Alles über die Nikon-Fotografie

Fuji

Lissabon mit dem Motorrad erkunden

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Meine erste Nacht in Lissabon läuft gar nicht gut. Das Bett ist mindestens 20 cm zu kurz, also hängen hinten die Füße heraus. Die Klimaanlage pustet mir voll ins Gesicht, mit geht nicht und ohne nach 60 Minuten auch nicht mehr. Die Matratze hat eine umlaufende harte Kante, irgendwann tut es richtig weh wenn hinten die Füße heraushängen, ich habe sowieso seit Wochen Probleme mit den Achillessehnen… Irgendwie schaffe ich es aber doch bis zum Morgen, auch wenn ich total fertig bin. Aber es gibt hier ein ganz ordentliches Frühstück und leckeren Kaffee. Das gleicht so manches wieder aus.

Rundreise-Lissabon

Gegen 10h mache ich mich auf den Weg zum gegenüberliegenden Zipfel Lissabons, mein Ziel ist Armada. Dort angekommen parke ich mein Motorrad in der Nähe eines alten Segelschiffes das nun ein Museum ist. Mit meiner Fuji X-E2 und dem XF 18-55mm geht es ein wenig auf und ab, bis ich in einem kleinen Café lande. Dort genieße ich bei Kaffee und Orangensaft das Leben im Süden Europas und gehe anschließend mit meiner Kamera spazieren.

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10 Jahre Nikon-Fotografie

Das Vorhaben alle meine CD’s in die Apple iCloud zu kopieren gestaltet sich zunehmend als schwierig. Hunderte von CD’s warten noch in Kisten und Kartons auf den Weg in die iCloud aber sie ist voll! Da heißt es jetzt „selektieren“ – auch wenn es weh tut – der Schrott muss weg – definitiv! Doch das gestaltet sich mehr und mehr als Abenteuer. iTunes produziert eine Fehlermeldung nach der anderen und mein „Hauptrechner“ ist unter Windows 7 seit zwei Wochen damit beschäftigt genau die Songs in die Cloud zu „pumpen“, die via iTunes-Match nicht erkannt wurden.

Es muss in großem Stil aufgeräumt werden! Zu blöd, das iTunes sogar auf dem Mac gern einfach mal abschmiert wenn man mehrere hundert Dubletten, ungeeignete Dateien und anderen Schrott aus seiner Mediathek und der iCloud löschen möchte. Aber in all dem Chaos gibt es auch kleine Lichtblicke! So ist mir doch heute eine winzig kleine MP3-Datei ins „Auge gesprungen“ die ich vor sage und schreibe 11 Jahren auf meinem Klavier im meinem Wohnzimmer mit 5 Mikrophonen, einem Mackie-Mischpult und einem DAT-Recorder aufgenommen habe.

Mit dem neuen AKG Kopfhörer klingt das gar nicht mal schlecht, eigentlich sogar gut genug um es nicht auf der 2001er Weihnachts-CD versauern zu lassen. Man könnte diese „meditative kleine Perle“ bei YouTube einstellen, dann kann sie jeder hören und mir sagen wie es ihm gefällt. Mit Final Cut Pro X ist schnell ein Titel gemacht und das Lied darunter gelegt, aber das Ergebnis ist super langweilig. Eigentlich wäre eine Diashow ganz nett? Ich gebe bei der Google-Bildersuche einfach mal Ansgar Hillebrand fotocommunity ein und finde auf einen Schlag viele viele Fotos die ich im Laufe der letzten Jahre in der fotocommunity abgelegt habe. Gleich neben meinen Safari-Webbrowser ist ein Fenster des „Finders“ geöffnet. Via Drag & Drop wandert so ein Bild nach dem anderen in einen Ordner auf der lokalen Festplatte.

Doch wie macht man aus den vielen Bildern ohne großen Aufwand eine ansprechende Diashow? Da kommt mir eine Idee – auf dem Mac gibt es doch iPhoto! Damit habe ich mich schon mehrfach beschäftigt und versucht ansehnliche Fotobücher zu erstellen. Diese habe ich letztlich alle wieder verworfen weil iPhoto bei vielen Fotos kein vernünftiges Fotobuch mehr hinbekommt – Sorry Annette – es waren die Bilder Deines 50. Geburtstages – ich schäme mich ja auch – aber iPhoto kriegt das einfach nicht so hin wie ich es mir gewünscht habe… :-(

Aber vielleicht klappt es ja mit einer Diashow? Und siehe da, das ist gar nicht schwer. Es gibt verschiedene nette Vorlagen, man kann die Musik selbst auswählen, alles ganz einfach. Doch dann dauert es doch etwas länger weil ich die Fotos sortieren möchte. Einen richtigen Leuchttisch hätte ich gern, aber iPhoto stellt einfach nur alle Bilder in einer langen Reihe nebeneinander dar. Man kann sie verschieben, doch wenn es viele Bilder sind, gerät das zur Geduldsprobe. Doch letztlich ist es dann fertig! Ich exportiere die Diashow in Full HD mit allerhöchster Auflösung, das dauert eine ganze Weile, aber es klappt! Doch das Ergebnis haut mich um! Keine 5 Minuten dauert das Video und es hat 2,27 GB – was für ein Wahnsinn dieses HD-Zeitalter doch ist… Also versuche ich mich mit anderen Einstellungen. Schließlich wähle ich „Exportieren für Monitor“. Damit entsteht nach etwa 20 Minuten eine 0,23 GB große Datei – das ist ok! Man sieht zwar deutliche Spuren der krassen Kompression, aber YouTube würde auch die gewaltige Video-Datei auf eine Qualität eindampfen die nur wenig besser wäre, wenn überhaupt… Also ab damit in Richtung YouTube.

Und hier ist sie nun, meine erste iPhoto-Diashow mit lauter selbst fotografierten Bildern (relativ wahllos ausgewählt) und einem kleinen selbst gespielten Präludium von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 2001 – Violà…


Fuji X100 – Fotografieren bei Available-Light

Das Thema „Fotografieren bei vorhandenem Licht“ ist so alt wie die Fotografie selbst. Irgendwie ist der Titel ein wenig paradox, wie soll man ohne das vorhandene Licht fotografieren? Aber lassen wir diese Spitzfindigkeiten, es geht darum lediglich das vorhandene Licht zu nutzen und keine zusätzlichen Lichtquellen wie Blitzlichter oder Scheinwerfer einzusetzen um die Szenerie auszuleuchten. Der Einsatz von Reflektoren oder ähnlichen Hilfsmitteln ist dabei durchaus legitim, ist bei Hardcore-Available-Light-Fotografen aber verpönt.

Heute möchte  ich Euch kurz zeigen wie man mit der Fuji Finepix X100 ohne jeglichen zusätzlichen Schnickschnack sehr schön ausdrucksstarke Momentaufnahmen hinbekommt.

Als Beispiel habe ich einige Fotos die heute ganz spontan zur Mittagszeit in meinem Büro entstanden sind. Meine X100 hatte ich mehr oder wenig zufällig dabei, geplant war nichts und eigentlich wollte ich meinem Kollegen Niklas nur kurz demonstrieren, dass man mit dieser kleinen unscheinbaren Kamera im Retrokleid mehre als nur Knipsbilder machen kann. Nach dem ersten Bild hat er mich dann gefragt warum ich die Kamera zur Seite geschwenkt habe. Ganz einfach, es sieht bei den meisten Portrait nicht gut aus wenn der portraitierte Mensch mittig im Bild zu sehen ist. Schaut man bei Kinofilmen berühmter Regisseure und Kameraleute bewusst hin stellt man fest, dass auch sie diese Regel praktisch immer befolgen. In der Mitte der Fotos sind die „Verlierer“ der Filme. Die Stars und Helden stehen meist im linken oder rechten Drittel des verfügbaren Ausschnitts.

Nachdem einer kurzen Diskussion dann das gleiche Fotos mit Niklas in der Bildmitte. Die Aussage ist gänzlich anders. Dann fällt uns auf, dass die Leuchtstoffröhren an der Ecke einen (umgekehrten) V-förmigen Lichtschein auf die Wand bringen. Als Niklas mittig davor stand sah es coole aus, fast wie ein Heiligenschein. So entstanden innerhalb kürzester Zeit drei sehr unterschiedliche Fotos die Ihr hier seht. Diese Bilder könnt ihr hier sehen. Ich habe sie nur auf 590 Pixel Seitenbreite verkleinert, sie sind also völlig „ungeschminkt“. Die „getunten“ Versionen sehr ihr in etwas höherer Auflösung weiter unten. Aber nun zur Diskussion dieser Bilder…

Bild 1 - Fuji FinePix X100 - Available Light

Bild 2 - Fuji FinePix X100 - Available Light

Bild 3 - Fuji FinePix X100 - Available Light

Schaut man sich Bild 1 und 2 im Vergleich sehr genau an, wird eine Schwäche der Fuji X100 im Bezug auf die Portrait-Fotogafie sichtbar. Diese Kamera hat ein eingebautes Weitwinkelobjektiv mit fixer Brennweite. Diese Objektive sind für Portraits aus nächster Nähe meist recht ungeeignet weil sie die Proportionen der Gesichter der fotografierten Personen verzerren. Je näher man einem Gesicht kommt umso mehr tritt der Abstand zwischen Nasenspitze und Ohren negativ in Erscheinung. Fotografiert man ein Gesicht beispielsweise mit einem extremen Weitwinkelobjektiv aus nur 2-3 cm Entfernung, so wäre die Nase riesengroß abgebildet, die Ohren aber unverhältnismäßig klein. Das Ergebnis sind die „Knollnasen-Bilder“ die tagtäglich mit den Handys dieser Welt geknipst werden. Schön sind sie nicht. Wer mit der X100 ein Portrait fotografieren möchte sollte dies immer im Hinterkopf behalten – Abstand – das hier ganz wichtig.

Doch durch den Abstand gelangen auch mehr Elemente der Umgebung auf das Bild, dies lenkt oft von der portraitierten Person ab. Profis nutzen deshalb meist ein leichtes Teleobjektiv. Durch den engen Blickwinkel hebt sich die fotografierte Person schön von der Umgebung ab. Auch kann bei komplett geöffneter Blende die Tiefenschärfe so weit reduziert werden, dass Bildelemente des Hintergrundes sehr schön in Unschärfe verschwimmen. Ob diese Unschärfe schön aussieht oder nicht, daran reiben sich ebenfalls viele Fotografen. Die Hintergrundunschärfe wird meist als „Bokeh“ bezeichnet. Makroobjektive sind für höchsten Detailreichtum ausgelegt und haben oft kein wirklich tolles Bokeh, sind also für Portraits meist nicht die erste Wahl. Objektive wie das Nikon AF-D 1.4/85mm sind speziell für die Portraitfotografie konstruiert und ihr Bokeh ist meist wirklich umwerfend. Diese Objektive heben die Personen schön vom Hintergrund ab und lenken das Auge des Betrachters implizit auf das Wesentliche.

Wie sieht es diesbezüglich bei der Fuji X100 aus? Das Objektiv dieser Kamera ist 1:2.0 relativ lichtstark und liefert bei geöffneter Blende ein brauchbares Bokeh. Es ist nicht mit dem Nikon 1.4/85 zu vergleichen, aber wie man in den Beispielbildern sieht durchaus brauchbar.

Um mit der X100 ohne Stativ und Blitzlicht fotografieren zu können habe ich spontan ISO-400 eingestellt. Bei Blende 2.0 hat die Kamera dann 1/420s belichtet. Eine Bewegungsunschärfe ist damit fast ausgeschlossen, schaut man sich die Bilder im der 100% Ansicht an, so sind sie erstaunlich scharf und detailreich.

Hier ein 100% Ausschnitt:

Schaut man genau hin so sieht man, dass die Nasenspitze nicht wirklich scharf ist, die Bartstoppeln und die Wimpern aber sehr deutlich abgebildet sind. Damit wären wir beim nächsten Aspekt der Portrait-Fotografie angekommen. Die Augen der Menschen sind oft der wesentliche Aspekt eines Portraitfotos. Die Augen sollten scharf abgebildet sein, aber wie man hier sieht, beträgt die Tiefenschärfe selbst bei der X100 mit voll geöffneter Blende nur wenige Zentimeter. Hier sind Erfahrung und Präzision die besten Helfer. Es ist oft auch hilfreich mehrere Fotos nacheinander zu machen. Zum einen „entkrampft“ sich das Modell, denn es tut ja gar „nicht weh“. Zum anderen steigt mit jedem Bild die Chance, dass die Schärfeebene perfekt dort liegt wo man sie haben möchte, auf den Augen.

Fotografiert man ein Gesicht von der Seite ist es oft kaum möglich beide Augen scharf abzubilden. Hier muss man sich also entscheiden, die meisten Fotografen entschließen sich in dieser Situation das Auge scharf abzubilden welches der Kamera am nächsten ist. Das kann man machen, muss man aber nicht. Oft ist auch eine etwas andere Perspektive eine gute Option.

Nun zur Ausarbeitung der Fotos. Die drei oben gezeigten Bilder haben einen gelblichen Farbstich. Mit den Farben nimmt es die X100 sowieso nicht so ganz genau. Hier müsste man eigentlich mit Tools wie beispielsweise dem X-Rite Colorchecker Passport zu Beginn der Session ein Referenzbild aufnehmen aus dem sich ein zur Session passendes ICC-Profil für die RAW-Konertierung ableiten lässt. Hat man all das nicht zur Verfügung, so ist kann man jedoch später bei der RAW-Konvertierung viele Schwächen der Bilder ausgleichen.

Hier habe ich Bild 3 mit Adobe Camera-RAW Version 6.6 in ein JPG konvertiert. Die Farbsättigung habe ich verringert, die Objektivkorrektur hat Vignettierung und Verzeichnungen des Objektivs verschwinden lassen. Dann habe ich noch die knallig rote Ecke des Bürostuhl und ein paar kleine Unschönheiten mit dem Kopierstempel entfernt. That’s it! (1000 Pixel breit – einfach anklicken)

Zum Abschluss hier noch die Schwarz-Weiss Version dieses Bildes. Hier habe ich in Photoshop CS 5.1 den Black&White Dialog verwendet. Ausgehend von der Simulation eines Gelbfilters habe ich die Graustufen so angepasst, dass sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt. Zum Abschluss habe ich einen ganz leichten Sepia-Farbton ergänzt.

Ob der Lichtschein im Hintergrund nun cool ist oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden. Je öfter ich ihn anschaue umso weniger gut gefällt er mir inzwischen, aber das ist eben „Available Light“. Hier hilft nur die gezielte Beurteilung der Bilder im Rahmen der Aufnahmesession. Durch Änderung der Perspektive und „Wandern im Raum“  können unterschiedliche Stimmungen eingefangen werden. Später bei der Ausarbeitung des Bildmaterials kann man sich dann in Ruhe für einzelne Bilder der Session entscheiden.


Fuji X100 – Die perfekte Landschaftsfotografie

Ihren guten Ruf als perfektes Werkzeug für die Stereofotografie hat die Fuji Finepix X100 nicht zu unrecht. Das lichtstarke leichte Weitwinkelobjektiv und der vergleichsweise große Chip machen diese Kamera aber auch zu einem tollen Werkzeug für die Landschaftsfotografie. Heute will ich Euch hier vier völlig gleiche und dennoch extrem verschiedene Fotos vorstellen die gestern im Laufe des Tages entstanden sind. Bild 1 habe ich um 12:00 bei hoch stehender Sonne und einem für den April so typischen Wolkenhimmel aufgenommen. Bereits um 14:00 sah die Szenerie ganz anders aus, aber zwischen diesen Bildern liegen immerhin auch zwei volle Stunden!

Ganz anders am Abend, Bild 3 ist um 20:00 entstanden, Bild 4 bereits um 20:15!

Vergleicht man diese Bilder, so haben sie aufgrund des intensiven Wolkenhimmels alle ihren Reiz. Doch mein ganz persönlicher Favorit ist Bild Nummer 4. Für meinen Geschmack bilden hier die milden Kontraste und die intensiven Farben einen schönen Gegenpol zum statischen Symmetrie des eigentlich relativ langweiligen Motivs.

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

In einem Buch über die Geschichte der Fotografie habe ich vor einer ganzen Weile einen Bericht über einen deutschen Fotografen gelesen, der vor mehr als 100 Jahren mit dem Auftrag die Akropolis in Athen zu fotografieren nach Griechenland gereist ist. Als er heimkehrte hatte er etwa 20 verschiedene Fotografien der Akropolis dabei. Entstanden sind diese Fotografien im sagenhaften Zeitraum von 12 Monaten! Er hat sich das schwierige Motiv damals mühsam erarbeitet. Zunächst hat er einige Wochen lang die richtige Perspektive gesucht und dann mehrere Monate zu unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder neue Fotos aufgenommen. So hat er letztlich ein bis heute bekanntes perfektes Foto der Akropolis geschaffen. Millionen von Touristen knipse jährlich das gleiche Motiv, aber nahezu keines dieser Bilder hat auch nur annähernd die Qualität der über 100 Jahre alten Fotografie.

Einer der berühmtesten Landschaftsfotografen der „Neuzeit“ ist Ansel Adams. Seine Fotos kennt zumindest in den USA fast jedes Kind. Auch er hat sich seine Motive mit langem Zeitaufwand mühsam erarbeitet und letztlich unvergleichliche Ergebnisse erzielt.

In unserer schnelllebigen Zeit ist dieses Herangehen kaum mehr möglich. Und selbst mit Hilfe der immer perfekter werdenden Kameras ist der wichtigste Einflussfaktor in der Landschaftsfotografie bis heute noch immer das Licht. Die Frage die ich hier stellen möchte lautet:

Ist es im Jahr 2012 mit geringem zeitlichen Aufwand möglich gute Landschaftsfotografien zu erstellen? Ich denke JA!

Heute gibt es viele Hilfsmittel die noch vor 20 Jahren nicht zur Verfügung stehen. Beispielsweise kann man via Google-Earth ein Gelände zuvor virtuell erkunden und sogar den Schattenwurf der Sonne im Laufe eines Tages simulieren. Auf Panoramio findet man zu vielen interessanten Fotolocations Beispielbilder, denen man zumindest Informationen zur Topografie entnehmen kann. Auch fördert das Stöbern bei Bilderdiensten wie flickr, fototreff24 oder der fotocomunity oft hilfreiche Tipps und Ideen zutage. In Verbindung mit dem Wissen über die Lichtverhältnisse zur „Blauen Stunde“ und die Wetterberichte von www.Wetter-Online.de und anderen Wetterdiensten ist es heute sehr viel einfacher einen „magischen Moment“ zu erwischen. Dennoch ist all das keine Garantie und nach wie vor liegt das Geheimnis des Erfolges von Landschaftsfotografen wie Tom Till oder Michael Fatali darin begründet, dass sie sich „ihre Motive“ immer wieder neu erarbeiten.

Die verwendete Technik liefert ihnen ein technisch perfektes Ergebnis, aber den richtigen Augenblick beeinflusst es nicht. Somit ist aus meiner Sicht, ganz unabhängig von der hier verwendeten Fuji X100, eigentlich auch jede moderne Kamera für die Landschaftsfotografie geeignet. Nur sollte man seine Kamera kennen und zur Not im Schlaf bedienen können. In Verbindung mit dem richtigen Licht und dem Wissen um das Motiv sind dann auch mit einfachen Kameras eindrucksvolle Fotografien möglich.

Hier einige Beispiele die NICHT mit der X100 entstanden sind.

Das erste Bild habe ich vor vielen Jahren mit einer Nikon F4 und einem 70-300 Zoom am Vierwaldstätter See in Luzern aufgenommen. Auf dieses Alpenglühen habe ich etwa ein Jahr lang gewartet und es schließlich bei grimmiger Kälte auf einen Kodak Extra Color 100 aufnehmen können. Die verwendete mutet heute schon fast prähistorisch an, aber dennoch wurde dieses Foto für den Werbeprospekt der Bergstation auf dem hier gezeigten „Pilatus“ verwendet.

Alpenglühen am Pilatus bei Luzern mit Nikon F4

Beispiel 2 ist ein Sonnenaufgang über dem La Sal Gebirge bei Moab in Utah. Um dieses Bild aufnehmen zu können bin ich dreimal an diesem Ort gewesen und habe mir im winterlichen Morgengrauen die Finger abgefroren. Es ist mit einer Nikon D300 und einem AF-S 2.8/17-55mm fotografiert. Im Zeitalter der D800 auch schon wieder ein Stück „Alteisen“ – aber man kann damit noch gute Fotos machen. Die D300 ist seit der Vorstellung der D800 nur billiger geworden, nicht schlechter! Dieses Foto verkauft sich über über verschiedene Online-Stores recht gut und hat es in die Galerie der fotocommunity.de geschafft.

Sonnenaufgang am Mesa Arch mit Nikon D300

Und zum Schluss noch eine „Momentaufnahme“ aus dem Jahr 2010. Dieses Bild ist am Ende eines Tages mit dichten Wolken, Sturm und fiesem Licht im Monument Valley in Arizona entstanden. Während ich am Visitor Center gewartet habe, dass meine Freundin den Weg zur Damentoilette findet, schien für einen kurzen Augenblick die Sonne fast waagerecht zwischen dem bedrohlichen Wolkenhimmel und dem Boden auf die drei berühmten Tafelberge. In diesem Augenblick hatte ich meine Nikon D300 schussbereit auf dem Stativ und habe wie elektrisiert ein Bild nach dem anderen geschossen. Während der RAW-Bearbeitung habe ich später versucht die Emotionen auszuarbeiten die ich in diesem Augenblick hatte.

Sunset im Monument Valley

Die beiden letzten Beispiele hätte man in der gleichen Qualität mit fast identischem Ausschnitt auch mit der Fuji X100 erstellen können. Die X100 ist definitiv mehr als nur eine hübsch gemachte Retro-Kamera, sie ist ein ernst zu nehmendes „Werkzeug für den perfekten Augenblick“.


Fuji X100 – Ausflug nach Andernach am Rhein

Es ist mein Geburtstag und ich werde heute voll im Ernst krasse 48 Jahre alt… Während des Frühstücks frage ich mich wo die Jahre geblieben sind. Im Kopf fühle ich mich noch wie 24, aber in den Knien und dem Rücken spüre ich deutlich, dass ich älter werde. Viel Zeit bleibt mir nicht mehr, wenn es gut läuft noch 30 bis 40 Jahre… Ok, das ist noch eine ganze Weile :-) Nachdem sich der morgendliche Schneeschauer gelegt hat kommt um 10h tatsächlich die Sonne durch. Sandra und mich hält nichts mehr „in der Bude“. Ab ins Auto und auf in Richtung „Süden“. Ein wirkliches Ziel haben wir nicht und so verschlägt es uns nach Andernach. Sandra kennt diesen Ort noch gar nicht und ich selbst war auch schon lange nicht mehr hier. Wir parken das Auto und es geht ein wenig am Rhein entlang.

An meiner Schulter hängt die frisch reparierte Fuji Finepix X100. Die ersten Fotos nach der Reparatur sind vielversprechend. Alle Bilder sind korrekt belichtet, die Service-Leute haben das komplette Objektiv samt Innenleben ausgetauscht. So macht sie wieder richtig Spaß. Und witzig sind die Blicke der anderen Spaziergänger als sie mir zuschauen wie ich diese kleine Retrokamera nehme und die braune Lederhülle aufklappe. Während ich in den wunderbaren Hybridsucher schaue blicken Sie mich ein wenig ungläubig an. Die Frauen sehen aus als wäre sie kurz davor Dinge zu sagen wie „Ach wie niedlich, schau mal Heinz, so eine Kamera hatte mein Vater in den 60er auch mal…“ Die männlichen Spaziergänger sehen ein wenig ungläubig aus und ich glaube in ihren fragenden Gesichtern Dinge ablesen zu können wie „Hä, knipst der noch mit Film oder was?“

Wie dem auch sei, nach einem kleinen Spaziergang durch die Innenstadt geht es weiter am Rhein entlang. Bei Koblenz wechseln wir von der B9 auf die B42, dort scheint die Sonne! Gern würden wir oben auf dem Loreley-Felsen etwas essen, aber da ist gerade ein Mittelalter-Event und so flüchten wir uns nach Assmannshausen etwas nördlich von Rüdesheim. Im Restaurant „Anker“ genießen wir die überaus skurrile Inneneinrichtung und lassen es uns bei frischem Spargel mit Kartoffeln und Schnitzel gut gehen.

Später daheim schaue ich meine Beute am und bin sehr angenehm überrascht wie scharf und detailreich doch die Fotos aus der kleinen X100 sind. Es ist einfach eine tolle Kamera, sie hat kein Zoom-Objektiv, aber vielleicht macht es mir gerade deshalb so großen Spaß damit zu fotografieren. Es ist ein wenig wie ganz ganz früher als ich mit meiner allerersten silbernen Sucherkamera die ersten Fotos belichtet habe. Nur sind heute die Ergebnisse um Größenordnungen besser. Manchmal ist es doch gut zu altern, solange es in „Würde“ geschieht :-) Schaue ich mir heute an was ich mit 24 fotografiert habe, so schlage ich regelmäßig die Hände über dem Kopf zusammen.

Irgendwie ist das mit dem älter werden schon ok und mein 48-ter Geburtstag ist einer der ruhigsten und schönsten Tage die man sich wünschen kann :-)

(Alle Fotos sind 1000 Pixel breit – einfach anklicken)

Andernach am Rhein mit Fuji Finepix X100

Andernach am Rhein mit Fuji Finepix X100

Andernach am Rhein mit Fuji Finepix X100