen Streifenhörnchen. Chipmunks nennt man die hier. Ich habe nach dem Essen ein paar Brotkrümel, Käsereste und ein paar zerbröselte Kekse rund um den Baumstamm neben meinem Picknick Tisch verteilt, dann das Tele mit Konverter rausgeholt und gewartet. Und siehe da, alle möglichen Tiere kamen und interessierten sich für meine Köstlichkeiten!
Nachmittags bin ich dann schnell rüber zum Arches Nationalpark gefahren und habe mir mal den Double Arch angeschaut. Heute morgen war ja der Halbmarathon. Halbmarathon heißt er scheinbar deshalb, weil genau die Hälfte der Teilnehmer anschließend den Arches Nationalpark besucht! Was soll ich noch sagen, es war die Hölle los! Wie auf der Kranger Kirmes oder Pützchens Markt!
Anschließend ging es dann nochmal rüber zum Delicate Arch. Ein junges Paar, das ich am Dead Horse Point mal wieder geknipst habe hat mich gleich wiedererkannt und noch mehrfach um Fotos gebeten. Das ist echt witzig! Das Wetter war dann heute so wie vorgestern. Tagsüber feine nette kleine Wölkchen und abends hat es sich dann völlig zugezogen! An schöne Bilder im genialen Abendlicht war gar nicht zu denken.
Also bin ich um 19h30 zurück zum Auto gewandert. An der historischen Wolf-Ranch habe ich ein bisschen mit der Taschenlampe experimentiert und bin dann zurück ins Motel gefahren, alles ganz harmlos heute!
Das Zimmer habe ich noch zwei Tage verlängert. Dann kann ich noch mal versuchen es morgens früh zum Dead Horse Point zu schaffen und kriege den schönen Arch vielleicht endlich mal im genialen Abendlicht zu sehen!Danach ging es zu Fuß durch die Stadt, auf der Suche nach etwas Leckerem für den Abend. Hier machte sich wieder der Halbmarathon bemerkbar. Die Hälfte der Läufer die nicht im Arches National Park waren, standen in großen Schlangen an den Kassen praktisch aller Läden wo es was zu essen gibt. Schließlich habe ich mir beim Pizza Hut eine Pizza zum Mitnehmen bestellt, nur 30 Minuten gewartet und sie dann in Warp-Geschwindigkeit quer durch die Stadt getragen, damit ich noch was warmen davon abbeißen kann. Ich war schnell genug, die Pizza war lecker, leider habe ich nur die hälfte geschafft! Beim nächsten Mal bestelle ich mir dort eine Minipizza. Medium reicht locker für zwei oder auch 2,5 Personen…So, nun schaue ich mir mal meine Fotos an und dann geht es ins Bett – sonst kriege ich das Morgen mit dem frühen Aufstehen wieder mal nicht geregelt…
Colorado Rundreise – Oder: Grenzenlose Freiheit
Und wieder ist ein toller Tag fast zu Ende. Die Tage ziehen allesamt viel zu schnell dahin. Nun sind die 5 Wochen schon bald vorbei und ich habe nicht einmal ein Prozent der USA auch nur angekratzt. Aber so ist das eben. In einzelnen tief verborgenen Tälern des Schwarzwaldes soll es noch einige sehr alte Menschen geben, die ihr Tal noch nie verlassen haben. Gemessen daran, habe ich schon das halbe Universum erkundet, es ist eben alles eine Frage des Standpunkte, aber auch das hat bereits Albert Einstein sehr treffend beschrieben.
Heute ging der Tag wieder sehr spät los, ich schlafe derzeit einfach zu gern! Eigentlich ist das total ärgerlich! Eben war ich kurz mal in der örtlichen Galerie die Bilder von Tom Till ausstellt (http://www.tomtill.com). Wenn man sich diese rund 1000 Doller teuren Ilfochrome Prints anschaut wird man echt neidisch! gut die Hälfte der Bilder sind früh morgens bei Sonnenaufgang entstanden. Die restlichen Bilder in den Abendstunden und bei ungewöhnlichen Wetterbedingungen. Ein Bild zeigt beispielsweise einen Teil der Canyonlands mit Nebels statt Wasser zwischen den Felsen. Sieht schickt aus , kommt aber gewiss nicht oft vor!
Der frühe Vogel fängt den Wurm – vielleicht schaffe ich es ja bald mal wieder mich früh aus dem Bett zu pellen und Bilder wie dieses hier zu knipsen.
Heute war ich jedenfalls wieder erst um 10h unterwegs, dafür aber total entspannt! Kurz voll tanken und dann los. Auf der Hauptstraße vor der Tankstelle war so viel Verkehr, man konnte nicht wirklich nach links abbiegen. Aber das ist ja dem freien Menschen total egal, der biegt dann eben nach rechts ab – da gibt es sicher auch was tolles zu sehen…
Gesagt getan und kurz drauf verließ ich Moab auch schon in Süd-Östlicher Richtung. Am Ortsausgang dann auf der linken Seite der schneebedeckte La Salle Gebirgszug. Wow sieht das gut aus! Es erinnert mich an meine lange Zeit in der Schweiz. Da habe ich auch manchmal früh morgens in der Schweinekälte auf ein Alpenglühen gewartet – etwa so wie hier.
Heute gab es leider kein Alpenglühen. Die Gründe sind ganz einfach, erstens sind die Alpen in Europa und zweitens glühen sie wenn überhaupt immer dann wenn ich noch schlafe :-| Aber gut sah das trotzdem aus. Ein kurzer Blick auf die Karte und es war auch schon eine Straße gefunden die voll hinein in diesen schönen Gebirgszug führt. Diese Straße ging dann schnell in eine gut befahrbare Dirtroad über. Ich habe mal einen Abzweig versucht, der auf dem Kartenmaterial im GPS als Jeep-Trail markiert ist. Dieser Weg endete ganz weit oben am Berg dann mit viel Matsch und Schnee. Auch war ich da schon viel zu nahe um noch schöne Fotos machen zu können. Die Fernsicht war nicht wirklich gut und hier liegt eh fast alles was cool ist UNTERHALB der “Grasnarbe”. Also zurück und mal den Weg hinauf zum Pass versuchen. Auch dieser Weg endet recht weit oben vor einer etwa einen Meter hohen Wand aus Schnee! Bis dorthin ist es aber geräumt und gut befahrbar. Dort oben stand dann auch gleich ein dicker Truck mit Anhänger und in der Ferne hörte man wie sich jemand mit einem Schneemobil vergnügt – das ist Amerika. Da leben die Leute in der Wüste, haben aber im Garten ein Schiff und ein Schneemobil stehen – wer es nicht glaubt muss hier selbst mal nach gucken – es stimmt!!
Also wieder runter von der Passstraße und mal links abbiegen und schauen was es da alles gibt. Die Perspektiven auf den Gebirgszug sind teils einfach gigantisch! Nach insgesamt zwei Stunden Fahrtzeit um das Gebirge endet dann aber leider das Kartenmaterial in meinem GPS – ich bin in Colorado! Wer hätte das gedacht! Als ich im Rahmen der Vorbereitungen das damals noch nagelneue GPS mit den Karten bestückt habe, hätte ich nicht geglaubt mal nach Colorado zu kommen – heute war das dann anders! Und ich konnte mich gleich davon überzeugen, dass man mit der internen Weltweiten topografischen Karte wenigstens die Hauptstraßen ganz gut findet – verloren ist man also nicht! Auf meiner Karte waren also keine weiteren Straßen zu sehen und das GPS konnte mir mitten im verschneiten Wald nicht sagen ob es einen Rundweg gibt oder ob ich nach weiteren zwei Stunden wieder vor einer Wand aus Schnee umkehren muss. Also kehren wir doch lieber jetzt um, dann schaffen wir es vielleicht noch zum Sonnenuntergang am Delicate Arch – das Wetter war ja heute wirklich grandios!
In der Nähe der Hauptstraße lockt dann aber doch wieder ein Abzweig… Ein Blick auf die Karte – grundsätzlich kann man in einem großen Bogen herumfahren – warum also nicht – und Stoff wie Wolfgang es immer nennt…
Wieder bieten sich wunderbare Perspektiven auf das Gebirge. Alls paar Meilen muss ich fast zwanghaft anhalten und ein paar Bilder knipsen, toll sieht das hier alles aus! Doch irgendwann verschwindet auch das schönste Gebirge wenn man nur lange genug geradeaus fährt. Dann plötzlich bin ich in Colorado! Und der Blick in die Ferne ist einfach nur grandios! Das kann man nicht planen, das muss man einfach erleben! Der Tank ist noch fast voll – der Delicate Arch ist mir in diesem Augenblick egal – ich will dahin – zum Horizont!
Die Straße ist bolzengerade – es geht ein wenig auf und ab – es macht Spaß! Hier leben Menschen, das bedeutet – man kann hier Radio hören. Es läuft Musik von Toto, Neil Young, es gibt Jazz, Funk & Soul – das sogar garantiert ohne Werbeunterbrechungen “Thanks for supporting our local radio station!”- das hört man gern!
Dann weist ein Schild auf einen “Point of interest” hin – was kann das schon sein – doch dann die große Überraschung – ich stehe direkt vorm kleinen Bruder des Horseshoe Bends – genial! Einfach so gefunden – ganz allein und ganz durch Zufall, weil auf der Mainstreet in Moab zu viel Verkehr war…
Der Wen danach ist grandios. Links und rechts hohe rote Felsen und neben mit ein stattlicher Fluss. Längst nicht so breit wie der heimische Rhein, aber viel schöner “gebettet”. Die Stunden ziehen dahin, ich fahre, halte, knipse und esse eine wenig Obst. Frühstück gab es ja nicht…
Mit der Zeit schwindet dann die Hoffnung mich rechtzeitig zum Sonnenuntergang in die Schlange der “Archlovers” am delikaten Bogen einzureihen. Egal, das kann ich auch morgen noch machen. Also genieße ich die Fahrt und bin neidisch bei jedem coolen Typen der mir grinsend auf seiner Harley entgegen kommt. Dürfte ich einen Tourenvorschlag für den Südwesten machen – das wäre er!
Schließlich lande ich dann in Grand Junction – eine wirklich stattliche Ansammlung unspektakulärer Gebäude. Aber es gibt hier so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Doch ich habe alles und mein Fotorucksack ist schon viel zu schwer. Also Stoff geben in Richtung Interstate 70. Sicherheitshalber kurz vorher noch schnell volltanken – man weiß ja nie… Das Tanken klappt inzwischen reibungslos und geht schneller als daheim, weil man alles mit sich, der Zapfsäule und der Kreditkarte ausmachen kann.
Der Interstate ist wenig befahren, es geht mit 80 Meilen voran, die untergehende Sonne scheint mir ins Gesicht – Zeit für die Sonnenbrille – endlich wird sie mal benutzt!
Dann der Abzweig 124 – CISCO! Früher hatte ich mal CISCO Aktien, bei 72 Dollar bin ich eingestiegen. Es hießt ich wäre dann in 10 Jahren Millionär. Doch es kam anders, habe ich ja schon beschrieben. Als ich dann in CISCO war wusste ich auch warum! Zwar hat dieser “Ort” nichts mit dem Internetausrüster CISCO zu tun, aber als Beispiel für den Niedergang der New Economy taugt er dennoch! Dieses CISCO ist eine lockere Ansammlung rostiger halb zerlegter Schrottautos, die sich den Grund und Boden mit demolierten Wohnwagen, umgestürzten Zäunen und einem ausgebrannten “Cisco General Store” teilen! Ein Schild weist noch darauf hin dass es sich hier um “Private Property” handelt – aber wer wollte hier schon anhalten. Sicher werden die Hinweisschilder am Interstate auch bald umbenannt…
Zum Sonnenuntergang bin ich dann im Castle Valley. Es ist Rush-Hour! Die ganzen Camper kommen aus den Nationalparks zurück! Dennoch sind die visuellen Eindrücke großartig. Alles ist eh schon tausendmal geknipst worden, also fahre ich einfach weiter und genieße den Augenblick!
Hier noch etwas zum Schmunzeln – das ist ein Teil meiner täglichen Begleiter…
Daheim im Hotel dann schnell alles aufs Bett schmeißen, Geld aus einem ATM organisieren und dann mal schauen wo es was Essbares gibt. Ich lande im Wendy’s und glaube mich zu erinnern, dass es diese Kette im Ranking der Hamburgerbratereien im Rahmen des Buches “Gebrauchsanleitung für die USA” auf Platz 1 geschafft hat. Ich bestelle mir einen Medium Menu, mit einem Baconizer und einer Dr. Pepper Cola. Die Cola schmeckt ganz anders als erwartet, aber nicht schlecht. Während ich sie schlürfe muss ich an Forest Gump und die vielen Flaschen Dr. Pepper denken :-) Der Burger ist in ein matschiges Brötchen gebettet und überall trieft das Fett heraus. Das soll nun also die Creme der amerikanischen Hamburger Bratkünste sein?? Also entweder habe ich mich vertan oder der nachgewiesener Maßen mexikanische Koch hatte einen schlechten Tag. Satt wird man davon, aber wirklich lecker ist das nicht! Der Hamburger in Escalante war um Längen besser! Dafür sind hier die Fritten halbwegs essbar, wenn auch ziemlich schlabbrig und gar nicht knusprig. Egal, man muss ja nicht alles aufessen…
Daheim im Motel der neue Anlauf das Notebook nach den Fehlschlägen des Morgens mit dem WLAN zu verbinden. Irgendwann bin ich soweit, dass ich die gespeicherten WLAN-Profile lösche und versuche mich ganz neu zu verbinden. Siehe da, ich werde nach einer Passphrase gefragt! Da hat also jemand den Router neu konfiguriert! Am Mittwoch war noch alles offen, aber es gab auch ständig Aussetzer. Wer weiß wer sich da alles eingeklinkt hat. Also mal rüber ins Büro. Am Tresen ist niemand, es kommt auch niemand. Hm, was tun? Dann springt mir eine kleine Kuhglocke ins Auge die an einer Art Galgen aufgehängt ist. Davor liegt ein kleiner Holzschlägel. Ein kleines Pappschild weist darauf hin, dass man doch mal vorsichtig auf die Glocke schlagen soll wenn niemand da ist. Und siehe da, es funktioniert! Der Administrator steht einige Augenblicke vor mit und erklärt, dass sie alles auf WPA umgestellt haben und dass es seit dem viel besser funktioniert. Klar, wenn sich nicht jeder einfach einklinken kann :-) Die Passphrase hingegen ist einfallslos gewählt – hätte ich auf selbst drauf kommen können, es ist schlicht und ergreifen das schöne Wort password.
Um 23h25 bin ich dann auch schon hier angekommen! Nun schnell ein paar Bilder einfügen und dann an der Matratze lauschen. Vielleicht schaffe ich es ja morgen mal früh aufzustehen!
Hier noch schnell die kleine Diashow.
Und zu fortgeschrittener Stunde noch die Track-Analyse – statt zu bloggen sollte ich schlafen…
Und hier das KMZ zum selbst angucken.
Arches National Park – Oder: Have you ever met one of these mormons?
Und wieder geht ein entspannter wunderbarer Tag zu Ende. Morgens habe ich ziemlich herumgetrödelt und so gab es dann auch nirgends mehr ein Frühstück. Ist auch egal denn nun kenne ich den City-Market. Dieser Supermarkt hat mich heute begeistert, vor allem die Obst- und Gemüseabteilung. Die Ware wird da nicht einfach lieblos hingeworfen, nein die Mitarbeiter stapeln beispielsweise das Obst zu wahren Kunstwerken. So was habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Alle Äpfel sehen aus als wären sie einzeln von tibetanischen Jungfrauen mit rosa Wollhandschuhen poliert wurden. Alle sind gleich groß und haben fast die gleiche Farbe. Kleine schräg liegende gleichseitige Dreiecke aus Äpfeln – WOW – bei den anderen runden Obstsorten geht das so weiter. Pyramiden aus Apfelsinen, Wälder aus Bananen – das hat was! Das Gemüse liegt in speziellen Kühltheken und wird sanft mit entkalktem feinmineralischen Wasser bestäubt. Echt cool! Dann die Abteilung mit den Fertiggerichten. Im Edeka in Wachtberg ist diese Abteilung ja schon der Knaller, aber hier ist sie locker viermal so groß! Das mag daran liegen, dass die Leute in Wachtberg entweder keine Mikrowellen-Geräte haben oder sie mehr frische Sachen essen. Wie dem auch sein, das Angebot ist gewaltig!
Ganz hinten links im Laden – ein wenig versteckt und verschämt – gibt es auch BIER, sogar richtig viele Sorten. Wer auf leckeres Essen steht und gern mal ein Bier trinkt ist hier also gut versorgt. Überhaupt gefällt mir Moab ganz gut. Tagsüber ist ordentlich was los und abends wir es dann doch schnell ganz ruhig. Heute war so gegen 11h an der Hauptstraße die Hölle los, vielleicht liegt es am Moab Halbmarathon der morgen stattfindet – keine Ahnung – aber es waren beispielsweise massenweise Autos mit Fahrrädern auf dem Dach unterwegs. Dann überall Trucks mit riesigen ATVs auf gewaltigen Anhängern. Ein ATV ist ein All-Terrain-Vehicle – musste ich auch erst nachlesen – das sind keine Geländewagen im herkömmlichen Sinn, das sind kleine Monster mit riesigen Reifen, irre viel Bodenfreiheit und kleinen Karosserien die zwischen dem ganzen Antriebskrams wie ein verschämtes Alibi wirken. Das hat was und bringt nicht nur Kinderaugen zum glänzen. Sicher ist der Spaß an der Tankstelle schnell beendet, aber ich glaube diese Kisten fährt man nicht auf der Straße sondern nur an einigen wenigen Tagen im Jahr auf speziell dafür präparierten Pisten.
So gegen 12h gibt es dann ganz entspannt zum Arches National Park. Diesmal eine adrette Rangerin mit echt coolem Rangerhut so um die 60. Sie ist echt nett und checkt sofort, dass ich nicht der Husgar aus Dänemark bin. “Do you want to have a map in your german language?” “That would be really great“!” “Ok Sir, have a good time and enjoy the park….” Die Leute sind hier fast alle so richtig richtig nett. Das macht einfach Spaß!
Satt brav der Reihe nach alle Attraktionen abzuklappern suche ich mir einen netten sonnigen Parkplatz und räume erst einmal die Ladefläche ein wenig auf. Ein paar Minuten später gibt es dann auch schon ein leckeres Frühstück. Es gibt ein Baguette, das aussieht als käme es aus Lyon oder einer anderen Stadt in Frankreich. Dazu Philadelphia Käse mit Kräutern, einen Apfel und eine Apfelsine. Lecker und soo gesund! Dazu gibt es ein Cola – sehr ungesund – aber die 24 Dosen von meinem hungrigen Mördereinkauf in der vorletzten Woche sind immer noch nicht alle weg – und dann noch ein Fläschchen “Life Water”. Diese Dinge haben hier teilweise echt hochtrabende Namen. Im Life Water sind aber 24g Zucker! Schmeckt ganz gut aber eine lebensverlängernde Maßnahme stelle ich mir anders vor…
Zum Nachtisch noch eine kleine Tüte m&m und dann los zum Double O Arch. Die Wanderung dorthin kann man durchaus als selbige durchgehen lassen! Zuerst dachte ich, es seien nur ein paar Meter, daher habe ich auch nur eine Kamera und sonst gar nichts dabei. Aber es sind dann doch mehrere Kilometer. Als ich aussteigen will versucht gerade jemand etwas unbeholfen hinter meinem Auto rückwärts einzuparken. Ich starte kurz den Motor und fahre einen Meter vor, da klappt es schon besser. Kurz drauf dann ein Typ aus Colorado der sich überschwänglich bei mir bedankt. Sein Kumpel steigt auch aus und es gibt wieder eine dieser schönen total ungezwungenen Gesprächssituationen. Ich muss wieder mal erklären woher ich komme, was ich mache wer ich bin und und und… Dann erzählen Sie mir von ihrer Reise und geben mir Tipps was ich in den nächten Tagen alles unbedingt anschauen muss.
Danach geht es endlich los. Der Weg ist voll mit amerikanischen Urlaubern, die heute mein Bild vom gewöhnlichen Amerikaner der sich selten weiter als 50 Meter von seinem Auto entfernt, vollständig revidieren! Ein Typ ist sogar den gesamten Weg gejoggt! Mit braun gebranntem freien Oberkörper und einem Trinkrucksack auf dem Rücken! Dann waren da noch echt viele richtig kernige Familien, die mit ihren Kindern über Stock und Stein geklettert sind, bravo! An einem Arch der vor kurzem eingestürzt ist lerne ich wieder jemanden kennen, der mir erzählt, dass er Frankfurt kennt. Ok, er hatte einen Aufenthalt von sechs Stunden auf dem Weg in den Irak. “I supportet our troops!” Er fragt was ich schon gesehen habe, und als es dann aus mir heraussprudelt ist es ihm peinlich, dass er in Frankfurt nicht mal mit dem Taxi nach “Downtown” gefahren ist.
Am Double O Arch angekommen ist da eine Horde junger Asiaten die ein richtiges Picknick veranstalten. Ganz nett! Auf dem Rückweg geht es über einen “Rock Rim” – man könnte es als Felsrücken bezeichnen. Dort stehen gerade zwei Japaner und fotografieren sich gegenseitig. Nach all den “Hi, where are you from”-Konversationen ist meine Hemmschwelle inzwischen gesunken und ich quatsche sie einfach an ob ich sie nicht mal gemeinsam fotografieren soll. Sie sind verzückt und ich mache gleich mehrere Fotos. Später treffe ich sie dann immer mal wieder, sie sind total süß und erzählen von Tokio und wie toll es in Amerika ist. Am Delicate Arch schließlich kommt sie auf mich zu und fragt ob ich sie ein letzes Mal fotografieren kann. Als Begründung sagt sie dann “You’re the best!” – wie ist das nun gemeint? Eine Schweizer Kollegin hat mich mal “mein Gutester” genannt – etwa so? Oder bin ich von allen Leuten die bislang Fotos von ihnen beiden gemacht haben derjenige der die schönsten Fotos gemacht hat? Ich grüble immer noch…
Zwischendurch begrüße ich eine ältere Dame mit einem zünftigen “Hi” – und sie erkennt sofort, dass ich kein Amerikaner bin :-) Es folgt wieder die WAYF-Frage und ich komme erneut ins Gespräch. Sie kennt Berlin und weiß wo Köln liegt, dass Bonn mal der Regierungssitz war weiß sie auch! Und sie freut sich richtig, dass da ein Typ aus Deutschland für ein paar Wochen lang IHR LAND bereist. Zum Schluss schüttelt sie mir sogar die Hand, klopft mir auf die Schulter und sagt “You’re welcome!” – Ich fühle mich wie ein begehrter Schwiegersohn und mache mich an den Abstieg. Im Bild links ist es die Frau in der roten Hose!
Nach dem Double O Arch geht es dann zurück zum Trailhead am Delicate Arch. Dort gibt es noch eine Apfelsine (da stehe ich derzeit total drauf) und zwei Äpfel. Ein paar Mentos gab es auch – das ist das Dessert für unterwegs. Diesmal packe ich etwas mehr zusammen und los geht es zum “Far View Point” – von hier aus sieht man die ganzen Leute die da oben an diesem tollen Natursteinbogen auf das geniale Abendlicht warten. Ich mache ein paar Fotos mit dem längsten Tele das ich habe und muss innerlich ein wenig grinsen. Es ist inzwischen total bewölkt und an ein tolles Abendrot ist gar nicht zu denken. Eine Vorahnung die sich als richtig erweisen wird sagt mir, dass es heute einfach dunkel wird. Ganz einfach so, ohne alles…
Auf dem Rückweg zum Auto lerne ich dann Tex und Diana aus Vermont kennen. Sie hat seit ein paar Tagen auch eine “Naikohn” – eine D90. Er interessiert sich sofort für meine D300 – sicher war es bei den beiden wochenlang ein Thema. Sie erklärt, dass ihr die D300 zu groß und zu schwer sei. Ich werfe ein, dass ich die D90 bei meiner Mördertour gern statt der D300 dabei gehabt hätte. Er nimmt mal die D300 samt Batteriepack, Tele und Telekonverter in die Hand und gibt sie mir dann staunend zurück. Was sie dann sagt verstehe ich nicht – aber es klingt wie ein “Na siehst Du, habe ich Dir doch gesagt!” Dann fragen sie nach meinem Namen und einer E-Mail Adresse. Auf der Rückseite eines Kassenzettels schreibe ich das dann auf – ich hoffe sie können es auch lesen!Eigentlich gibt es zu diesem Zeitpunkt nichts mehr, das sich zu fotografieren noch lohnt. Aber am Traihead für den “richtigen” Aufstieg zum Delicate Arch halte ich dann doch an. Der Rucksack wird komplett leer gemacht, nur eine Taschenlampe, etwas Wasser und ein warmer Pullover dürfen neben Kamera und Babystativ noch mit. Bewaffnet mit den tollen Wanderstöcken geht es dann los. Zwischendurch treffe ich eine größere Familie. Opa und Oma gehen mit Kindern und Enkeln spazieren. Sie kommen von hoch oben, und der mittlere – also der Vater der Kinder – trinkt gerade gierig etwas aus einem dieser Trinkrucksäcke. Während ich mit einem kurzen “Hi” an ihnen vorbei wandere sagt der Opa zu seinem schwitzigen Sohn etwas wie “Schau hin, so geht das“!” – gemeint sind sicher die Wanderstöcke. Alle anderen Wanderer hingegen mustern mich als käme ich von einem anderen Planeten.Oben angekommen habe ich dann doch ein paar Wanderer überholt, bin auch schwitzig und muss zugeben, dass das Wetter keine guten Fotos erwarten lässt. Während ich dort oben die Lage sondiere steht direkt neben mir ein deutscher Familienvater der lautstark über das “blöde Schweißwetter hier” flucht und seine Fotosachen zusammen packt. Sein kleiner Sohn hat auch Wanderstöcke dabei und sagt “Mensch Papa, wie muss denn das Wetter noch sein damit Du endlich mal zufrieden bist.” – er hat es kapiert! Wir kommen sofort ins Gespräch, die Familie ist mit einem Wohnmobil unterwegs. Er träumt seit zwei Jahren von einem Hike zur Wave. Dass ich schon dort war und gleich beim ersten Anlauf eine Permit ergattern konnte macht ihn neugierig, das Gespräch wird etwas länger… Schließlich ist er der Meinung, dass er sich in Page einen 4WD HC (Allradauto mit viel Bodenfreiheit) mieten muss um, wenn es mit der Wave nicht klappt, zu den Coyote Buttes und den White Pockets zu fahren.Als die Familie dann abmarschiert kommen meine Freunde aus Tokio – “You’re the best!”…Dann baue ich meine Knipse auf und mache mal ein paar Probeschüsse. Die sehen allesamt echt langweilig aus. Fotografie ist sowas wie “Malen mit Licht” – ohne Licht kann man auch nix malen – so ist das eben! Und genau das ist es auch was die Macher der genialen Bilder in der “Fineart Gallery” an der Hauptstraße in Moab auszeichnet – Know How und Geduld für das Warten auf den magischen Augenblick!Wo ich nun schon mal da bin und mein Logenplatz auch ganz bequem ist, bleibe ich einfach sitzen und genieße die Szenerie. Es geht ein wenig zu wie beim Volksfest. Alle laufen mal unter den großen Bogen und werden von ihren Partnern fotografiert. Weil mich niemand fotografieren will darf ich sitzen bleiben! Ich experimentiere also ein wenig herum. Lange belichten und während dessen am Zoomring drehen. Doppelbelichtungen, mal bei der zweiten Belichtung die eine Hälfte des Objektives mit der Hand abdecken, dann mal bewusst verwackeln – eben diese Spielereien die man nur macht wenn man Langeweile hat. Hätte ich mein Lensbaby dabei – damit könnte ich jetzt viel Quatsch machen!
Bis in die Dunkelheit hinein geht das Treiben weiter. Als man schon fast nichts mehr sehen kann ruft jemand mit kerniger Stimme den tobenden Kids zu, dass er schon mal runter geht und sie auch bald nachkommen sollen. Und schon ist er weg. Ich packe auch zusammen und mit den letzten Kids mache ich mich auf den Rückweg. Die haben zu fünft eine Taschenlampe dabei. Ein bisschen wenig. Ich habe eine kleine Lampe mit einer Leuchtstoffröhre drin. Die Akkus habe ich tagsüber im Auto frisch aufgeladen und ich kann für alle zusammen den Weg beleuchten. Nach kurzer Zeit wissen sie nicht mehr genau wo es lang geht. Mein GARMIN hat beim Aufstieg wieder ganz wunderbar alle drei Sekunden den Track mit drei Metern Genauigkeit aufgezeichnet. Das hilft in der Dunkelheit den Rückweg zu finden! Sehr schnell bin ich bei den Kids der GPS-Guy… „Hi their, GPS-Guy says we’ve got to go left…” Der letzte in der Truppe ist ein wenig füllig, trägt Turnschuhe, bunte Shorts und ein T-Shirt. Wir quasseln die ganze Zeit über. Er fragt mich ob ich aus Dänemark komme – langsam frage ich mich das selbst auch schon… Dann löst er das Rätsel auf, seine Großeltern kamen aus Dänemark. Er erzählt mir seine Familiengeschichte und wie er dann von Kalifornien nach Salt Lake City gekommen ist. Er entschuldigt sich tausendfach, dass er nur einmal in Dänemark war und dass er alles was er dort an Dänisch und Deutsch gelernt hat wieder vergessen hat. Ok, einen deutschen Satz kriegt er noch auf die Reihe – ich habe ihn leider vergessen… Dann unterhalten wir uns über Bier und darüber, dass es komisch ist, dass man in Utah in keinem Restaurant zum Steak ein Bier bestellen kann – nicht mal ein Alkoholfreies! Er schwärmt sofort vom Bier aus Dänemark – wir verstehen uns! Dann fragt er ob ich schon Kontakt zu diesen Mormonen hatte? Ich verneine – daraufhin lacht er los und erklärt mir, dass ich nun einen dieser komischen Mormonen kenne :-)Am Auto angekommen verabschieden sich alle brav vom GPS-Guy und sind ganz froh, dass sie ihre Autos gefunden haben. Wenn hier die Sonne mal weg ist, dann ist es auch wirklich sehr schnell richtig dunkel. Ohne Lampe und ohne GPS wäre man da oben auf dem Berg aufgeschmissen!! Dafür ist der Weg zu weit und zu gefährlich. Wenn ich nochmal hoch gehe, dann vielleicht mit einer Reservelampe!Zurück im Motel wünsche ich mir was kaltes, aber alles ist lauwarm weil es leider hier keine Kühlschränke gibt – es ist ja auch das Adventure Inn – hier ist eben alles auf Abenteurer ausgerichtet. Also versuche ich mal was. Auf dem Tisch steht ein kleiner hellbrauner Eimer der aussieht als wenn er in seiner Jugend mal versucht hätte ein Sektkühler zu werden. Das Ding scheint für Eis zu sein! Ich schnappe mir also diesen kleinen möglicherweise frustrierten Putzeimer und probiere im Office mal die Eismaschine aus. In diesem Ding Aus schwarzem Plastik und geschliffenem Edelstahl kracht und rummst es kräftig und dann kommen Eiswürfel herausgefallen. Ich halte den Knopf gedrückt bis der Eimer voll ist und ziehe los in mein Zimmer. Als ich um das Büro herum bin kann ich durch die Fenster sehen, dass mich scheinbar einer der Mitarbeiter beobachtet hat. Vielleicht hat ihn auch nur der Krach der Maschine geweckt.So, nun versuche ich mal ob mein Bier schon kalt genug ist :-)Update um 00:39 – Das Bier war perfekt!Gute Nacht!
Umzug nach Moab – Oder: Visual Overflow
Heute morgen hatte ich es ja schon kurz angekündigt und nun bin ich tatsächlich in Moab. Obwohl es hier am Wochenende ein großes Rennen gibt habe ich noch ein Zimmer bekommen. Ich musste nur dreimal fragen! Im Rodeway Inn (die gleiche Kette wie in Page) war gar nichts mehr frei. Im nächten Motel war eine echt unfreundliche Dame an der Rezeption, sie hätte noch ein Zimmer für zwei Nächte gehabt. Diese Frau war mir so unsympathisch, und da gehört bei mir echt was dazu, dass ich gleich zum dritten Motel gefahren bin. Die Motels liegen hier verteilt an der Hauptstraße, man stolper quasi von einem Motel zum nächsten. Wireless LAN haben sie scheinbar alle, nur in den Preisen gibt es scheinbar große Unterschiede, wie ich bei meinen drei Kostproben feststellen musste.
Schließlich bin ich im Adventure Inn gelandet. Ein kleines Motel, man kann hier direkt vor dem Zimmer parken, ganz praktisch wenn man viel Gepäck hat! Das Zimmer ist blitziblanki sauber, aber es gibt weder Kühlschrank noch Mikrowelle! Dafür lag auf dem Tisch ein Restaurantführer der die Speisekarten aller Restaurants in der Umgebung enthält, auch ganz nett!
Der Weg hierhin war wieder mal sowas von unterschiedlich, aufregend, holprig, langweilig, supercool – ich kann das gar nicht so recht in Worte fassen. Es ist ein unglaubliches Land, es ist einfach sooo viel Platz hier. Man kann locker mal zwei bis drei Stunden fahren ohne einem anderen Auto zu begegnen.
Doch fangen wir mal vorn an! Auf dem Rückweg vom Augenarzt habe ich ja am letzten Freitag schon einen Abstecher durch den Burr Trail unternommen. Wolfgang hatte mir diese Straße schon mal empfohlen, um ggf. zurück in Richtung Page zur fahren. Hält man sich immer südlich erreicht man schließlich das nördliche Ufer des Lake Powell. Dort gibt es dann ein Fähre die einen in den Süden bringt und dann kann man weiter nach Page fahren. Am entscheidenden Abzweig, mitten Im Capitol Reef Nationalpark, bin ich dann aber links abgebogen und in Richtung Norden gefahren, so wie geplant!
Die Fahrt durch diesen National Park ist wirklich ein Erlebnis. Mann sieht häufig ein paar verschneite 4000er am Horizont. Davor liegt dann dieser gigantische Riß in der Erdkruste. Es erinnert mich ein wenig an ein ganz frisches knuspriges Graubrot das der Bäcker oben ein geritzt hat und das im Ofen dann einen tiefen rauen Spalt ausgebildet hat. Nun muss man sich dieses Brot ungefähr 100 Kilometer lang vorstellen – dann bekommt man eine annähernde Idee davon wie es am Capitol Reef aussieht. Wenn man nun seitlich in dieses Brot hineinfährt, man ist natürlich ganz ganz winzig klein, denn das Brot ist ja 100 Kilometer lang, dann wirkt jedes Stückchen Kruste wie ein monumentaler Fels. Man muss sich langsam hindurch schlängeln, und kann dann unten in Brotschlitz langsam vorwärts kommen. Schaut man dann nach links und rechts sieht man überall nur Brotkruste! Man ist ja ganz ganz winzig klein!
So ungefähr ist eine Fahrt durch den Capitol Reef Nationalpark – nur cooler!
Ganz witzig ist, dass man vielleicht einer halben Stunde auf das Gelände der Notom-Ranch kommt – ich sage nur “This is a private property!” Wer mehr wissen will kann bei Steve Dalton anrufen – wieder fühle ich mich an meine Kindheit erinnert. Mitten im Park gibt es also ein riesiges privates Grundstück! Und das hat es in sich! Dort sind Cowboys, es gibt Kühe, ein Restaurant, weite Wiesen die täglich bewässert werden, es ist fast unwirklich! Zwischen all den Brotkrusten, sorry Felsrändern, liegen saftig grüße Weideflächen. Ich war echt beeindruckt und musste immer wieder anhalten und einige der beliebten Knipsbilder machen :-)
Da wo diese Notom Ranch aufhört, biegt man dann rechts ab und fährt in Richtung Osten, natürlich nur wenn man das gleiche Ziel wie ich hat, sonst kann man natürlich auch jederzeit links abbiegen. Wohin man dann kommt kann ich aber nicht sagen!
Ab dort war ich dann auf dem Highway 24 – auch ein Scenic Byway! Diese Straße führt durch eine unwirkliche Mondlandschaft. Links und rechts des Weges sind überwiegend graue aber auch ein paar braune Felsen. Wahrscheinlich sind es keine Felsen, Wolfgang würd vielleicht sagen, dass das alles nur zusammen gepappter grauer Modder ist. Diesen Eindruck habe ich auch, denn diese “Felsen” stehen alle samt in ihrer eigenen Schutthalde. Die Menschen die Dort wohnen haben sich das im Laufe der Jahre wohl sehr gut angeschaut. So wie es ausschaut haben sie von der Erde gelernt, was bei den meisten Menschen ein durchaus überraschender Lernprozess ist! Wie dem auch sei, die Menschen die dort wohnen leben auch inmitten ihrer eigenen Schutthalde!
Soviel Schrott, alte Autos, kaputte Häuser und was weiß ich nicht alles habe ich in meinem Leben nicht nicht gesehen! Ganz witzig war alter abgewrackter Betonmischer am Straßenrand. Es fehlen Räder und das Ding ist total zerschossen, wie überhaupt die allermeisten Straßenschilder dort. Ist ja auch verständlich, wenn man schon eine Knarre hat, dann will man sie ja ach mal benutzen! Nur wo deutsche Kinder mit der Zwille Steine auf das Grundstück der Nachbarn schleudern, schießen sie hier auf alte Autos und Straßenschilder – andere Länger andere Sitten – so ist das eben. Zurück zum Betonmischer, der steht da also mitten in der Gegend herum, fahren kann er ja auch nicht mehr. Jemand hat mir grüner Farbe eine Zielscheibe auf die Beifahrertür gesprüht und dann haben sie einen Wettbewerb gemacht. Es müssen ein paar echte Luschen dabei gewesen sein, denn es sind sogar Löcher im Dach und in der Motorhaube. Vielleich ganz gut erst einmal zu üben… Auf der dicken Betonbirne stehen die schönen Worte “Don’t waste UTAH!” Wie das wohl gemeint ist? Und dann steht da noch “VOTE NO 4 HILARY” – was hier wohl dahinter steckt…
Eine halbe Stunde später trudle ich dann in Hanksville ein und bin weitgehend entsetzt. Das Whispering Sands Motel ist ja ganz nett, aber es ist auch das einzige was hier nett ist! Ursprünglich wollte ich ja ein paar Tage dort bleiben, aber dieser Ort hat so wenig von dem was ich unter Stadt oder Dorf verstehe, da musste ich einfach weiterfahren. Wenn ich mir beispielsweise mal Scharfenberg im Sauerland vorstelle. Die Heimat meines Vaters und der Ursprung des netten Postfixes “Woll?” – gelegentlich auch “Wuohl?” – in Scharfenberg gibt es eine viele hundert Jahre alte Kirche. Es gibt nette Dorfkneipen in denen mein Opa sich ein Raucherbein erstanden hat. Es gibt eine Schützenhalle und sogar mehrere Bäcker. Es gibt fast sowas wie ein Zentrum in diesem Dorf und es gibt den Hagedorn. Der Hagedorn ist die Straße in der ich mich als Kind so blamiert habe, dass ich bis heute keinen Spaß mehr am Fußballspielen habe!
Egal, Hanksville ist nicht Scharfenberg und ich musste einfach weiter! Also an der einzigen Möglichkeit links abbiegen in Richtung Norden zur Interstate 70. Der Weg zu dieser Autobahn und das ist wirklich mal eine Straße die man als Autobahn bezeichnen könnte, ist einfach nur bolzengerade. Wären da nicht die Bodenwellen, man könnte an windstillen Tagen den Tempomaten aktivieren und ein ruhiges Schläfchen halten. Links sieht man die ganze Zeit eine Felsformation die ein wenig aussieht wie ein französisches Weißbrot das unregelmäßig eingedrückt und mit verschiedenen Sorten Marmelade oder auch mal Nutella bestrichen ist. Von außen, versteht sich!
Während ich also an diesem Weißbrot entlangfahre muss ich einfach ein paar kleine Filmsequenzen mit der Hosentaschenkamera drehen, sonst wird es einfach zu langweilig. Dafür kann man aber wenigstens mal mehrere Lieder im Radio hören, ohne dass man sich ständig einen neuen Sender suchen muss. Am Ende wird diese Langeweile dann mit dem Interstate 70 belohnt.
Hier darf man nun 75 Meilen schnell fahren. Ich stelle den Tempomaten auf 80 Meilen, das geht dann doch ganz zügig voran. Interessant ist, dass einige wenige Autos trotzdem überholen. Wenn man diesen aufwändigen Vorgang als überholen bezeichnen möchte. Ich fühle mich dabei immer an die Familie Griswold erinnert – an die Szene in der Chevy Chase versucht den laaaangen LKW mit den Baumstämmen zu überholen! Wie gesagt, überholen ist da übertrieben, es ist mehr ein zähes Ringen mit dem Vorbeikommen und dem Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkung – letzte muss man allerdings etwas ausdehnen und hoffen, dass es niemand sieht. Ja, so wird man also in den USA “überholt”. Interessant ist, dass alle Fahrzeuge 75 Meilen schnell sein dürfen, auch die richtig großen LKWs! Wer sich mal einen Einheitenrechner nimmt stellt schnell fest, dass 75 Meilen etwas mehr als 120 KM/h sind! Da stelle man sich mal vor in Deutschland wären die LKWs doppelt so groß und würden 50% schneller fahren – vielleicht hätten wir dann keine Staus auf der A8 mehr? Oder die doppelte Menge an Verkehrstoten – wir werden es nicht erfahren – ist vielleicht besser so!
Ok, irgendwann komme ich dann an der Ausfahrt an wo es in Richtung Moab geht. Ein kleines Männchen in meinem Ohr, vielleicht ist es ein Fan von Marius Müller Westernhagen, summt FREIHEIT FREIHEIT IST DAS EINZIGE WAS ZÄHLT – also nicht blinken und geradeaus weiterfahren, nach Osten! Der ist ja seit einiger Zeit im Aufbau und da soll es ja ganz schön sein! Ich nehme also erst die Ausfahrt 204. Warum eigentlich 2004? Meine private These ist, dass sich die Nummern der Ausfahrten aus den gefahrenen Meilen seit dem Ursprung der jeweiligen Autobahn ergeben. Eigentlich gar nicht so blöd – wie vieles hier!
Und schon ist es vorbei mit den gerade Straßen denn nun bin ich genau in dem Tal, das mir die nette Dame mir gestern beim Orangen in Cola am Bryce wärmstens ans Herz gelegt hat. Es heißt Castle Valley und noch stelle ich mir nichts besonderes darunter vor. Doch nach ein paar Meilen ist es einfach nur großartig. Rechts neben mir fließt der Colorado River, am Horizont ein schneebedeckter 4.000er und dazwischen wild zerklüftete rote Felswände. Der kleine Mann im Ohr summt immer lauter und mir liegt ein “GEIL” auf der Zunge – nur wem soll ich es mitteilen?
Eine halbe Stunde später bin ich dann bei der Red Cliffs Lodge. Dieses Areal hatte mir die nette Lady gestern am Bryce wärmstens empfohlen – “You can’t miss that!” hat sie gesagt und sie hat recht. Man findest es, ob man will oder nicht. Es gibt dort richtig viele richtig schöne richtig neue richtig nett am Fluss gelegene Holzhäuser. Ein kleines Paradies! Für 99 Dollar pro Tag.Kurz überlege ich ob ich soll, dann fahre ich doch weiter in Richtung Moab. Morgen will ich mal zum Arches Nationalpark – da ist es vielleicht besser, wenn man direkt vor dessen Haustüre wohnt! Aber irgendwie möchte ich da doch noch mal hin – vielleicht nächste Woche? Um dort Urlaub mit Kindern zu machen ist es sicher großartig. Es gibt reichlich Pferde und wenn die Kids reiten können ist es sicher das genialste was man seinen Pens antun kann (@Thomas!)Etliche Flussbiegungen weiter bin ich dann schon fast in Moab. Am Ortseingang gibt es die üblichen Werbetafeln die auf die Weltallerbesten Dinge hindeuten. Zwei Meilen später ist man dann im Zentrum, das eigentlich gar keines ist. Jedenfalls gibt es jede Menge Tankstellen, Restaurants und Motels – Herz was willst Du mehr und den Rest kennt Ihr ja schon…Das hier gibt es dann morgen…Hier nicht schnell die Trackanalyse:
Und das KMZ zum selber gucken!
Umzug – Oder: Warum ich wieder mal verschlafen habe
Der Tag am Big Horn Canyon steckt mir noch in den Knochen. Mit dem Radiowecker hier im Zimmer komme ich nicht klar, er hat sich nicht um 7h gemeldet, also habe ich tief und fest bis 8h13 geschlafen. Jetzt ist es 8h52 – Wolfgang hat sich eben gemeldet – er ist wieder heil und gesund daheim! Prima!
Eine Route für heute habe ich mir gestern noch überlegt, mal schauen ob es eine gute Idee ist?
Es soll über den Highway 12 nach Boulder gehen, hinter Boulder dann durch den obergenialen Burr Trail, dann durch den Capitol Reed National Park. Dann weiter durch denn Halls Creek und Sandy Creek nach Norden. Dann über den Highway 24 nach Osten in Richtung Hanksville. Je nachdem wie ich dann drauf bin versuche ich im Whispering Sands Motel ein Zimmer zu bekommen. Vielleicht geht es auch noch weiter in Richtung Moab – mal sehen! Ihr werdet es (hoffentlich erfahren)
Wenn ich mich die nächsten Tage nicht mehr melde, schickt bitte einen Suchtrupp los, ich bin dann zwischen Capitol Reed und Highway 24 gestrandet – wird aber hoffentlich noch nötig!
Hier die Tagesplanung – damit mir das GARMIN ggf. mein Leben retten kann :-]
Jetzt aber los – schade, dass es das Beste Frühstück der Welt nur in Mainz gibt…
































































































































































































































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