{"id":2312,"date":"2011-02-20T20:38:35","date_gmt":"2011-02-20T19:38:35","guid":{"rendered":"http:\/\/anscharius.wordpress.com\/?page_id=2312"},"modified":"2011-02-20T20:38:35","modified_gmt":"2011-02-20T19:38:35","slug":"dynamik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nikonhumors.com\/?page_id=2312","title":{"rendered":"Dynamik"},"content":{"rendered":"<p>High-Dynamic-Range &#8211; HDR &#8211; eine der in den letzten Jahren heftig diskutierten Methoden der Bildbearbeitung. Man liebt es oder man hasst es &#8211; es ist wie Canon und Nikon oder BVB 09 und Schalke 04.<\/p>\n<p>Aber was ist das denn eigentlich und worum geht es dabei? Geht es vielleicht auch anders?<\/p>\n<p>In den letzten Monaten wurde ich immer wieder angesprochen wie ich den Dynamikumfang meiner Motive in den Griff bekomme. Ich will mal versuchen ein paar Anregungen zu diesem Thema zu geben.<\/p>\n<p><strong>Tipp 1 &#8211; Fotografieren im RAW-Modus<\/strong><\/p>\n<p>Eine Bilddatei im JPG-Format kennt f\u00fcr jeden der drei RGB Kan\u00e4le 255 unterschiedliche Helligkeiten. Insgesamt sind mit einem JPG also 256 x 256 x 256 unterschiedliche Farbt\u00f6ne darstellbar. Die meisten Monitore und Drucker k\u00f6nnen nicht mehr als die resultierenden 16.777.216 Farben darstellen.<\/p>\n<p>Viele Kameras wie bspw. die Nikon D300 k\u00f6nnen aber je RGB Kanal mit 14-Bit Farbtiefe fotografieren. Was bedeutet das? Hei\u00dft 14 statt 8 Bit, dass etwa doppelt so viele Farbnuancen darstellbar sind? Wer sich ein wenig mit der Rechnerei im Bin\u00e4rformat auseinandersetzt stellt schnell fest, dass 3 x 14 Bit bedeuten, dass es hier um 16384 x 16384 x 16384 = 4.398.046.511.104 Farbnuancen geht. Wow?<\/p>\n<p>Man stelle sich nun ein Motiv mit extrem krasser Helligkeitsverteilung vor. Vielleicht eine Landschaftsaufnahme mit grell wei\u00dfen Wolken und einer tiefen dunklen Schlucht darunter.<\/p>\n<p>Beim Fotografieren im JPG-Format k\u00f6nnte man das vereinfacht etwa so darstellen:<\/p>\n<p>[&#8211;dunkel&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;|  8-BIT JPG  |&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;hell&#8211;]<\/p>\n<p>Legt man die Belichtung genau in die Mitte des vorhandenen Nuancen von Hell und Dunkel, so w\u00e4ren sowohl die hellen als auch die dunklen Bereiche abgeschnitten. Mit kamerainternen Tricks wie kann bspw. die Nikon D300 helle Bildbereiche abdunkeln und dunkle Bildbereiche aufhellen. Delithing nennt man das dann. Die Ergebnisse sind meist gar nicht schlecht und k\u00f6nnten etwa so dargestellt werden:<\/p>\n<p>[&#8211;dunkel&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;|         8-BIT JPG*      |&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;hell&#8211;]<\/p>\n<p>Fotografiert man nun im RAW-Modus, ergibt sich etwa die folgende Verteilung:<\/p>\n<p>[&#8211;dunkel&#8211;|                                      14-BIT RAW                                          |&#8211;hell&#8211;]<\/p>\n<p>Doch warum sehen diese RAW-Bilder auf dem Monitor trotzdem fast genauso aus wie die JPG&#8217;s? Ganz einfach, weil die meisten Monitore das was die RAW-Bilder an Informationen enthalten ist gar nicht darstellen k\u00f6nnen! In den RAW-Dateien steckt also in den meisten F\u00e4llen alles drin, nur wie bekommt man es heraus?<\/p>\n<p>Tonemapping w\u00e4re eine Variante. Man \u00f6ffnet bspw. eine Nikon NEF mit Nikon Capture, stellt Kontrast Farben usw. ein wie es gef\u00e4llt und speichert das Ergebnis als verlustfreie TIFF-Datei mit 3 x 16-BIT Farbtiefe. Diese Dateien sind zwar riesig, aber es ist eben &#8222;alles drin&#8220;.<\/p>\n<p>Die TIFF-Datei kann man dann mit einem Tonemapping-Programm wie bspw. Photomatix \u00f6ffnen und die enthaltenen Tonwerte so zusammenschieben, dass sie in den JPG-Tonwertumfang passen. Klingt ganz einfach, ist aber in der Regel nicht so einfach, weil es sooo viele Einstellm\u00f6glichkeiten gibt. Wer hier nicht \u00fcbertreibt bekommt auch sch\u00f6ne Ergebnisse.<\/p>\n<p><strong>Tipp 2 &#8211; Belichtungsreihen<\/strong><\/p>\n<p>Wer keine Lust auf den oben beschriebenen mitunter langwierigen und zeitraubenden Prozess hat, k\u00f6nnte sich auch mit Belichtungsreihen helfen, die bspw. mit Photoshop zu einem einzigen Bild zusammen gesetzt werden. Bevor es Tonemapping-Tools gab war diese Technik in sehr popul\u00e4r und wurde oft als DRI  oder auch Dynamic-Range-Increase bezeichnet. Je nach Motiv ist diese Technik sehr einfach, oder aber auch ziemlich &#8222;fummelig&#8220;.<\/p>\n<p>Ich habe hier mal eine ganz einfaches Beispiel, ein krasser Gewitterhimmel \u00fcber dem Canyonlands Nationalpark in Utah.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/rohbilder1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2315\" title=\"rohbilder\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/rohbilder1.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"126\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hier haben wir drei JPGs die mit einem Unterschied von 1.0 EV (Exposure Value = Lichtwert = Blende) aufgenommen wurden.<\/p>\n<p>Aufgrund des sehr einfachen Motivs ist eine Montage mit drei Ebenen und zwei Ebenenmasken hier wirklich einfach und in wenigen Augenblicken zusammen gestellt. So k\u00f6nnte das dann aussehen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/composing.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2314\" title=\"Composing in Photoshop\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/composing.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"368\" \/><\/a><\/p>\n<p>Man beachte hier die drei Ebenen rechts unten im Screenshot. Die obere Ebene enth\u00e4lt den Himmel, die mittlere den Horizont und die untere Ebene den Nationalpark samt Canyon. Der Belichtungsumfang wurde hier also mit sehr einfachen Mitteln um 2 Lichtwerte bzw. Blendenstufen erweitert. Wenn man bedenkt, dass ein Lichtwert die doppelte &#8222;Lichtmenge&#8220; umschreibt ist das schon gar nicht schlecht!<\/p>\n<p>Bei komplexeren Motiven ist allerdings das Zusammensetzen gar nicht so einfach. Man w\u00fcrde es in der Regel \u00fcber die automatische Auswahl der Lichter mit einer &#8222;weichen Auswahlkante&#8220; (Feather) versuchen. Was aber nicht ganz einfach ist und oft zu unsch\u00f6nen dunklen R\u00e4ndern f\u00fchrt. Aber auch hier macht \u00dcbung den Meister.<\/p>\n<p>Verbiegt man die Tonwertkurve (auch Gradationskurve genannt) ein wenig in der Form eines S, so ist das Ergebnis schon ganz ok.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/tonwertkurve.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2316\" title=\"tonwertkurve\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/tonwertkurve.jpg\" alt=\"\" width=\"489\" height=\"475\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/tonwertkurve.jpg\"><\/a>So sieht das Ergebnis dann aus:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/dsc8160-61-62-1000.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2317\" title=\"Fertige Monate aus drei Bildern\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/dsc8160-61-62-1000.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"392\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/dsc8160-61-62-1000.jpg\"><\/a>Schon ganz ansehnlich, oder?<\/p>\n<p><strong>Tipp 3 &#8211; Grauverlaufsfilter <\/strong><\/p>\n<p>Grauverlaufsfilter geh\u00f6ren seit \u00fcber 100 Jahren zur Landschaftsfotografie wie das Bier zur Bratwurst. Es gibt sie in vielen Varianten, unterschiedlichen Dichten und Farbt\u00f6nen. Es gibt sie in rund mit drehbaren Schraubfassungen oder als eckige Filterscheiben f\u00fcr den Cokin-Filterhalter.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/dscn1183.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2319\" title=\"DSCN1183\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/dscn1183.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"455\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/dscn1183.jpg\"><\/a>Bez\u00fcglich der optischen Qualit\u00e4t sind hochwertige verg\u00fctete Filter aus Glas den eckigen Kunststoffscheiben \u00fcberlegen, aber sie schr\u00e4nken bei der Bildgestaltung auch ein wenig ein. Schlie\u00dflich sieht es meist ziemlich langweilig aus wenn der Horizont in der Bildmitte verl\u00e4uft &#8211; oder? Dennoch z\u00e4hlen diese Filter f\u00fcr mich zur notwendigen Grundausstattung in der Landschaftsfotografie.<\/p>\n<p>Ihre St\u00e4rken spielen diese Filter ganz besonders bei sehr kurzen Brennweiten aus. Dann wenn Polarisationsfilter am Himmel einen &#8222;dunklen runden Fleck&#8220; verursachen, schl\u00e4gt die Stunde der Grauverlaufsfilter! Beispielsweise beim Tokina AT-X 4\/12-24mm sehen Bilder mit 12mm Brennweite in Kombination mit einem Polfilter meist nicht wirklich gut aus. Bei Brennweiten von 17-55 mm ist der Einsatz eines Polarisationsfilters sehr viel problemloser. Man sollte aber nicht vergessen, dass ein Polfilter in der Regel bis zu zwei Blendenstufen (Lichtwerte) an Licht &#8222;schluckt&#8220;. Besonders in den Abendstunden sind damit Bilder aus der Hand oft nur mit hohen ISO-Zahlen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Hier habe ich noch zwei Vergleichsbilder &#8211; einmal mit Polfilter &#8211; einmal mit Grauverlaufsfilter.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/dsc8193-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2321\" title=\"Polfilter\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/dsc8193-2.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"392\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hier ist ein Bild das mit einer Nikon D300 und dem AF-S 2.8\/17-55mm bei 17mm entstanden ist. Vor dem, Objektiv war ein B&amp;W Polfilter f\u00fcr etwa 150 Euro &#8211; also kein billiger Schrott! Dennoch ist der Himmel nicht gleichm\u00e4\u00dfig dunkel sondern an den R\u00e4ndern etwas heller als in der Mitte. Ein Effekt der aus der Kombination von kurzer Brennweite und Polfilter resultiert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/d2x_23211.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2323\" title=\"Grauverlaufsfilter\" src=\"http:\/\/anscharius.files.wordpress.com\/2011\/02\/d2x_23211.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"392\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieses Bild wurde mit einer Nikon D2x und einem AF-D 2.8\/20mm gemacht. Der Blickwinkel ist also sehr \u00e4hnlich. Aber der Grauverlaufsfilter dunkelt den Himmel gleichm\u00e4\u00dfig ab und l\u00e4sst die Wolken sehr harmonisch erscheinen.<\/p>\n<p>Eine Kombination der Filter mit Belichtungsreihen usw. ist nat\u00fcrlich jederzeit m\u00f6glich. Es soll sogar Leute geben die einen Polfilter mit einem Grauverlaufsfilter kombinieren. Ich halte davon wenig, in der Regel f\u00fchrt das zu starker Vignettierung der Bildecken und flauen Kontrasten. In einigen wenigen Situationen mag es sinnvoll sein, aber bei der Mehrzahl der Fotografien macht es keinen Sinn.<\/p>\n<p>Ok, das war es dann erst einmal. Fragen und Anregungen sind jederzeit herzlich willkommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>High-Dynamic-Range &#8211; HDR &#8211; eine der in den letzten Jahren heftig diskutierten Methoden der Bildbearbeitung. Man liebt es oder man hasst es &#8211; es ist wie Canon und Nikon oder BVB 09 und Schalke 04. Aber was ist das denn eigentlich und worum geht es dabei? Geht es vielleicht auch anders? 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