Alles über die Nikon-Fotografie

Nikon F7 – Totgesagte leben länger

Nikon F7

Seit mehr als 50 Jahren hat Nikon mit Kameras der F-Serie Geschichte geschrieben. Aber dem Siegeszug der digitalen Fotografie musste sich auch dieser Hersteller beugen. Als einzige traditionelle Kamera ist derzeit noch die Nikon F6 zu einem exorbitant hohen Preis erhältlich. In früheren Zeiten hat Nikon etwa alle 7-8 Jahre ein neues Modell der  F-Serie vorgestellt. Die Nikon F6 hat bereits 2004 die Nikon F5 abgelöst. Sie wird also bereits seit etwa 8 Jahren produziert und folgt man dem „Gesetz der Reihe“ so wäre langsam eine F7 fällig. Aber sie ist weit und breit nicht in Sicht.

Eigentlich macht eine F7 im Zeitalter der D800 und der D4 auch nicht mehr so richtig viel Sinn. Das liegt weniger an der digitalen Konkurrenz als daran, dass es kaum noch Laboratorien gibt in denen man seine Filme noch entwickeln lassen könnte. Ok, einen Kodak T-Max 100 kann man selbst entwickeln und man hat damit einen tollen sehr feinkörnigen Film. Aber auch Kodak kämpft gerade mit der Insolvenz und wie lange Fuji noch durchhält ist ungewiss. Bislang war die internationale Filmindustrie immer eine guter Abnehmer für Filmmaterial. Aber auch hier wird mehr und mehr digital produziert und damit bricht den Herstellern von Filmen langsam aber sicher auch dieses Standbein weg.


Wer künftig noch Filme belichten möchte wird also auf teure Nischenprodukte ausweichen müssen. Ich denke es wird noch lange Zeit Filme zu kaufen geben, aber es wird von Jahr zu Jahr teurer und exklusiver werden diese noch zu verwenden.

Und damit braucht die Welt eigentlich auch keine Nikon F7, denn was sollte sie können was die F6 nicht kann? Und wer ein ganz wirklicher Bewahrer der „guten alten Werte“ ist, der fotografiert auch eher mit einer Nikon Fm oder einer F3 als mit diesem vollelektronischen Superding. So gesehen denke ich, dass bevor Nikon eine F7 auf den Markt bringen wird, sie eher die Produktion traditioneller Kameras gänzlich einstellen werden. Wirklich schlimm wäre das indes nicht, denn der Markt für gebrauchte Nikon Kameras läuft noch immer sehr gut.


Wer derzeit beispielsweise versucht eine gut erhaltene Nikon Fm3a billig zu ergattern wird schnell feststellen müssen, dass dieses Fotogerät bei vielen engagierten Amateuren noch immer das Objekt der Begierde darstellt. Preise von 800 Euro und mehr sind für eine Fm3a in neuwertigem Zustand im Jahr 2012 keine Seltenheit.

Totgesagte leben länger – auch ohne eine Nikon F7 – meine ganz persönliche Meinung :-)

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One Response

  1. Stefan Poppe

    Hallo Ansgar,
    die Aussage kann ich nicht so stehen lassen.
    Zitat“ Das liegt weniger an der digitalen Konkurrenz als daran, dass es kaum noch Laboratorien gibt in denen man seine Filme noch entwickeln lassen könnte.“

    Natürlich liegt es daran dass die breite Masse zur digitalen Fotografie gewechselt ist und die Labore mangels Aufträgen schließen oder die Entwicklung der Filme vernachlässigen.
    Aber ich kann nur auf den exelenten Service von Photostudio 13 in Stuttgart verweisen, wo ich noch nie Probleme hatte und die entwickelten Filme spätestens nach 3 Tagen, in einwandfreier Qualität, zurück sind.
    Stefan

    13. Juli 2012 at 15:16

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