{"id":3016,"date":"2011-03-21T02:58:56","date_gmt":"2011-03-21T01:58:56","guid":{"rendered":"http:\/\/anscharius.wordpress.com\/?p=3016"},"modified":"2011-03-21T02:58:56","modified_gmt":"2011-03-21T01:58:56","slug":"frustrating-day","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nikonhumors.com\/?p=3016","title":{"rendered":"Frustrating Day"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Nacht war ruhiger als bef\u00fcrchtet. Sp\u00e4t am Abend hatten meine multiple Nachfragen dann doch Erfolg. Der Mitarbeiter an der Rezeption im Comfort Inn begleitet mich die paar Meter und ich kann ihm die defekte T\u00fcr des Nebeneingangs zeigen. &#8222;Oh yeah, I&#8217;ll fix it!!&#8220; Zwei Stunden sp\u00e4ter hat er dann den T\u00fcrschlie\u00dfer so eingestellt, dass die T\u00fcr praktisch gar nicht mehr schlie\u00dft. Aber sie kracht auch nicht mehr mit einem gewaltigen Rumms gegen die Wand. Prima, nun haben wir nur noch den Stra\u00dfenl\u00e4rm. Heute Morgen bin ich dann ganz gut ausgeruht, Sandra leider nicht wirklich. Ich denke sie freut sich auf ihr Bett daheim, endlich mal wieder in Ruhe schlafen!<\/p>\n<p>Um 9h beginnen wir unsere Sachen zusammen zu packen. Dann geht es kurz r\u00fcber zu Denny&#8217;s um 10h30 checken wir aus. Ja, und was jetzt? Ich bin ein wenig ratlos. Sandras Flieger geht erst abends um 18h35 ab Mac Carran International. Wir fahren einfach mal in Richtung Hoover Damm, vielleicht k\u00f6nnen wir da ja noch ein paar sch\u00f6ne Fotos machen. Es sind laut Navigationssystem 42 Kilometer. Als wir nach etwa 30 Kilometern in Boulder City eintreffen ist vor dem Ort ein gewaltiger Stau. Nach etwa 30 Minuten sind wir am Abzweig den wir laut Navi nehmen sollten. Aber da kriechen alle lang und da geht eigentlich gar nichts. Also werden wir einen gezielten Blick auf das Navi, wir k\u00f6nnen auch durch Boulder hindurchfahren und dann sp\u00e4ter auf den Highway zur\u00fcck. Alles kein Problem, also los. Am Ortsausgang k\u00f6nnen wir dann den Lake Mead schon sehen und den langen Stau der sich bis zum Hoover Dam leider auch&#8230; Eigentlich geht da unten gar nichts, der Stau erscheint uns schier endlos. Wir schauen uns tief in die Augen, dann wende ich das Auto.<\/p>\n<p>In Boulder finden wir ein kleines Caf\u00e9, dort gibt es f\u00fcr jeden einen gro\u00dfen Becher frisch gebr\u00fchten hei\u00dfen Kaffee. Das tut gut, aber die Stimmung ist ziemlich im Keller. Das Wetter ist fies, drau\u00dfen st\u00fcrmt es und es ist kalt. Ich wei\u00df immer noch nicht was ich die n\u00e4chsten Tage unternehmen soll und Sandra ist frustriert, weil sie allein nach Hause fliegen muss. Als der Kaffee dann leer ist geht es wieder zur\u00fcck in Richtung Las Vegas. Zwischendurch verpasse ich wieder einmal grandios eine Ausfahrt, trotz Navigationssystem! Die Ausfahren sind hier irgendwie anders als bei uns in Deutschland. Hier sind die Stra\u00dfen oft 5 oder 6-spurig. Zwei Spuren biegen nach Osten ab, zwei nach Western, in der Mitte geht es geradeaus weiter &#8211; leider ist das nicht immer so. Ist man gerade ganz links und stellt dann fest, dass man eigentlich auf eine der rechten Spuren m\u00fcsste, hat man oft ein Problem. Hier in den USA darf man links und rechts \u00fcberholen wie man will. Gerade das ist f\u00fcr mich hier oft ein Problem. Grunds\u00e4tzlich ist es ja ok, dass man Schleicher rechts \u00fcberholen kann, aber wenn ich der Schleicher bin, dann ist es hochgradig verunsichernd wenn man \u00fcber vier oder f\u00fcnf Fahrspuren hinweg wechseln soll und da rechts lauter Autos und LKWs an einem vorbeiflitzen.<\/p>\n<p>Im Zweifel bleibe ich dann lieber auf der Spur auf der ich bin und wende an der n\u00e4chsten Ausfahrt. So auch heute mal wieder, anders w\u00e4re es ja auch langweilig :-)<\/p>\n<p>Als wir am Flughafen ankommen ist es noch viel zu fr\u00fch, nicht einmal 14h. Sandra hat am Vorabend beim Roulette 20$ auf Schwarz gesetzt und auch prompt verloren, das war ihr letztes Bargeld. Im Caf\u00e9 habe ich ihr 5$ gegeben, mehr wollte sie nicht. Nun hat sie noch fast 5 Stunden bis der Flieger abhebt und sie hat nur 5$ in der Tasche. Als wir dann vor dem Terminal in der Pick-Up-Zone stehen, also da wo man nur kurz zum Ein- und Aussteigen halten darf, erscheint mir Sandra zutiefst gefrustet. &#8222;Und ich dachte Du kommst noch mit hinein?&#8220; Man sollte mehr mit einander sprechen, ich kann da nicht mit hineinkommen, auch wenn ich es wirklich gern w\u00fcrde. Es gibt noch einen Abschiedskuss und dann muss ich auch schon wieder los.<\/p>\n<p>Im R\u00fcckspiegel sehe ich Sandra noch mit ihrem Gep\u00e4ck im Terminal verschwinden. Wie es f\u00fcr sie jetzt wohl alles werden wir? W\u00e4hrend ich so dahin gr\u00fcble nehme ich wieder den falschen Weg. Statt links herum direkt zur Ausfahrt fahre ich zum Terminal 1 &#8211; da wo die &#8222;Domestic Flights&#8220; starten. Dort ist auf vier Fahrstreifen die H\u00f6lle los. Leute steigen ein und aus, \u00fcberall Fu\u00dfg\u00e4nger, es geht da eigentlich gar nichts. Aber irgendwann ist auch das geschafft.<\/p>\n<p>Mein Weg f\u00fchrt mich quer durch Las Vegas in Richtung Osten. Beim Casino &#8222;New York New York&#8220; biege ich links auf den &#8222;Strip&#8220; ab. Ich will nach S\u00fcden bis zum Highway 160 und dann in Richtung Death Valley fahren. Beim Kaffee haben wir noch kurz dar\u00fcber gesprochen. In Death Valley regnet es eigentlich fast nie, warum nicht die beiden n\u00e4chsten &#8222;Regentage&#8220; dort ohne Regen verbringen? Kurz bevor ich zum Highway 160 komme sehe ich auf der rechten Seite FRY&#8217;s &#8211; einen gewaltigen Techniksupermarkt &#8211; etwa doppelt so gro\u00df wie das was wir so als MediaMarkt kennen. Also rechts auf den Parkplatz. Doch ich bin wieder eine Auffahrt zu fr\u00fch und muss \u00fcber den ganzen riesigen Parkplatz, alle 20 Meter ist dort eine h\u00fcbsch gelb gestrichene Bodenwelle. In eine langen Schlange schaukeln wir zu FRY&#8217;s. Pl\u00f6tzlich habe ich eine junge Frau mit gewaltigem Hinterteil direkt vor meinem Auto, wo kommt die denn her? Und wie sieht die denn aus? W\u00e4hrend ich ungl\u00e4ubig auf ihren dicken Hintern starre, scheint sie meine Gedanken zu lesen und zeigt mir prompt den l\u00e4ngsten Finger ihrer rechten Hand. Nicht alle Amerikaner sind immer nur freundlich!<\/p>\n<p>Im FRY&#8217;s finde ich dann nicht wirklich etwas, ich bin irgendwie auch viel zu gefrustet von unserem dann doch so schnellen Abschied.<\/p>\n<p>Ich finde eine 256GB SSD im externen Geh\u00e4use mit USB 3.0 f\u00fcr 576$, die interne Version kostet genau so viel. Aber das kann ich auch in Deutschland kaufen. Dann ist da noch ein kleine 2,5&#8243; Festplatte mit 1,5TB f\u00fcr 179$ &#8211; mit USB 3.0 und Firewire 800 &#8211; ach egal&#8230; Bei den Kameras kommt vielleicht die Nikon D7000 in Frage, aber warum? Ich habe die D300, die D2x und die P7000 dabei &#8211; ach ja &#8211; die F80 auch noch. Also verlasse ich den Laden und kaufe einfach gar nichts.<\/p>\n<p>Etwa eine Stunde sp\u00e4ter bin ich dann in Pahrump &#8211; so wie vor fast genau drei Wochen. Im gleichen Supermarkt gehe ich ein wenig Einkaufen. Es gibt 24 kleine Flaschen Wasser, 8 Flachen Doctor Pepper, Kekse, Kr\u00e4cker, Chips, Obst, was man so braucht. Bier habe ich nat\u00fcrlich vergessen, das bemerke ich aber erst an der Kasse, ach egal &#8211; ist sowieso ein bl\u00f6der Tag und ich habe noch drei Corona im Kofferraum.<\/p>\n<p>In der Schreibwarenecke kaufe ich mir noch zwei sch\u00f6ne gro\u00dfe beschichtete wei\u00dfe Pappkartons. Eigentlich sind sie zum Malen da! Aber ich werde sie sp\u00e4ter im Hotel verwenden um Staub-Referenzfotos mit der D2x und der D300 zu machen. Diese Dateien mit der Endung *.NDF kopiert man eigenfach zu den Bildern die man mit den gleichen &#8222;Staubk\u00f6rnern&#8220; gemacht hat. \u00d6ffnet man dann die RAW-Bilder mit Nikon Capture, so erkennt das Programm diese NDF-Referenzdatei und retuschiert den Staub automatisch weg. Kein schlechtes Feature! Nur hatte ich die ganzen Tage nirgendwo eine ebenm\u00e4\u00dfige wei\u00dfe Fl\u00e4che die man f\u00fcr das Staubreferenzbild ben\u00f6tigt. Nun habe ich sie und sie hat nur 1,99$ gekostet!<\/p>\n<p>An der Kasse werde ich wieder mal gefragt ob ich eine Kundenkarte habe. Habe ich nicht, ich komme aus Deutschland und bin hier nur auf der Durchreise. Die Verk\u00e4uferin ist toll, sie z\u00fcckt ihre Karte und ich spare etliche Dollar. Die Mehrzahl der Menschen hier ist doch supernett!<\/p>\n<p>Es geht weiter in Richtung Death Valley. Bei der Death Valley Junction gibt es das Amargosa Hotel. Ein uraltes Geb\u00e4ude, das seit vielen Jahren mit dem Verfall k\u00e4mpft. Aber es liegt recht g\u00fcnstig und via Internet habe ich gesehen, dass es dort Zimmer f\u00fcr etwa 70$ gibt. Bedenkt man, dass die erste Nacht direkt um die Ecke im Furnace Creek Resort 340$ plus Steuer ohne Internet und Fr\u00fchst\u00fcck gekostet hat, ist das fast ein Schn\u00e4ppchen!<\/p>\n<p>Als ich dort ankomme ist noch ein Zimmer mit zwei gro\u00dfen Betten f\u00fcr zwei Tage frei. Das Zimmer hat sogar eine Dusche und kostet 75$ pro Nacht plus Steuern. Ich willige ein. Es ist ein witziger Check-In. Der Chef hat eine Weile in Bitburg gelebt. &#8222;Bitte ein Bit&#8220; &#8211; &#8222;Over there you can get a Fr\u00fchst\u00fcck tomorrow in the morning.&#8220; Spontan f\u00fchle ich mich an den witzigen Sprachmix bei Jo und Caro auf Teneriffa erinnert.<\/p>\n<p>Das Zimmer ist dann eher ern\u00fcchternd. Ok, aber ich muss hier nur schlafen. Daf\u00fcr ist die Lobby ganz nett und gegen eine Spende von 15$ bekomme ich das Kennwort f\u00fcr das WLAN. Es ist nicht schnell, aber ich kann f\u00fcr Familie und Freunde meinen BLOG weiterf\u00fchren. Also Leute, dieser Artikel kostet 7,50$ :-)<\/p>\n<p>Bei meinem kleinen Rundgang durch die Lobby habe ich eben gelernt, dass dieses Hotel wirklich schon uralt ist und zu Zeiten gebaut wurde, als hier im Death Valley noch Borax abgebaut wurde. Es blickt auf eine sehr bewegte Vergangenheit zur\u00fcck! Im Jahr 1967 hatte dann die K\u00fcnstlerin Marta Becket hier eine Reifenpanne. Aus diesem unfreiwilligen Stop wurde eine viele Jahre w\u00e4hrende Liebesbeziehung mit diesem Fleckchen Erde. Martha Becket hat hier gleich nebenan ein kleines Opernhaus gegr\u00fcndet und viele Jahre lang ein wenig Kunst an den trockensten und lebensfeindlichsten Ort der USA gebracht. Vor diesem Hintergund ist auch der Zustand der Zimmer ok :-)<\/p>\n<p>Hier gibt es weitere Informationen zu diesem ganz witzigen \u00d6rtchen:<\/p>\n<p><a title=\"Einfach hier Klicken um den Artikel in der Wikipedia zu \u00f6ffnen\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Marta_Becket\" target=\"_blank\">http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Marta_Becket<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht war ruhiger als bef\u00fcrchtet. Sp\u00e4t am Abend hatten meine multiple Nachfragen dann doch Erfolg. 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