{"id":6636,"date":"2012-04-19T18:30:48","date_gmt":"2012-04-19T17:30:48","guid":{"rendered":"http:\/\/anscharius.wordpress.com\/?p=6636"},"modified":"2012-04-19T18:30:48","modified_gmt":"2012-04-19T17:30:48","slug":"fuji-x100-fotografieren-bei-available-light","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nikonhumors.com\/?p=6636","title":{"rendered":"Fuji X100 &#8211; Fotografieren bei Available-Light"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema &#8222;Fotografieren bei vorhandenem Licht&#8220; ist so alt wie die Fotografie selbst. Irgendwie ist der Titel ein wenig paradox, wie soll man ohne das vorhandene Licht fotografieren? Aber lassen wir diese Spitzfindigkeiten, es geht darum lediglich das vorhandene Licht zu nutzen und keine zus\u00e4tzlichen Lichtquellen wie Blitzlichter oder Scheinwerfer einzusetzen um die Szenerie auszuleuchten. Der Einsatz von Reflektoren oder \u00e4hnlichen Hilfsmitteln ist dabei durchaus legitim, ist bei Hardcore-Available-Light-Fotografen aber verp\u00f6nt.<\/p>\n<p>Heute m\u00f6chte \u00a0ich Euch kurz zeigen wie man mit der Fuji Finepix X100 ohne jeglichen zus\u00e4tzlichen Schnickschnack sehr sch\u00f6n ausdrucksstarke Momentaufnahmen hinbekommt.<\/p>\n<p>Als Beispiel habe ich einige Fotos die heute ganz spontan zur Mittagszeit in meinem B\u00fcro entstanden sind. Meine X100 hatte ich mehr oder wenig zuf\u00e4llig dabei, geplant war nichts und eigentlich wollte ich meinem Kollegen Niklas nur kurz demonstrieren, dass man mit dieser kleinen unscheinbaren Kamera im Retrokleid mehre als nur Knipsbilder machen kann. Nach dem ersten Bild hat er mich dann gefragt warum ich die Kamera zur Seite geschwenkt habe. Ganz einfach, es sieht bei den meisten Portrait nicht gut aus wenn der portraitierte Mensch mittig im Bild zu sehen ist. Schaut man bei Kinofilmen ber\u00fchmter Regisseure und Kameraleute bewusst hin stellt man fest, dass auch sie diese Regel praktisch immer befolgen. In der Mitte der Fotos sind die &#8222;Verlierer&#8220; der Filme. Die Stars und Helden stehen meist im linken oder rechten Drittel des verf\u00fcgbaren Ausschnitts.<\/p>\n<p>Nachdem einer kurzen Diskussion dann das gleiche Fotos mit Niklas in der Bildmitte. Die Aussage ist g\u00e4nzlich anders. Dann f\u00e4llt uns auf, dass die Leuchtstoffr\u00f6hren an der Ecke einen (umgekehrten) V-f\u00f6rmigen Lichtschein auf die Wand bringen. Als Niklas mittig davor stand sah es coole aus, fast wie ein Heiligenschein. So entstanden innerhalb k\u00fcrzester Zeit drei sehr unterschiedliche Fotos die Ihr hier seht. Diese Bilder k\u00f6nnt ihr hier sehen. Ich habe sie nur auf 590 Pixel Seitenbreite verkleinert, sie sind also v\u00f6llig &#8222;ungeschminkt&#8220;. Die &#8222;getunten&#8220; Versionen sehr ihr in etwas h\u00f6herer Aufl\u00f6sung weiter unten. Aber nun zur Diskussion dieser Bilder&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6637\" title=\"DSCF2492-590px\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/dscf2492-590px.jpg\" alt=\"Bild 1 - Fuji FinePix X100 - Available Light\" width=\"590\" height=\"392\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6638\" title=\"DSCF2493-590px\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/dscf2493-590px.jpg\" alt=\"Bild 2 - Fuji FinePix X100 - Available Light\" width=\"590\" height=\"392\" \/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/dscf2494-590px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6639\" title=\"DSCF2494-590px\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/dscf2494-590px.jpg\" alt=\"Bild 3 - Fuji FinePix X100 - Available Light\" width=\"590\" height=\"392\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schaut man sich Bild 1 und 2 im Vergleich sehr genau an, wird eine Schw\u00e4che der Fuji X100 im Bezug auf die Portrait-Fotogafie sichtbar. Diese Kamera hat ein eingebautes Weitwinkelobjektiv mit fixer Brennweite. Diese Objektive sind f\u00fcr Portraits aus n\u00e4chster N\u00e4he meist recht ungeeignet weil sie die Proportionen der Gesichter der fotografierten Personen verzerren. Je n\u00e4her man einem Gesicht kommt umso mehr tritt der Abstand zwischen Nasenspitze und Ohren negativ in Erscheinung. Fotografiert man ein Gesicht beispielsweise mit einem extremen Weitwinkelobjektiv aus nur 2-3 cm Entfernung, so w\u00e4re die Nase riesengro\u00df abgebildet, die Ohren aber unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig klein. Das Ergebnis sind die &#8222;Knollnasen-Bilder&#8220; die tagt\u00e4glich mit den Handys dieser Welt geknipst werden. Sch\u00f6n sind sie nicht. Wer mit der X100 ein Portrait fotografieren m\u00f6chte sollte dies immer im Hinterkopf behalten &#8211; Abstand &#8211; das hier ganz wichtig.<\/p>\n<p>Doch durch den Abstand gelangen auch mehr Elemente der Umgebung auf das Bild, dies lenkt oft von der portraitierten Person ab. Profis nutzen deshalb meist ein leichtes Teleobjektiv. Durch den engen Blickwinkel hebt sich die fotografierte Person sch\u00f6n von der Umgebung ab. Auch kann bei komplett ge\u00f6ffneter Blende die Tiefensch\u00e4rfe so weit reduziert werden, dass Bildelemente des Hintergrundes sehr sch\u00f6n in Unsch\u00e4rfe verschwimmen. Ob diese Unsch\u00e4rfe sch\u00f6n aussieht oder nicht, daran reiben sich ebenfalls viele Fotografen. Die Hintergrundunsch\u00e4rfe wird meist als &#8222;Bokeh&#8220; bezeichnet. Makroobjektive sind f\u00fcr h\u00f6chsten Detailreichtum ausgelegt und haben oft kein wirklich tolles Bokeh, sind also f\u00fcr Portraits meist nicht die erste Wahl. Objektive wie das Nikon AF-D 1.4\/85mm sind speziell f\u00fcr die Portraitfotografie konstruiert und ihr Bokeh ist meist wirklich umwerfend. Diese Objektive heben die Personen sch\u00f6n vom Hintergrund ab und lenken das Auge des Betrachters implizit auf das Wesentliche.<\/p>\n<p>Wie sieht es diesbez\u00fcglich bei der Fuji X100 aus? Das Objektiv dieser Kamera ist 1:2.0 relativ lichtstark und liefert bei ge\u00f6ffneter Blende ein brauchbares Bokeh. Es ist nicht mit dem Nikon 1.4\/85 zu vergleichen, aber wie man in den Beispielbildern sieht durchaus brauchbar.<\/p>\n<p>Um mit der X100 ohne Stativ und Blitzlicht fotografieren zu k\u00f6nnen habe ich spontan ISO-400 eingestellt. Bei Blende 2.0 hat die Kamera dann 1\/420s belichtet. Eine Bewegungsunsch\u00e4rfe ist damit fast ausgeschlossen, schaut man sich die Bilder im der 100% Ansicht an, so sind sie erstaunlich scharf und detailreich.<\/p>\n<p>Hier ein 100% Ausschnitt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/100-prozent-detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6642\" title=\"100-Prozent-Detail\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/100-prozent-detail.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"590\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schaut man genau hin so sieht man, dass die Nasenspitze nicht wirklich scharf ist, die Bartstoppeln und die Wimpern aber sehr deutlich abgebildet sind. Damit w\u00e4ren wir beim n\u00e4chsten Aspekt der Portrait-Fotografie angekommen. Die Augen der Menschen sind oft der wesentliche Aspekt eines Portraitfotos. Die Augen sollten scharf abgebildet sein, aber wie man hier sieht, betr\u00e4gt die Tiefensch\u00e4rfe selbst bei der X100 mit voll ge\u00f6ffneter Blende nur wenige Zentimeter. Hier sind Erfahrung und Pr\u00e4zision die besten Helfer. Es ist oft auch hilfreich mehrere Fotos nacheinander zu machen. Zum einen &#8222;entkrampft&#8220; sich das Modell, denn es tut ja gar &#8222;nicht weh&#8220;. Zum anderen steigt mit jedem Bild die Chance, dass die Sch\u00e4rfeebene perfekt dort liegt wo man sie haben m\u00f6chte, auf den Augen.<\/p>\n<p>Fotografiert man ein Gesicht von der Seite ist es oft kaum m\u00f6glich beide Augen scharf abzubilden. Hier muss man sich also entscheiden, die meisten Fotografen entschlie\u00dfen sich in dieser Situation das Auge scharf abzubilden welches der Kamera am n\u00e4chsten ist. Das kann man machen, muss man aber nicht. Oft ist auch eine etwas andere Perspektive eine gute Option.<\/p>\n<p>Nun zur Ausarbeitung der Fotos. Die drei oben gezeigten Bilder haben einen gelblichen Farbstich. Mit den Farben nimmt es die X100 sowieso nicht so ganz genau. Hier m\u00fcsste man eigentlich mit Tools wie beispielsweise dem X-Rite Colorchecker Passport zu Beginn der Session ein Referenzbild aufnehmen aus dem sich ein zur Session passendes ICC-Profil f\u00fcr die RAW-Konertierung ableiten l\u00e4sst. Hat man all das nicht zur Verf\u00fcgung, so ist kann man jedoch sp\u00e4ter bei der RAW-Konvertierung viele Schw\u00e4chen der Bilder ausgleichen.<\/p>\n<p>Hier habe ich Bild 3 mit Adobe Camera-RAW Version 6.6 in ein JPG konvertiert. Die Farbs\u00e4ttigung habe ich verringert, die Objektivkorrektur hat Vignettierung und Verzeichnungen des Objektivs verschwinden lassen. Dann habe ich noch die knallig rote Ecke des B\u00fcrostuhl und ein paar kleine Unsch\u00f6nheiten mit dem Kopierstempel entfernt. That&#8217;s it! (1000 Pixel breit &#8211; einfach anklicken)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/dscf2494-1000px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6645\" title=\"DSCF2494-1000px\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/dscf2494-1000px.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"392\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zum Abschluss hier noch die Schwarz-Weiss Version dieses Bildes. Hier habe ich in Photoshop CS 5.1 den Black&amp;White Dialog verwendet. Ausgehend von der Simulation eines Gelbfilters habe ich die Graustufen so angepasst, dass sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt. Zum Abschluss habe ich einen ganz leichten Sepia-Farbton erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/dscf2494-sepia-1000px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6646\" title=\"DSCF2494-Sepia-1000px\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2012\/04\/dscf2494-sepia-1000px.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"392\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ob der Lichtschein im Hintergrund nun cool ist oder nicht muss jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden. Je \u00f6fter ich ihn anschaue umso weniger gut gef\u00e4llt er mir inzwischen, aber das ist eben &#8222;Available Light&#8220;. Hier hilft nur die gezielte Beurteilung der Bilder im Rahmen der Aufnahmesession. Durch \u00c4nderung der Perspektive und &#8222;Wandern im Raum&#8220; \u00a0k\u00f6nnen unterschiedliche Stimmungen eingefangen werden. Sp\u00e4ter bei der Ausarbeitung des Bildmaterials kann man sich dann in Ruhe f\u00fcr einzelne Bilder der Session entscheiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema &#8222;Fotografieren bei vorhandenem Licht&#8220; ist so alt wie die Fotografie selbst. Irgendwie ist der Titel ein wenig paradox, wie soll man ohne das vorhandene Licht fotografieren? Aber lassen wir diese Spitzfindigkeiten, es geht darum lediglich das vorhandene Licht zu nutzen und keine zus\u00e4tzlichen Lichtquellen wie Blitzlichter oder Scheinwerfer einzusetzen um die Szenerie auszuleuchten. 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